Bundesliga

So tickt der Spieler, den Schalke und der BVB jagen

Thomas Delaney.

Foto: firo

Thomas Delaney. Foto: firo

Dortmund/Gelsenkirchen.   Der Bremer Thomas Delaney weckt das Interesse von Dortmund und Schalke. Er gilt als Sportsmann, Mentalitätsspieler – und seine Laufleistung beeindruckt.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >

Das erste Malheur passierte ihm recht bald nach seiner Ankunft. Die Kleidung, die er am Spieltag brauchen würde, hatte er mit nach Hause genommen. Um sie selbst zu waschen. Also: so richtig selbst. Thomas Delaney kannte es nicht anders aus seiner langen Zeit, in der er für den dänischen Spitzenklub FC Kopenhagen spielte. Aber, hey, das hier ist die Bundesliga.

Der Zeugwart von Werder Bremen wies den Fußball-Profi zurecht, dass derlei Tätigkeiten nicht von den Berufssportlern ausgeübt werden und seit jenen Tagen im Januar 2017 kam es nicht mehr vor. Denn Thomas Delaney ist kein Typ, der oft Fehler macht. Auch nicht auf dem Feld.

BVB und Schalke aufgepasst: Thomas Delaneys Vertrag läuft bis 2021

Unter anderem das macht ihn zu einem begehrten Spieler. Der Vertrag des 26 Jahre alten Mittelfeldspielers läuft bis 2021. Aber der Abschied des Dänen mit US-amerikanischen Wurzeln gilt als wahrscheinlich. Möglichkeiten hat er genug. Verschiedene Klubs aus der englischen Premier League buhlen offenbar um ihn. Und auch die beiden großen Revier-Rivalen Borussia Dortmund und der FC Schalke haben ihn im Visier. Ein Schnäppchen war er, als er aus Kopenhagen kam. Zwei Millionen Euro kostete er. Nun sollen angeblich 15 bis 20 Millionen Euro fällig werden.

Aber wer ist dieser Typ eigentlich, der sowohl das Interesse des BVB als auch von S04 weckt?

Ein guter. Also: ein guter Typ. Positiv, anpackend. Als er nach Bremen wechselte und der Klub mal wieder in beachtlicher sportlicher Not steckte, da riss er die Kollegen mit, entfachte neue Lust, führte Werder wieder in ruhigere Gefilde. Die abgelaufene Saison war durchaus wechselhaft. Ausdruck dessen: die Statistik. Nur zwei Spieler (Bremens Maximilian Eggestein mit 383 und Gladbachs Thorgan Hazard mit 382) liefen mehr Kilometer als er in diesem Spieljahr (377), nur der Augsburger Caiuby (501) gewann mehr Zweikämpfe als Delaney (432). Allerdings auch: Niemand ligaweit foulte häufiger als er (79).

Was das heißt? Delaney kann nicht alles, aber er gibt alles. Er ist der Typ Spieler, den sich vor allem der BVB so dringend wünscht. „Wir werden das Augenmerk wieder verstärkt auf Werte wie Disziplin, Teamgedanke, Gemeinschaftsgefühl legen“, skizzierte Sportdirektor Michael Zorc jüngst das Profil für Neuzugänge. Delaney ist kein Stratege im klassischen Sinne, keiner, der mit seinen Pässen Staunen auslöst oder mit seiner Geschwindigkeit den Atem raubt. Aber er ist ein Profi, der anführt, der keinen Weg scheut, der sich für nichts zu schade ist. Einer, dessen Zuversicht unerschütterlich ist. Ein Sportsmann. Kriegt er auf die Knochen, steht er einfach wieder auf. Dafür geht er selbst auch mal gern dazwischen.

Zum BVB könnte Thomas Delaney passen

Fans lieben das. Als er sein letztes Spiel für seinen Heimatklub FC Kopenhagen bestritt, feierte ihn das Stadion inbrünstig, und alle sangen seinen Namen auf die Melodie von „I love you, Baby“. Auch in Bremen zählte sein Trikot zu den am meisten verkauften.

Zum BVB könnte er passen. Dort hält man sich bekanntermaßen bedeckt in Transferfragen. „Nicht jeder Spieler, der derzeit und in Zukunft bei uns gehandelt wird“, sagt Zorc, ohne etwas zu sagen, „wird nächste Saison bei uns im Kader stehen.“ Aber vielleicht ja dieser. Oder kommt Schwarz-Gelb der königsblaue Nachbar doch noch in die Quere?

Dort sucht man nach den Abgängen von Max Meyer (Ziel noch unbekannt) und Leon Goretzka (Bayern München) nach Verstärkung für das Mittelfeld. Gefahndet wurde nach einem erfahrenen Mann und einem mit Perspektive. Zu der ersten Kategorie gehört Suat Serdar, dessen Verpflichtung beschlossen ist. Fehlt also noch der, bei dem man weiß, was man kriegt. Delaney? Vielleicht.

Problem: Der kolportierte Preis könnte abschrecken. Manager Christian Heidel hat gerade erst ausgerufen, sehr sorgsam mit den soeben verdienten Champions-League-Millionen umzugehen.

Inhalt 
ARTIKEL AUF EINER SEITE LESEN >
Auch interessant
Leserkommentare (2) Kommentar schreiben
    Aus der Rubrik