BVB

BVB-Boss Watzke: "Nicht vorzeitig die weiße Flagge hissen"

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke missfiel die Schiedsrichterleistung im Derby.

BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke missfiel die Schiedsrichterleistung im Derby.

Foto: Getty Images

Dortmund.  BVB-Boss Watzke fordert weiter vollen Einsatz für die Meisterschaft, widerspricht Trainer Favre - und übt Kritik an Derby-Schiedsrichter Zwayer.

Hans-Joachim Watzke konnte natürlich nicht zufrieden sein mit dem, was er tags zuvor erlebt hatte. Natürlich ärgerte sich der Geschäftsführer von Borussia Dortmund auch am Sonntag noch über die 2:4-Niederlage im Derby gegen Schalke 04, natürlich ärgerte er sich auch über die Begleitumstände. Und der BVB-Boss war auch nicht begeistert über das, was nach dem Spiel aus dem Klub zu hören war, unter anderem von Trainer Lucien Favre: „Die Meisterschaft ist verspielt“, hatte der Schweizer nach der Niederlage überraschend deutlich erklärt.

Im Gespräch mit dieser Redaktion widersprach Watzke am Sonntag: „Ich weiß auch, dass Bayern München jetzt mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit Meister wird“, sagte er. „Aber solange es rechnerisch nicht entschieden ist, haben wir als Borussia Dortmund die Verpflichtung, weiter alles dafür zu geben. Deshalb erwarte ich von allen Beteiligten, dass wir uns die letzten drei Spiele voll reinknien und niemand vorzeitig die weiße Flagge hisst.“ Natürlich sei am Samstag eine Vorentscheidung zu Gunsten von Bayern München gefallen, so Watzke. „Aber eine Vorentscheidung impliziert immer, dass keine endgültige Entscheidung gefallen ist.“

Kritik an Schiedsrichter Zwayer

Redebedarf sah Watzke aber auch in Sachen Schiedsrichter Felix Zwayer – etwa was Jadon Sancho angeht, der nach dem Dortmunder Führungstreffer von einem Feuerzeug aus dem Schalker Block getroffen wurde: „Der Schiedsrichter hätte das Spiel unterbrechen müssen, um den Dampf rauszunehmen und den Zuschauern deutlich zu machen: ‚Wenn so etwas nochmal passiert, droht ein Spielabbruch‘“, so der BVB-Boss. „Und um uns die Möglichkeit zu geben, Jadon gesundheitlich wieder hinzukriegen. Aus diesem klaren Versäumnis resultiert die angebliche Elfmetersituation, denn Jadon war ja noch nicht wieder auf dem Platz. Das war also eine Verkettung unglücklicher Umstände.“

Die eigene Mannschaft habe dann „den Rhythmus verloren, wir haben Fehler gemacht wie beim zweiten Gegentor, das ist völlig klar“, erklärte der 59-Jährige. „Dann kamen die Roten Karten, danach war es vorbei.“ Aber: „Ich glaube, dass Felix Zwayer gestern nicht seinen besten Tag hatte, seine Leistung beiden Teams gegenüber war nicht ausbalanciert. Aber wir haben das Ergebnis zu akzeptieren, Gratulation an Schalke. Wir müssen daraus unsere Lehren ziehen und nicht lamentieren - aber es muss erlaubt sein, das eine oder andere anzumerken.“

Watzke fehlt Ausgewogenheit

Anzumerken hatte Watzke auch etwas zum Platzverweis gegen Kapitän Marco Reus, der Suat Serdar von hinten in die Beine gerätscht war – und zur Gelben Karte gegen Schalkes Weston McKennie, der später Axel Witsel umgrätschte: „Wenn ich das Foul von Marco Reus mit dem von Weston McKennie vergleiche, muss man schon eine sehr eigene Sicht haben, um das unterschiedlich zu bewerten“, meinte Watzke. „McKennie kommt halb von hinten, halb von der Seite, Marco kommt etwas mehr von hinten, der Spieler sieht aber, dass er kommt. Daraus kann man doch keinen Unterschied konstruieren.“

Die Mannschaft habe durch den ungerechten Elfmeter und später in Unterzahl den Rhythmus verloren. „Trotzdem bin ich überzeugt: Wäre die Rote Karte gegen Marco und das daraus resultierende 1:3 nicht so früh gekommen, hätten wir das Spiel gedreht“, ist der BVB-Boss überzeugt. „Dennoch Glückwunsch an Schalke 04. Und weiter geht's...“

Leserkommentare (22) Kommentar schreiben