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BVB bangt um seine Stars: Jetzt muss Donyell Malen liefern

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Donyell Malen (r.) im Zweikampf mit Gladbach-Verteidiger Matthias Ginter (l.). Der BVB-Angreifer wartet noch auf seinen Durchbruch in Dortmund.

Donyell Malen (r.) im Zweikampf mit Gladbach-Verteidiger Matthias Ginter (l.). Der BVB-Angreifer wartet noch auf seinen Durchbruch in Dortmund.

Foto: AFP

Dortmund.  Borussia Dortmund hat vor dem Champions-League-Spiel gegen Sporting Lissabon Personalprobleme. Der Druck auf Zugang Donyell Malen wächst.

Marco Reus ging zwar nicht voran, Mahmoud Dahoud war ein wenig schneller. Aber immerhin war der Kapitän dabei, als Borussia Dortmund am Montagabend um 17.33 Uhr das Abschlusstraining für das Champions-League-Spiel gegen Sporting Lissabon aufnahm (Dienstag, 21 Uhr/Prime). Das linke Knie, das zuletzt Probleme gemacht hatte, war noch getapt, aber Reus schien sich auch in den Übungen mit Ball ohne große Schmerzen zu bewegen.

BVB-Trainer Marco Rose muss Erling Haaland ersetzen

Erling Haaland war zwar auch auf dem Trainingsgelände in Dortmund-Brackel gesichtet worden, im Abschlusstraining aber fehlte er. Und damit dürfte er auch die Partie am Dienstagabend verpassen. Noch immer plagen ihn Muskelbeschwerden, nachdem er in der vergangenen Woche einen Schlag abbekommen hatte. Und so stellt sich Trainer Marco Rose wieder einmal die Frage: Wie ersetzt man den eigentlich Unersetzlichen? Den Mann, der Tore garantiert und der schon zuletzt beim 0:1 bei Borussia Mönchengladbach schmerzlich vermisst wurde?

Nominell gibt es einige Kandidaten und Rose zählt sie alle auf: Youssoufa Moukoko, das 16-jährige Ausnahmetalent. Thorgan Hazard, der in der Vergangenheit schon als Mittelstürmer ausgeholfen hat. Genau wie Marco Reus. Und dann ist da ja noch Donyell Malen. „Donny kann das auch spielen“, sagt Rose.

Der Niederländer ist, wenn man so will, der Dortmunder Königstransfer dieses Sommers. 30 Millionen Euro zahlte der BVB an die PSV Eindhoven. Malen sollte in erster Linie Jadon Sancho ersetzen, der für 85 Millionen Euro zu Manchester United wechselte. Der 22-Jährige ist aber nicht als reiner Flügelstürmer eingeplant, er soll auch Haaland ersetzen können, wenn der mal fehlt oder eine Pause braucht.

So wie jetzt.

Bislang aber hat Malen den Nachweis noch nicht erbracht, dass er Sancho oder Haaland ersetzen kann. Das zeigen schon die Statistiken. Neun Pflichtspiele hat der Neuzugang bislang absolviert, fünfmal stand er in der Startelf – an einem Tor aber war der Angreifer nicht beteiligt, weder als Schütze noch als Vorbereiter. Überhaupt ist seine Beteiligung am Offensivspiel bislang überschaubar: Fünf Torschüsse zählten die Statistiker, sogar der Innenverteidiger Manuel Akanji weist mehr auf. Vier Torchancen bereitete er vor. Malen nach Zahlen – das ist bislang kein Vergnügen aus Dortmunder Sicht. Zuletzt, beim 0:1 in Gladbach, zählte der teure Zugang zu den Schwächsten. „In den vergangenen Wochen war er aktiver, hatte viele gute Szenen“, sagt Sportdirektor Michael Zorc dazu im Gespräch mit dieser Redaktion. „Er hat auch darunter gelitten, dass offensiv nicht so viel stattgefunden hat.“

Bislang mühen sich die Dortmunder Verantwortlichen, den Niederländer in Schutz zu nehmen. Neue Liga, neue Mannschaft, neuer Trainer – das sei eben nicht so einfach für einen 22-Jährigen. Außerdem habe Malen „am Anfang ein großes physisches Defizit“, gehabt, dass man nun nach und nach aufgeholt habe, erklärt Rose am Montag. Wie es aber sein kann, dass einer, der verletzungsfrei in Dortmund ankam und bei der Europameisterschaft nicht übermäßig gefordert wurde, gegenüber den Kollegen überhaupt einen solchen Rückstand haben konnte – dazu sagt niemand etwas.

Rose spricht gerne von Geduld, man erkennt in den zurückliegenden Tagen immer wieder, dass diese Geduld endlich ist. Denn die Dortmunder sehen ja auch, dass dieser Malen alles mitbringt, was man sich von ihm versprochen hat: feine Technik, eine unglaubliche Beschleunigung aus dem Stand, starke Dribblings. Auf der anderen Seite aber steht neben dem fehlenden Ertrag auch eine ungenügende Beteiligung im Spiel gegen den Ball, die den Trainer schon manches Mal verärgerte.

Donyell Malen ist beim BVB gefordert

Das muss besser werden, und zwar möglichst schnell – denn auch gegen Lissabon ist Malen nun aller Wahrscheinlichkeit nach als Haaland-Ersatz gefordert. „Wir verteilen Verantwortung grundsätzlich auf das ganze Team – aber wir haben auch klar die Forderung, dass Donny in einer solchen Situation mehr in die Verantwortung geht“, sagt Trainer Rose. „Wir brauchen ihn vorne mit tiefen Läufen, in Eins-gegen-eins-Situationen und mit seinen guten Abschlüssen. Dann wird es hoffentlich für ihn jetzt irgendwann mal klappen.“ Aus Dortmunder Sicht gerne schon am Dienstag gegen Lissabon.

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