Borussia Dortmund

BVB-Trainer Favre lobt geduldigen Auftritt in Bremen

Borussia Dortmunds Trainer Lucien Favre war mit dem Auftritt in Bremen zufrieden.

Borussia Dortmunds Trainer Lucien Favre war mit dem Auftritt in Bremen zufrieden.

Foto: firo

Bremen.  Nach einer zähen ersten Hälfte gewinnt der BVB verdient in Bremen. Die Bosse sind im Nachgang zufrieden. Bremens Lage bleibt dramatisch.

Die Laune war blendend im Bremer Weserstadion – zumindest bei jenen, die zur Delegation von Borussia Dortmund gehörten. Jadon Sancho schnappte sich kurzerhand das Mikrofon vom Klub-TV und lieferte ebenso grinsend wie ungefragt eine Analyse ab. Dan-Axel Zagadou stapfte lautstark grölend die Stufen zur Kabine hinauf. Und Emre Can lief ganz dicht hinter Axel Witsel her, der gerade zu den Journalisten sprach, und sang ihm ein lautes „Lalala“ ins Ohr.

Es war ein scharfer Kontrast zu den Ereignissen, die sich zweieinhalb Wochen zuvor am gleichen Ort abgespielt hatten, als der BVB das Pokal-Achtelfinale bei Werder Bremen 2:3 verloren hatte. Nun, in der Bundesliga, stand am Ende ein verdienter 2:0 (0:0)-Sieg – obwohl die Gäste eine Halbzeit lang ziemliche Mühe hatten.

„Wir sind schwer reingekommen, schwer in die Gänge gekommen“, meinte BVB-Sportdirektor Michael Zorc. „Das ist manchmal normal nach einem Europapokalspiel. In der zweiten Halbzeit haben wir es deutlich besser gemacht, häufiger die Lösung gefunden, den freien Mann gefunden.“

Borussia Dortmund war das CL-Spiel gegen Paris anzumerken

Vor dem Pausenpfiff waren beide Torhüter so gut wie beschäftigungslos geblieben. Dortmund war mit der gleichen Startelf wie beim 2:1-Sieg gegen Paris Saint-Germain angetreten – und man merkte den Spielern die Nachwehen dieses strapaziösen Auftritts durchaus an. In den ersten Minuten fehlte dem BVB komplett die Spannung, spielte nur Werder. Nach und nach kamen die Schwarz-Gelben zwar etwas besser in die Partie und auch zu mehr Spielanteilen. Allerdings fehlte im Spielaufbau die so oft von Favre geforderte Geduld. Immer wieder wurden lange Bälle nach vorne geschlagen, wurden Pässe in Zonen gespielt, in der sehr wenige Dortmunder sehr vielen Bremern gegenüber standen. Die unnötig riskanten Aktionen führten zu vielen Ballverlusten und wenig Raumgewinn.

„Sie haben mehr gepresst als wir, sie hatten mehr den Ball“, haderte Witsel, während BVB-Trainer Lucien Favre von einem „sehr schweren Spiel“ sprach. „Bremen hat vor allem in der ersten Halbzeit sehr gut gepresst, sehr aggressiv und clever“, analysierte er. „Wir hatten kaum Kombinationen. Wir mussten die Ruhe bewahren und die Nerven behalten – das haben wir gut gemacht.“

Beide Mannschaften geizen zunächst mit Torgefahr

Torgefahr allerdings gab es auf beiden Seiten nicht wirklich. Emre Can schoss einmal aus 20 Metern deutlich zu hoch (8.), Ömer Toprak lenkte einen Bremer Freistoß knapp neben das Tor (34.), Raphael Guerreiros Freistoß von der Seite rutschte durch zum Tor und wurde von Jiri Pavlenka abgewehrt (43.) und BVB-Torhüter Roman Bürki musste einmal vor dem heranstürmenden Milot Rashica retten (45.).

In die zweite Halbzeit starteten die Dortmunder etwas schwungvoller: Zunächst sorgte ein abgefälschter Fernschuss von Guerreiro für etwas Gefahr (50.), dann wurde Erling Haalands erster Schuss noch eben zur Ecke gelenkt (52.) – und plötzlich lag der Ball im Bremer Tor: Sancho hatte die Ecke geschlagen, Zagadou sich wuchtig durchgesetzt und mit dem linken Fuß abgeschlossen (52.). Es war bereits das 16. Bremer Standard-Gegentor der laufenden Saison.

BVB-Stürmer Erling Haaland erzielt sein neuntes Saisontor

„Nach der Pause haben wir das Spiel kontrolliert, haben so gespielt, wie wir es uns vorstellen“, lobte Witsel. „Wir haben ein schnelles Tor erzielt und dann war es leicht. Bremen musste Druck machen und hat uns mehr Räume gelassen.“ Und die wussten die Dortmunder zu nutzen: Haaland blieb zunächst nach feiner Vorarbeit von Raphael Guerreiro noch an Pavlenka hängen (54.), bis zum inzwischen obligatorischen Treffer des Norwegers sollte es aber nicht mehr lange dauern: Sancho schickte Achraf Hakimi auf der rechten Seite, der legte den Ball zurück in den Strafraum, wo sich Haaland klug freigelaufen hatte und sicher vollendete (66.).

Das Spiel war entschieden, die demoralisierten Bremer hatten nichts mehr zuzusetzen. Durch den Sieg hält der BVB sich mit vier Punkten Rückstand auf Schlagdistanz zu Tabellenführer FC Bayern München – Werder Bremen dagegen hat auf Rang 17 inzwischen drei Punkte Rückstand auf den Relegationsrang. „Ich bin mir bewusst, dass die Situation sehr dramatisch ist“, sagte der vom erneuten Rückschlag sichtlich gezeichnete Werder-Trainer Florian Kohfeldt.

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