Düsseldorf - Freiburg

Volker Finke: Darum sind Funkel und Streich erfolgreich

Volker Finke verfolgt die Bundesliga inzwischen als Zuschauer

Volker Finke verfolgt die Bundesliga inzwischen als Zuschauer

Foto: picture alliance / Patrick Seege

Essen  Düsseldorf gegen Freiburg ist auch das Duell der beiden aktuell dienstältesten Trainer der Bundesliga. Der 71-jährige Finke kennt beide bestens.

Wenn in der Fußball-Bundesliga am Sonntag (15.30 Uhr) Fortuna Düsseldorf gegen den SC Freiburg spielt, dann treffen auch die beiden aktuell dienstältesten Trainer aus Deutschlands höchster Spielklasse aufeinander: Friedhelm Funkel und Christian Streich. Volker Finke kennt beide sehr gut. Der 71-Jährige war einst 16 Jahre am Stück Trainer in Freiburg und weiß, unter welchen Voraussetzungen langfristige Arbeit als Bundesliga-Coach möglich ist.

Volker Finke ist gleich zum Start des Gesprächs verwundert: „Wie lang arbeitet Friedhelm jetzt in Düsseldorf? Dreieinhalb Jahre? Und da ist er schon einer der beiden dienstältesten?“ Es mag nicht nur den früheren Freiburger Trainer verwundern, dass Funkel den zweiten Platz in der Liste der dienstältesten Trainer der Bundesliga belegt. Doch auf dieser Position ist die Fluktuation eben groß. In die aktuelle Saison sind gleich sieben von 18 Vereinen mit neuem Linienchef gestartet, nur vier Trainer sind länger als zwei Jahre im Amt.

"Streich hat die Freiburg-DNA"

Auf Platz eins der Liste thront natürlich Christian Streich, der bereits seit sieben Jahren und neun Monaten die Verantwortung für die Mannschaft des SC Freiburg trägt. Volker Finke holte Streich 1995 vom Freiburger FC zum Nachbarverein und machte ihn zum U19-Coach. Dass er nun bald acht Jahre die Profis betreut, wundert Finke nicht: „Christian Streich hat die Freiburg-DNA, er lebt sie vor und er kennt die Bedingungen im Verein ganz genau.“

Um eine Kontinuität auf der Trainerposition zu erreichen, wie es sie in Freiburg gibt, ist aus Finkes Sicht vor allem Vertrauen nötig: „Der Trainer muss bei Transfers mit einbezogen werden, er muss Spieler bekommen, die zu seiner Spielidee passen. Ich habe viel zu oft den Eindruck, dass Manager den Kader zusammenstellen, ohne den Trainer zu fragen.“ In Freiburg ist das anders. Sportvorstand Jochen Saier, Sportdirektor Klemens Hartenbach und Streich bilden eine perfekt funktionierende Einheit. „Freiburg ist sehr gut aufgestellt. Solange Saier, Hartenbach und Streich im Amt sind, mache ich mir keine Sorgen“, meint Finke.

"Funkel hat sich mit dem Fußball entwickelt"

Auch Düsseldorf sieht Finke dank Funkel auf einem guten Weg. Den 65-Jährigen kennt er bestens, da beide einst zusammen den Fußball-Lehrer-Lehrgang absolviert haben. In all den Jahren habe sich Funkel seitdem nicht an den Dingen festgehalten, die er einst gelernt hat, sondern den Spielstil seiner Mannschaften angepasst, erklärt Finke: „Friedhelm hat sich mit dem Fußball entwickelt. Ich habe letztes Jahr den Sieg von Düsseldorf gegen Freiburg live gesehen. Das war eine Mannschaft, die modern und attraktiv gespielt hat.“

Dass Funkel nun seit knapp 30 Jahren auf höchstem Niveau Profiteams trainiert, sei daher kein Wunder. Für Finke ist Funkel „das Gesicht der 1. und 2. Bundesliga – ein richtiges Urgestein.“ Beide verstehen sich seit ihrem gemeinsamen Lehrgang bestens. Finke sagt: „Wenn wir uns treffen, macht das immer viel Spaß.“

Was Funkel und Streich eint, ist aus Finkes Sicht, dass beide sich nicht verbiegen lassen und bereit sind, über den Tellerrand hinaus zu blicken: „Sie sind beide authentisch, sie halten sich nicht in einer Blase auf.“ Auch das ist für Finke ein entscheidender Faktor für ihren langfristigen Erfolg.

Die fünf dienstältesten Bundesliga-Trainer

Christian Streich (SC Freiburg): 7 Jahre, 8 Monate, 29 Tage

Friedhelm Funkel (Fortuna Düsseldorf): 3 Jahre, 6 Monate, 13 Tage

Steffen Baumgart (SC Paderborn): 2 Jahre, 5 Monate, 11 Tage

Sandro Schwarz (1. FSV Mainz 05): 2 Jahre, 2 Monate, 27 Tage

Florian Kohfeldt (SV Werder Bremen): 1 Jahr, 10 Monate, 17 Tage

(Stand: 27.09.2019)

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