Bundesliga

Tränen zum Abschied von zwei ganz Großen beim FC Bayern

Arjen Robben und Franck Ribéry feiern zum Abschied aus München mit der Meisterschale

Arjen Robben und Franck Ribéry feiern zum Abschied aus München mit der Meisterschale

Foto: Reuters

München.  Das Ende einer Ära: Franck Ribéry und Arjen Robben verlassen München als Meister. Auch sie zählen jetzt zum Kreis der Legenden.

Der letzte Auftritt ging gewaltig schief: Franck Ribéry bekam das Stadionmikrofon gereicht nach seinem letzten Heimspiel für den FC Bayern nach zwölf Jahren. Doch Ribéry weinte, ihm versagte die Stimme. „Dankeschön“, krächzte er schließlich. „Die Familie Ribéry liebt Euch! Mia san mia!“ Da wurde es so laut wie kaum einmal an diesem Nachmittag in München.

Emotionaler Abschied von Ribery und Robben

Ja, man hatte das Gefühl, dass die Zuschauer den Abschied vom alternden Helden Ribéry (36) und seinem kongenialen Partner Arjen Robben (35) nach zehn Jahren noch etwas inbrünstiger feierten als den siebten Meistertitel in Serie, der durch das 5:1 gegen Eintracht Frankfurt eingefahren war. Denn hier verabschiedeten sich zwei, die maßgeblich zu den vielen Titeln dieses Jahrzehnts beigetragen haben, mit dem Champions-League-Sieg 2013 als Höhepunkt – zu dem Robben das entscheidende Tor und Ribéry die Vorlage beitrug. Und ganz nebenbei veränderten sie das Spiel ihres Klubs entscheidend.

Der FC Bayern in der Zeit vor „Robbery“ war stets geprägt von Akteuren wie Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Stefan Effenberg oder Michael Ballack – es ging also meist durch die Mitte. Nun war da plötzlich die „vielleicht beste Flügelzange Europas“ (Mats Hummels), die das Spiel breiter, schneller und auch anarchischer, unberechenbarer machte in einer Zeit, in der die Abwehrreihen immer besser wurden. „Die zwei gehören in die Gruppe der ganz großen Spieler des FC Bayern“, lobte Klub-Präsident Uli Hoeneß sogar. Nämlich zu Vereinslegenden wie Beckenbauer, Müller, Karl-Heinz Rummenigge oder Lothar Matthäus.

Tränen auch bei Uli Hoeneß

Hoeneß selbst waren während des Spiels die Tränen gekommen, als die alternden Helden sich nach ihren Einwechslungen den Abschied mit jeweils einem Tor versüßten. Und Ribéry tat das nicht irgendwie, das Dribbling durch zwei Frankfurter und der Lupfer über Torhüter Kevin Trapp genügten höchsten Qualitätsansprüchen.

„Er hat geweint?“, fragte der Franzose später in den Katakomben. „Ich habe gedacht, er gibt mir noch ein Jahr Vertrag.“ Dann lachte er dröhnend und zog, die Meisterschale in der Hand, ein letztes Mal aus seinem Stadion. (sing)

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