Champions League

Andreas Brehme: „Serie A wird wieder so stark wie früher“

Andreas Brehme verwandelte 1990 den entscheidenden Elfmeter im WM-Finale gegen Argentinien.

Andreas Brehme verwandelte 1990 den entscheidenden Elfmeter im WM-Finale gegen Argentinien.

Foto: Andreas Gebert

Hamburg.  Fußball-Weltmeister Andreas Brehme über Inter Mailand, Gegner des BVB in der Champions League, und die Italienische Seria A.

Andreas Brehme (58) spielte von 1988 bis 1992 bei Inter Mailand, wurde dort sogar Italiens Fußballer des Jahres. Am Mittwochabend spielt sein alter Klub gegen Borussia Dortmund in der Champions League.

Wie stark ist Ihr alter Klub Inter Mailand überhaupt?

Sie haben sich dieses Jahr sehr gut verstärkt. Romelu Lukaku von Manchester United. Valentino Lazaro von Hertha. Leider haben sie in der Meisterschaft kurz vor Schluss gegen Juventus Turin verloren. Die sind noch einen Tick besser.

Aber Juventus Turin ist seit Jahren Serienmeister in Italien. Noch länger als Bayern in der Bundesliga. Ist die Serie A nicht langweilig?

Die zwei sind nur ein Punkt auseinander. Inter braucht sich hinter Juventus nicht zu verstecken. Neapel ist hinten dran, Atlanta Bergamo, dann die beiden römischen Vereine - das wird noch sehr interessant.

Die Geschlossenheit, das Gefüge. Den frischen Wind hat Trainer Toni Conti reingebracht. Das sieht man auch: Sie spielen aggressiv, aus einer sicheren Abwehr heraus. Das war immer das Spiel von Conte. Schon bei Chelsea damals und in der Nationalmannschaft.

Als Sie vor 30 Jahren mit Lothar Matthäus und Jürgen Klinsmann bei Inter Mailand spielten, war die Serie A die stärkste Liga der Welt. Wie stark ist die Liga noch?

Die italienische Liga befindet sich auf einem super Weg. In zwei Jahren ist die Serie A wieder so stark wie früher, das prophezeie ich. Da ist ein Zuschauerboom durch neue Stadien. Inter Mailand zum Beispiel hat 55.000 Dauerkarten verkauft.

Passiert der Boom wegen Cristiano Ronaldo bei Juventus Turin?

Auch deswegen. Er macht viele Tore, bringt super Leistungen.

Aber Traditionsvereine wie Inter Mailand verkaufen sich an ausländische Investoren. Wie viel Einfluss haben die?

Was ich höre, halten sich die Chinesen, die sich bei Inter Mailand eingekauft haben, komplett im Hintergrund. Der Trainer bekommt die notwendige Zeit. Ich habe den neuen Präsidenten kennengelernt. Er ist 27 Jahre alt, ein sehr netter junger Mann.

Nicht gefährlich, wenn man Chinesen als Investoren reinlässt?

AC Mailand haben den falschen Chinesen bekommen, ja. Das konnte nicht gutgehen. Bei Inter Mailand ist das anders.

Will Steven Zhang nicht Geld verdienen?

In erster Linie ist Inter Mailand sein Hobby. Wenn er Geld verdienen kann, wird er sich nicht wehren. Die wollen halt Erfolg haben.

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