Kommentar

Natürlich hat im Endspurt auch Borussia Dortmund Druck

Einmal durchpusten: Thomas Delaney (2.v.l.) und der BVB stehen weiterhin unter Druck.

Einmal durchpusten: Thomas Delaney (2.v.l.) und der BVB stehen weiterhin unter Druck.

Foto: firo

Dortmund.  Die BVB-Bosse sehen vor dem letzten Spieltag die Last bei Bayern München, aber auch die Borussia muss gewinnen wollen. Ein Kommentar.

Es passt zu dieser verrückten Saison, dass am letzten Spieltag noch einmal ein paar verrückte Volten verzogen wurden. Und wieder einmal tat sich Borussia Dortmund hervor und präsentierte gegen Fortuna Düsseldorf noch einmal eine feine Zusammenstellung jener Kuriositäten und Skurrilitäten, die in dieser Saison schon zu sehen waren: Ein holpriger Start. Ein verdienter Führungstreffer. Ein eklatanter Torwartpatzer. Die erneute Führung. Glück beim verschossenen Elfmeter. Die vermeintliche Entscheidung durch das 3:1 in der Nachspielzeit. Ein später Gegentreffer – und dann ein großes Zittern, als man das Spiel und damit die Meisterschaft gegen durch einen Platzverweis dezimierte Fortunen fast noch aus der Hand gegeben hätte.

Titel-Entscheidung am letzten Spieltag

Jetzt aber fällt die Entscheidung erst am letzten Spieltag, erstmals seit neun Jahren. Es ist genau die Spannung, die wir uns alle gewünscht haben. Und es ist die Stunde der Hobby-Psychologen: In Dortmund beeilten sich Sportdirektor Michael Zorc und Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke zu versichern, dass man ja gar keinen Druck habe, dass der viel mehr bei Spitzenreiter Bayern München liege.

Das kann man so sehen, muss man aber nicht. Natürlich hat auch der BVB Druck: Er muss ja das letzte Spiel bei Borussia Mönchengladbach erst einmal gewinnen, um die Chance auf die Meisterschaft zu wahren. Denn wer so nah dran ist am Titel, ist mit dem zweiten Platz nicht mehr zufrieden – auch wenn er ihn vor der Saison gerne genommen hätte. Mit dem Sieg gegen Düsseldorf haben die Dortmunder einerseits eine gewisse Druckresistenz bewiesen, mit ihrem Zittern in den Schlussminuten aber gleichzeitig gezeigt, dass sie weit entfernt sind von totaler Souveränität. Das allerdings ist Tabellenführer Bayern auch – und deswegen wäre es gar nicht mehr so verwunderlich, wenn diese Saison am letzten Spieltag noch einmal eine richtig verrückte Wendung nähme.

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