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BVB-Testspiele zeigen: In der Abwehr ist noch einiges zu tun

BVB-Trainer Lucien Favre.

BVB-Trainer Lucien Favre.

Dortmund.   Zum Abschluss des BVB-Trainingslagers wird klar: Die Mannschaft muss sich in einigen Bereichen noch deutlich verbessern. Eine Analyse.

Lucien Favre war milde im Ton und im Inhalt. „Es gab viele positive Sachen“, sagte der Trainer von Borussia Dortmund. Da war gerade das dritte und letzte BVB-Testspiel im Trainingslager in Marbella zu Ende gegangen – mit einer 0:2 (0:1)-Niederlage gegen Mainz 05. Am Mittag hatte es im ersten Testspiel des Tages gegen den niederländischen Erstligisten Feyenoord Rotterdam ein 4:2 (2:1) gegeben.

Für Favre waren die beiden Partien im Marbella Football Center noch einmal die Gelegenheit, allen seinen Spielern 90 Minuten Spielpraxis zu verschaffen – und wichtige Erkenntnisse für das Rückrunden-Auftaktspiel beim FC Augsburg am Samstag (15.30 Uhr/Sky) zu ziehen.

Die wichtigste Erkenntnis: Es ist noch einiges zu tun, auch wenn die Beine nach acht Tagen Trainingslager mit zwei Einheiten pro Tag natürlich schwer waren. „Wir müssen vor allem an der Abwehr arbeiten“, meinte Raphael Guerreiro, der zum Sieg gegen Feyenoord zwei Treffer beigetragen hatte. „Wenn wir Spiele gewinnen wollen, dürfen wir keine Tore kassieren.“

BVB kassiert zu viele Gegentore

Am Samstag aber kassierten sie gleich vier in zwei Spielen. Deutlich zu viele. Außerdem räumten die Dortmunder ihren Gegnern viele weitere blendende Gelegenheiten ein, meist begünstigt durch eklatante Schnitzer oder zumindest grobe Nachlässigkeiten in der Defensivarbeit. Das 0:1 gegen Mainz etwa fiel, weil Manuel Akanji eine harmlose Flanke vollkommen falsch einschätzte und ein gewaltiges Luftloch schlug. Nutznießer in seinem Rücken war Karim Onisiwo, der völlig frei vor dem Tor einschieben konnte.

Zweites Problem: die vielen Fehler im Spielaufbau. „Es waren ein paar unnötige Ballverluste, die zu Kontern führten“, monierte Favre. „Daraus hätten mehrfach Gegentore entstehen können. Das müssen wir unbedingt vermeiden, es ist manchmal lächerlich, wie wir die die Bälle verlieren.“

Gerade Mainz brachte den BVB ein ums andere Mal mit seinem Pressing in Bedrängnis – und wie schon in so manchem Spiel in der Hinrunde taten sich die Dortmunder schwer, sich daraus zu befreien. „Wir wollen immer sauber über den Torhüter aufbauen, aber manchmal verlieren wir dabei den Ball zu leicht“, erkannte auch Guerreiro.

Favre weiß, dass noch einiges zu tun ist, nachdem der BVB am Sonntag in die Heimat zurückfliegt – aber er konzentrierte sich lieber auf die positiven Aspekte dieses Samstags. Der 20 Millionen Euro teure Stürmer Erling Haaland etwa konnte nach überwundenen Kniebeschwerden gegen Mainz immerhin eine Halbzeit mitspielen. In Szene setzen aber konnte er sich kaum, zu selten fanden Zuspiele ihren Weg in den Strafraum. Am Ende standen eine knapp verpasste Hereingabe, ein Schuss aus spitzem Winkel neben das Tor und ein vertändelter Ball im Strafraum zu Buche.

„Erling hat ab dem 10. Dezember nicht trainiert und bei uns nur dreimal“, nahm Favre seinen neuen Mann in Schutz. „Das ist nicht viel. Er braucht noch ein wenig Zeit, das ist klar.“ Die wird auch Marco Reus noch brauchen: Der Kapitän spielte gegen Feyenoord 45 Minuten und damit deutlich länger, als ursprünglich geplant – aber der körperliche Rückstand war ihm deutlich anzumerken. Thorgan Hazard und Paco Alcácer hielten jeweils über eine Stunde durch und haben damit die besten Chancen, auch am Samstag gegen Augsburg aufzulaufen.

BVB-Trainer Lucien Favre zieht ein versöhnliches Fazit

Die Personalsituation also hat sich zum Ende der Zeit in Marbella deutlich entspannt, das war aus BVB-Sicht die beste Nachricht des Tages. Wohl auch deswegen zog Trainer Favre ein sehr versöhnliches Fazit: „Die Leistung war okay“, urteilte der Schweizer nach dem 0:2 gegen Mainz. „Sie war nicht top, aber sie war okay.“

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