Kommentar

Der Aufstieg des SC Paderborn ist Fußball-Romantik

Der SC Paderborn feiert den Bundesliga-Aufstieg.

Der SC Paderborn feiert den Bundesliga-Aufstieg.

Foto: imago

Paderborn.  Der Aufstieg des SC Paderborn in die Fußball-Bundesliga ist ein Beispiel dafür, wie ein Verein auch ohne die Millionen eines Großkonzerns den Weg in die Kicker-Elite schaffen kann. Kluges Scouting und ein gewiefter Trainer können Wunder bewirken. Ein Kommentar.

Noch will dieser Name nicht in die Aufzählung passen. In der Fußball-Bundesliga spielen große Klubs wie Borussia Dortmund, der FC Schalke 04 oder der FC Bayern München, aber doch nicht der SC Paderborn 07.

Seit gestern Nachmittag allerdings gehören die Ostwestfalen zur deutschen Kicker-Elite. Ihr Aufstieg ist die größte Sensation im bezahlten Fußball nach dem Sprung der SpVgg Unterhaching in das Oberhaus - und der liegt mittlerweile 15 Jahre zurück.

Paderborn absolvierte die Saison mit einem Spieleretat von rund sechs Millionen Euro

Warum das so ist, liegt auf der Hand. Die Paderborner absolvierten die Saison zum Beispiel mit einem Spieleretat von rund sechs Millionen Euro. Das ist die Summe, die sich besonders beim Branchenprimus aus München ein einzelner Akteur jährlich auf dem Konto gutschreiben lässt. Selbst in der 2. Bundesliga gibt es kaum Vereine, die ähnlich sparsam wirtschaften müssen.

Und trotzdem gelang den Etat-Minimalisten der Aufstieg. Trotzdem ließ Trainer Andre Breitenreiter von Akteuren, welche vor ihrem Wechsel in die Domstadt meist in der dritten oder vierten Liga kickten, einen offensiven Fußball spielen, der begeisterte. Der sogar die zurückhaltenden Ostwestfalen so begeisterte, dass der Klub zuletzt des Öfteren ein ausverkauftes Stadion vermelden durfte, was lange Zeit Seltenheitswert hatte, obwohl die Arena lediglich 15 000 Zuschauer fasst.

Der Aufstieg des SC Paderborn ist zudem ein selten gewordenes Beispiel für Fußball-Romantik. Es bedarf eben nicht zwingend eines Großkonzerns, der mit seinen zig Millionen Euro einen Verein in die Bundesliga hievt. Natürlich gäbe es auch den Paderborner Aufstieg nicht ohne Vereinspräsident und Mäzen Wilfried Finke. Aber Finke wirft nicht mit Geld um sich und erwartet außerdem von jeder Ausgabe eine Nachhaltigkeit.

So genehmigt er für die Saison in der Bundesliga keine exorbitanten Ausgaben. Drei, vier Zugänge, Schuldentilgung und der Bau eines Leistungszentrums, das sind seine Vorgaben.

Wie das mit dem Klassenerhalt übereinstimmen kann? Es kann. Es gibt genug Beispiele. Auch die Namen SC Freiburg oder FC Augsburg passten vom Klang anfangs nicht in die Aufzählung der Bundesligisten und sind nun etabliert.

Leserkommentare (3) Kommentar schreiben