BVB-Analyse

Drama, Ekstase, Einbrüche: So verspielte der BVB den Titel

Sieg trotz dreier Gegentore an Spieltag sieben gegen Augsburg: Dortmunds Paco Alcacer (Mitte) jubelt mit Lukasz Piszczek (v.l.n.r.), Axel Witsel, Abdou Diallo und Jadon Sancho über seinen Treffer zum 4:3 in der Nachspielzeit.

Sieg trotz dreier Gegentore an Spieltag sieben gegen Augsburg: Dortmunds Paco Alcacer (Mitte) jubelt mit Lukasz Piszczek (v.l.n.r.), Axel Witsel, Abdou Diallo und Jadon Sancho über seinen Treffer zum 4:3 in der Nachspielzeit.

Foto: Bernd Thissen/dpa

Mönchengladbach.  Borussia Dortmund hat 76 Punkte geholt. Doch das war für den Titel nicht genug. Wir blicken auf die dramatischen Spiele in dieser Saison.

Diese BVB-Saison war keine normale. Sie war eine dramatische. Ein Auf und Ab. Vor und Zurück. Grandiose Spiele. Bedenkliche Auftritte. Extreme Einbrüche.

Wir blicken noch einmal auf die wichtigsten Partien dieser denkwürdigen Spielzeit von Borussia Dortmund.

1. Spieltag, 26. August 2018, Heimspiel, 4:1-Erfolg über RB Leipzig:

Der BVB startete in eine Saison, in der vieles besser werden sollte als in der vergangenen, in der viele neue Gesichter mitwirkten. Neuer Trainer: Lucien Favre. Neue Spieler: etwa Axel Witsel. Doch schon in der ersten Minute kassierte der BVB einen Gegentreffer. Erinnerungen wurden wach an die Rumpel-Spielzeit zuvor. Aber die Borussia drehte die Partie, gewann noch mit 4:1. Schon da zeigte sich: Langeweile kann diese Mannschaft nicht.

7. Spieltag, 6. Oktober 2018, Heimspiel, 4:3-Erfolg über den FC Augsburg:

Nein, Langeweile kann diese Mannschaft wirklich nicht. Und Verlieren scheinbar auch nicht. Jedenfalls dachten das viele nach diesem verrückten BVB-Erfolg. Die Dortmunder kassierten drei Gegentore, kamen trotzdem immer wieder zurück. Und dann war da ja noch Neuzugang Paco Alcácer. Der traf in der 96. Minute per Freistoß zum 4:3. Das Stadion wackelte. Ekstase. Die Schwarz-Gelben begeisterten wieder.

11. Spieltag, 10. November 2018, Heimspiel, 3:2-Erfolg über Bayern München:

Noch ein verrücktes Spiel, noch so eine BVB-Auferstehung. Und das gegen den FC Bayern. Der Rekordmeister kam angeschlagen ins Revier, zeigte trotzdem seine bis dahin beste Saisonleistung – aber die Dortmunder waren einfach zu stark. Angeführt vom überragenden Kapitän Marco Reus führten sie den Münchenern all ihre Schwächen vor. Einige dachten da schon, dass Borussia Dortmund derzeit die stärkste deutsche Elf sei. Na ja, das Rückspiel sollte noch folgen.

14. Spieltag, 8. Dezember 2018, Auswärtsspiel, 2:1-Erfolg über Schalke:

Auch das Derby sollten die Dortmunder gewinnen, obwohl sie sich diesmal gar nicht so stark präsentierten. Trotzdem reichte eine Einzelleistung von Jadon Sancho, um mal wieder in Gelsenkirchen zu jubeln. Der Vorsprung auf die Bayern? Neun Punkte.

16. Spieltag, 18. Dezember 2018, Auswärtsspiel, 1:2-Niederlage gegen Fortuna Düsseldorf:

Ausgerechnet beim Aufsteiger aus Düsseldorf verlor der BVB zum ersten Mal in dieser Saison. Die Schwarz-Gelben kamen nicht zurecht mit den diszipliniert verteidigenden Düsseldorfern, es fehlte an Inspiration. Ein Problem, das sich noch durch die Spielzeit ziehen sollte. Zunächst war diese erste Pleite aber nur eine kleine Delle in einer ansonsten grandiosen Hinrunde.

21. Spieltag, 9. Februar 2019, Heimspiel, 3:3 gegen die TSG Hoffenheim:

Es lässt sich empirisch natürlich nicht nachweisen, wann genau das große Zittern beim BVB begann. Aber das Unentschieden gegen Hoffenheim sorgte wohl für den ersten großen Selbstbewusstseins-Einbruch. 3:0 hatte die Borussia geführt, das 4:0 war möglich. Dann fiel der Anschlusstreffer und plötzlich wackelten die BVB-Beine. Die TSG holte sensationell auf. Die Dortmunder verloren zwei Punkte – aber wohl auch ihr Selbstverständnis.

28. Spieltag, 6. April 2019, Auswärtsspiel, 0:5-Niederlage gegen den FC Bayern:

Fassungslos, anders konnte man dieses BVB-Drama eigentlich nicht verfolgen. Die Elf von Trainer Favre hatte sich so viel vorgenommen und enttäuschte so dermaßen, wie es niemand für möglich gehalten hätte. Schon zur Halbzeit war die Partie entschieden, die Bayern führten den Revierklub vor. Der Vorsprung auf den FC Bayern? Verbraucht. Mittlerweile hatte die Borussia einen Punkt Rückstand auf die Münchener.

31. Spieltag, 27. April 2019, Heimspiel, 2:4-Niederlage gegen Schalke:

Trotzdem blieb der Titel möglich, dementsprechend zuversichtlich ging der BVB auch ins Derby. Zumal die Schalker selbst kurz davor standen, ernsthaft in den Abstiegskampf zu taumeln. Stattdessen taumelten die Dortmunder in diesem Derby, kassierten mal wieder ein Gegentor nach einer Standardsituation und auch noch zwei Rote Karten (Reus und Wolf). Wahnsinn!

33. Spieltag, 11. Mai 2019, Heimspiel, 3:2-Sieg gegen Fortuna Düsseldorf:

Ein Spiel wie die ganze Saison. Ein Auf und Ab. Ein Drama. Der BVB führte, kassierte den Ausgleich. Führte wieder. Sogar mit 3:1. Trotzdem war Favres Elf gegen nur noch zehn Düsseldorfer kurz davor, diesen Vorsprung in den Schlussminuten zu verspielen. Dann hätte der FC Bayern in Leipzig bereits die Weißbierkrüge gefüllt. So aber wurde die Entscheidung auf den letzten Spieltag vertagt. Und das hatte die Bundesliga schon lange nicht mehr erlebt.

34. Spieltag, 18. Mai 2019, Auswärtsspiel, 2:0-Sieg gegen Borussia Mönchengladbach:

Tja. Der Erfolg brachte nichts mehr, weil der FC Bayern Frankfurt mit 5:1 zerlegte. Der Rückstand auf den Rekordmeister? Zwei Punkte. Die Dortmunder erklärten anschließend, dass sie es in der kommenden Saison natürlich wieder versuchen wollen, also das mit der Meisterschaft. Vielleicht dann aber etwas weniger dramatisch.

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