1. FC Köln

Trubel in Köln: Schumacher vor Abschied, Podolski ein Thema

Als FC-Vizepräsident wird Toni Schumacher vermutlich in Zukunft nicht mehr auftreten.

Als FC-Vizepräsident wird Toni Schumacher vermutlich in Zukunft nicht mehr auftreten.

Foto: dpa

Köln.  Der 1. FC Köln kommt nicht zur Ruhe. Klubidol Toni Schumacher ist für den neuen Vorstands kein Thema. Lukas Podolski wird als Berater gehandelt

Es könnte alles so schön sein beim 1. FC Köln. Der direkte Wiederaufstieg in die Fußball-Bundesliga wurde bereits am 32. Spieltag perfekt gemacht, am Sonntag klingt die Saison mit einem Auswärtsspiel beim bereits abgestiegenen 1. FC Magdeburg aus. Doch der Verein kommt nicht zur Ruhe.

Die Aufstiegssaison wurde geprägt von Diskussionen um die Sportliche Leitung und Querelen auf Vorstandsebene. Trainer Markus Anfang musste gehen, obwohl er mit seiner Mannschaft auf Platz eins stand. Der umstrittene Präsident Werner Spinner trat im März vorzeitig von seinem Amt zurück, nachdem es zum Streit mit Sportdirektor Armin Veh gekommen war. Und nun droht auch noch Ärger mit dem bisherigen Vizepräsidenten Toni Schumacher, weil die FC-Legende für den Mitgliederrat nicht für den neuen Vorstand in Frage kommt.

Mitgliederrat schlägt Wolf vor

Am Montag gab der FC offiziell bekannt, was bereits über verschiedene Medien an die Öffentlichkeit geraten war: Der elfköpfige Mitgliederrat des Vereins hat sich auf ein Vorstandsteam geeinigt, das bei der Mitgliederversammlung am 8. September zur Wahl stehen soll. Werner Wolf soll neuer Präsident werden, Eckhard Sauren und Jürgen Sieger seine Vizepräsidenten.

Das Trio kommt das aus der Wirtschaft und möchte sich zusätzliche Hilfe in sportlichen Fragen von außen holen. „Wir begrüßen den Plan des Teams, sich von Experten mit FC-DNA beraten zu lassen“, erklärt Mitgliederratschef Carsten Wettich. Wie Wolf bestätigte, soll dieses Team um den ehemaligen Sportdirektor Jörg Jakobs aufgebaut werden. Ein möglicher Experte: Lukas Podolski.

Podolski-Vertrag in Kobe läuft aus

Ein mögliche Experte: Lukas Podolski. Dank seiner Beliebtheit und seines Netzwerks könnte der Ex-Nationalspieler, dessen Vertrag bei Vissel Kobe kurz nach der Präsidentschaftswahl ausläuft, neue Sponsoren anlocken. Im Gespräch mit dem Express zeigte sich Poldolski interessiert: "Ich kenne Werner Wolf, der macht auf mich einen sehr guten und kompetenten Eindruck. Ich habe für mich noch nicht entschieden, was ich mache. Aber der FC ist mein Verein und ich will ihm helfen. Wenn man mit mir sprechen will, höre ich mir das natürlich an. Wichtig ist, dass man ein Konzept hat. Aber wie gesagt: Noch sind die Gedanken nicht so weit gediehen."

Die Entscheidung des Mitgliederrates für das Trio Wolf/Sauren/Sieger ist auch eine Entscheidung gegen die bisherigen Vizepräsidenten Toni Schumacher und Markus Ritterbach. Und auch eine Präsidentschafts-Kandidatur von Wolfgang Bosbach ist damit vom Tisch.

Bosbach akzeptiert die Entscheidung

Der CDU-Politiker sagte dem "Kölner Stadt-Anzeiger" bereits, dass er die Entscheidung akzeptiere: "Es bleibt dabei, was ich immer gesagt habe: Ich vertraue auf das Votum des Mitgliederrats. Und der hat sich für drei andere Kandidaten entschieden. Ich respektiere diese Entscheidung selbstverständlich und stehe für eine Gegenkandidatur nicht zur Verfügung."

Der frühere Nationaltorwart Toni Schumacher hingegen scheint sich nicht so leicht geschlagen zu geben. Auf einer Fan-Veranstaltung erklärte er, er habe die Entscheidung des Mitgliederrates "zur Kenntnis genommen" und werde zusammen mit seinem Kollegen Ritterbach "in Ruhe überlegen, wie wir damit umgehen". Möglich, dass Schumacher ein eigenes Team aufstellt und gegen Wolf und Co. antritt. Dafür müsste er zunächst 3000 Unterschriften sammeln.

Kampfabstimmung wäre nicht hilfreich

Wolf sagte am Dienstag zum Thema Schumacher und Ritterbach: „Wir stehen im Kontakt und haben ein vernünftiges Verhältnis. Wir haben gesagt, dass wir weiter fair miteinander umgehen, egal was passiert. Bei uns stehen die Türen weit offen.“

Für den FC wäre eine Kampfabstimmung nicht hilfreich. Die Fanszene ist bereits seit Monaten in Personalfragen gespalten. Was der Verein dringend braucht, ist einen Präsidenten, der die Fans wieder vereinen kann. Es spricht allerdings viel dafür, dass Köln auch nach dem Aufstieg in die Bundesliga nicht zur Ruhe kommen wird.

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