Fußball

RB oder Bayern: Noch pokert der unentschlossene Timo Werner

Noch bei RB Leipzig: Timo Werner beim Trainingslager in Seefeld

Noch bei RB Leipzig: Timo Werner beim Trainingslager in Seefeld

Foto: Getty

Seefeld.  Der Wechsel zum FC Bayern München schien bereits fix. Doch RB-Leipzig-Prof Timo Werner ist offenabr nicht überzeugt.

Am Ende ging es schnell. Mittwoch wurde in Leipzig seine Transfertauglichkeit gecheckt, den Vormittag darauf stand Christopher Nkunku bereits auf dem Trainingsplatz im österreichischen Seefeld. Am Mittag nach der ersten gemeinsamen Mahlzeit wurde der 21 Jahre alte Franzose von seinem neuen Arbeitgeber RB Leipzig vorgestellt.

RB hat bislang drei neue Spieler verpflichtet

Macht mittlerweile drei an der Zahl, die der Vorjahresdritte der Bundesliga für die neue Saison verpflichtet hat: Nkunku, der Österreicher Hannes Wolf und den Brasilianer Luan Candido. Nur reicht das auch?

Trainer Julian Nagelsmann ließ offen, ob weitere Transfers in Arbeit seien. Er gehe aber aus, „dass wir noch ein, zwei Spieler holen werden.“ Je nachdem, ob „wir Verletzte mit in die neue Saison nehmen“. Zwei Ausfälle sind schon sicher. Wolf kehrte von der U-21-EM mit einem gebrochenen Außenknöchel heim. Und Tyler Adams plagen seit drei Monaten Probleme mit den Adduktoren. Beide sind keine Option für den Saisonstart.

Werner hat sich noch nicht entschieden

Im Mittelfeld außen und zentral vor der Abwehr könnte sich also noch was tun. Genauso wie vielleicht im Sturm, wo die sportliche Leitung des Vorjahresdritten immer noch vor der Frage steht, ob ihr gefährlichster Stürmer geht – oder das eine Vertragsjahr, das ihm noch bleibt, herunterspielt. Timo Werner hat sich nämlich immer noch nicht entschieden.

Interesse der Bayern ist abgekühlt

Sportdirektor Markus Krösche hatte deshalb unlängst darum gebeten, dass der 23-Jährige, der mit einem Wechsel zum FC Bayern München in Verbindung gebracht wird, sich nicht bis ins „Unendliche“ damit Zeit lässt. Gestern sagte er in Seefeld. „Wir haben uns mit Timo darauf verständigt, dass wir keine Ultimaten setzen. Die Zeit wird zeigen, wie er sich entscheidet.“

Vieles deutet aber daraufhin, dass Werner bleibt – und vielleicht sogar einen neuen Vertrag unterschreibt, denn wie aus dem Umfeld seines Beraters durchsickert, ist der gebürtige Stuttgarter alles andere als davon angetan, dass sein Name im Zusammenhang mit Neuzugängen für die Münchener nicht mehr fällt.

Timo Werner passt nicht ins Münchner Profil

Noch im Frühjahr hatten es die Spatzen von den Dächern der Säbener Straße gepfiffen, dass die Bayern den flinken Stürmer gern unter Vertrag nehmen würden. Mittlerweile aber scheint das Interesse abgekühlt zu sein, denn bei genauer Betrachtung passt der Konterstürmer nicht so recht ins Profil. Werner lebt von seinem Abschluss und seiner Schnelligkeit. Auf den Außenbahnen hat der Rekordmeister aber keinen Bedarf: Die Stammplätze sind an Kingsley Coman und Serge Gnabry vergeben. Und im Sturmzentrum spielt der konkurrenzlose Pole Robert Lewandowski, mit dem die Bayern gerade die letzten Details eines neuen Vertrages klären.

Bliebe noch die Rolle des Halbstürmers, die gerade Thomas Müller ausfüllt. Dafür aber fehlt es Werner an Technik und Übersicht. Ein ablösepflichtiger Wechsel zu den Bayern in diesem Sommer, so hört man, ist deswegen vom Tisch. Und kommenden Sommer gratis – wer weiß?

Vor diesem Hintergrund gibt sich RB-Trainer Julian Nagelsmann in Seefeld gerade sehr entspannt, was das Szenario anbetrifft, bis zum Ende der Transferperiode am 2. September vielleicht auch noch einen Stürmer finden zu müssen, der ihm annähernd die 63 Tore und 34 Vorlagen des Angreifers aus den vergangenen drei Spielzeiten garantiert.

Er weiß zwar nicht, was in Werners Kopf vorgeht, aber der Cheftrainer der Sachsen bezeichnete sich in der Sache Timo Werner als „total gelassen.“ Sein Topstürmer sei voll bei der Sache, versicherte er am Donnerstag. „Wenn ich das Gefühl hätte, dass die Trainingsleistung aufgrund der Thematik nicht passen würde, würde ich intervenieren. Aber er macht einen sehr guten Eindruck. Timo ist sehr lebendig und gut dabei.“

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben