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BVB-Sportdirektor Zorc bremst die Feierlaune in Dortmund

Bauten das Herbstmeister-Team: BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (l.) und Sportdirektor Michael Zorc.

Bauten das Herbstmeister-Team: BVB-Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke (l.) und Sportdirektor Michael Zorc.

Foto: imago

Dortmund.  Die Fans von Borussia Dortmund singen schon von der Deutschen Meisterschaft im Frühjahr 2019. Die Verantwortlichen interessiert der Titel wenig.

Mit einem Grinsen ging Michael Zorc in Richtung Ausgang: „Feiert nicht zu viel“, rief er in Richtung der wartenden Journalisten. Bloß nicht feiern – das hatten sich offenbar alle Beteiligten bei Borussia Dortmund auf die Fahnen geschrieben nach dem 2:1 (2:1)-Sieg gegen Werder Bremen. Dass der Vorsprung auf den Tabellenzweiten Borussia Mönchengladbach auf neun Punkte angewachsen war, dass damit schon nach dem 15. Spieltag die Herbstmeisterschaft anstand, dass der BVB also definitiv als Tabellenführer in die Rückrunde geht – all das interessierte Zorc nicht wirklich. „Wir haben noch zwei Spiele bis zur Winterpause“, sagte er. „Soll ich jetzt ein Fazit ziehen? Nö. Es ist gut, aber Dienstag geht es weiter.“

So beschränkten sich die Ausführungen des Sportdirektors auf das unterhaltsame Spiel zweier offensiv ausgerichteten Mannschaften, dass die 81.365 Zuschauer zuvor gesehen hatten. Der Sieg sei „insgesamt verdient“ gewesen, urteilte Zorc angesichts des Dortmunder Chancenplus. Aber: „Wir haben es versäumt, dass dritte Tor zu machen und deshalb wurde es hintenraus noch ein wenig eng.“

Bremen nämlich spielte über 90 Minuten munter nach vorne – ließ den Dortmundern dadurch aber auch große Räume zum Kontern. Nach einem dieser schnellen Angriffe kam Marco Reus im Strafraum gegen Davy Klaassen zu Fall (11.). „Klarer Elfmeter“, urteilte Zorc, doch Schiedsrichter Guido Winkmann und Video-Assistent Robert Hartmann sahen es anders.

BVB hatte die Führung dem Mann im Kölner Keller zu verdanken

Die Führung hatten die Dortmunder dann aber dem Mann im Kölner Keller zu verdanken: Raphael Guerreiro führte einen Freistoß blitzschnell aus, in der Mitte passte nur Paco Alcácer auf und köpfte freistehend ein (19.). Abseits, entschied Winkmann, wurde aber von Hartmann korrigiert. Werder verteidigte nun immer luftiger und schaffte kaum noch Entlastung. Der schwache Niklas Moisander schoss im Spielaufbau Möhwald ab, der Ball kam zu Reus. Der legte hinaus auf Jadon Sancho, lief dann in den Strafraum und schob nach präzisem Pass des Engländers freistehend ins Tor ein – das 2:0 nach 27 Minuten. Und gleich darauf eroberte Alcácer den Ball und bediente Sancho, der das Außennetz traf (28.).

Bremen schien auseinanderzufallen – und war plötzlich doch zurück im Spiel: Eine Flanke in den Strafraum konnte Lukasz Piszczek noch herausköpfen, doch Ludwig Augustinsson leitete blitzschnell weiter auf Max Kruse, der aus 20 Metern direkt in den Winkel schoss (35.). „Bremen kann dich immer in Schwierigkeiten bringen durch deren individuelle Qualität, beispielsweise durch Kruse“, meinte Zorc. „Der zeigt in solchen Spielen oft seine gute Seite zeigt, das hat er heute getan.“

Und weil Bremen immer wieder schnell nach vorne spielte, weil dazu Dortmund fahriger verteidigte als sonst und weil der BVB das dritte Tor nicht schoss, stand die Führung stets auf tönernen Füßen. Abdou Diallo etwa wehrte den Ball per Kopf viel zu kurz ab, Kruse schoss direkt – doch Bürki klärte mit den Fingerspitzen (47.). Danach wurde Bremen nicht mehr richtig gefährlich, auf der anderen Seite vergaben die Dortmunder gute bis sehr gute Chancen – und so blieb es beim 2:1.

BVB-Fans sangen von der Meisterschaft

Und die Fans? Die pfiffen auf das Feier-Verbot, sangen erst von der Dortmunder Meisterschaft und ließen dann Nuri Sahin hochleben. Der war im Sommer nach vielen Jahren in Schwarz-Gelb an die Weser gewechselt, nun stand er allein vor der Südtribüne und ließ sich von den BVB-Fans feiern. „Das war sehr emotional, sehr toll“, sagte er sichtlich bewegt. „Die Jungs wiederzusehen, das Stadion, die Fans - das war ein toller Moment.“

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