Kommentar

Götze verlässt den BVB als uneingelöstes Versprechen

Bald nicht mehr BVB-Profi: Mario Götze.

Bald nicht mehr BVB-Profi: Mario Götze.

Foto: firo

Wolfsburg.  Mario Götze wird Borussia Dortmund im Sommer verlassen. Das ist eine folgerichtige Entscheidung – für beide Seiten. Ein Kommentar.

Überrascht war niemand mehr, als Borussia Dortmunds Sportdirektor Michael Zorc vor dem 2:0-Sieg beim VfL Wolfsburg offiziell machte, was sich seit Monaten abgezeichnet hatte: Der BVB und Mario Götze werden ab Sommer getrennte Wege gehen, der im Sommer auslaufende Vertrag wird nicht verlängert. Es ist eine folgerichtige Entscheidung, aus Sicht des Klubs ebenso wie aus der Sicht des Spielers. Und es ist der Schlussstrich unter vier Spielzeiten, die sich beide Seiten ganz anders vorgestellt haben.

Als das Eigengewächs 2016 von den Bayern zurückkehrte, waren die Hoffnungen groß. Der Weltmeister-Torschütze sollte einen Kader veredeln, der gerade mit 78 Punkten die zweitbeste Ausbeute der Klubgeschichte geholt, die Meisterschaft aber verpasst hatte. Und Götze hoffte, wieder jenes uneingeschränkte Vertrauen zu spüren, dass er in München vermisste.

Allerdings musste er wie schon beim Wechsel nach München feststellen, dass sein neuer Trainer nicht unbedingt sehnsüchtig auf ihn gewartet hatte. Hinzu kam eine Stoffwechselerkrankung, die ihn ein halbes Jahr außer Gefecht setzte.

Nach der BVB-Rückkehr nie mehr Leistungsträger

Und so wurde das wohl größte fußballerische Versprechen, das Dortmund je gesehen hat, nie nachhaltig eingelöst. Denn erst verließ der Hoffnungsträger den Klub viel zu früh in Richtung München. Und nach der Rückkehr wurde er nie mehr zum Leistungsträger, egal unter welchem Trainer. In der gesamten Rückrunde kamen bislang nur 20 Spielminuten zusammen.

Das ist wenig, viel zu wenig für einen, der im Jahr ein hohes einstelliges Millionengehalt verdient. Einen derart teuren Ergänzungsspieler wollte sich der BVB nicht länger leisten. Zumal der Wirbel um Götze in seiner zweiten Dortmunder Schaffensphase ja stets größer war, als es dem sportlichen Stellenwert entsprach.

Damit ist es nun vorbei, und das ist gut so. Gut aus Sicht des BVB, der sich Spielraum schafft, den Kader sinnvoll zu ergänzen. Und gut aus Götzes Sicht, der auf einen unbeschwerten Neuanfang hoffen darf. Er sollte sie nutzen. Sonst wird er, aller Titel zum Trotz, als Gescheiterter gelten.

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