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Personalnot in der Abwehr bereitet dem BVB Sorgen

BVB-Trainer Lucien Favre

BVB-Trainer Lucien Favre

Foto: dpa

Marbella.  Gleich drei Innenverteidiger fehlen Borussia Dortmund derzeit. Das erschwert auch die taktische Arbeit im Trainingslager in Marbella.

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Für einen Moment blickte Lucien Favre sehr besorgt auf den Platz im Marbella Football Center. Ömer Toprak war im Testspiel gegen Fortuna Düsseldorf (3:2) mit einem Schmerzensschrei zu Boden gegangen, blieb liegen und hielt sich den Knöchel. Und das war ein Anblick, den der Trainer Lucien Favre nun wirklich nicht gebrauchen konnte. Denn Toprak ist der letzte gesunde Innenverteidiger in seinem Kader, in Abdou Diallo, Manuel Akanji und Dan-Axel Zagadou fallen derzeit gleich drei Abwehrspieler aus. Doch Toprak konnte nach kurzer Behandlungspause weitermachen.

„Ja, natürlich“, antwortete Favre dennoch auf die Frage, ob ihm die Situation in der Abwehr Sorgen bereite. „Aber das war ja schon im letzten Spiel gegen Gladbach der Fall, da waren Akanji, Diallo und Zagadou nicht dabei. Und es fehlen auch noch andere, im Mittelfeld und im Sturm.“ Aber im Abwehrzentrum kommen die Ausfälle eben geballt – und haben auch einen Plan des Trainers erschwert: Favre wollte in der Winterpause mit seiner Mannschaft Alternativen zum 4-2-3-1-System erarbeiten, wollte auch die Dreierkette einstudieren. Ohne Innenverteidiger musste er den Plan vorerst verwerfen. „Aber das ist kein Problem“, sagt er dennoch – denn Plan A funktionierte ja meist gut und immerhin zwei Innenverteidiger werden nicht mehr allzu lange fehlen. „Diallo wird bald zurückkehren, Zagadou hat heute wieder ein wenig trainiert“, erklärte Favre. „Bei Akanji ist es zu früh, darüber zu sprechen.“

BVB-Trainer Favre testete Pieper und Weigl in der Abwehr

Noch immer ist nicht genau geklärt woher die Hüftprobleme des Schweizers rühren, die ihn in dieser Saison schon zum wiederholten Mal plagen. Akanji wartet auf Untersuchungen bei diversen Spezialisten – denn auch diese machen über die Weihnachtszeit gerne Urlaub. Noch also weiß der BVB nicht, wie lange er auf seinen Abwehrchef verzichten muss.

Gegen Düsseldorf testete er eine Innenverteidigung mit U23-Spieler Amos Pieper und Mittelfeldspieler Julian Weigl, der schon beim 2:1-Sieg gegen Borussia Möchengladbach einen sehr ordentlichen Auftritt hingelegt hatte. „Julian kann das machen, natürlich“, sagte Favre. „Aber er spielt lieber im Mittelfeld.“

Doch derzeit ist eben Improvisieren angesagt, insgesamt fehlten gegen Düsseldorf acht Spieler – auch Kapitän Marco Reus hatte sich mit erkrankt abgemeldet. „Ein Bauchproblem, es ist nicht schlimm“, erklärte Favre. „Ich hoffe, er ist so schnell wie möglich wieder da.“

BVB-Verteidiger Schmelzer: "Es ist natürlich suboptimal"

Das wünscht sich auch Linksverteidiger Marcel Schmelzer: „Es ist natürlich suboptimal, dass vor allem drei Innenverteidiger ausfallen und dass sechs, sieben Spieler immer nur abseits der Mannschaft trainieren“, sagte er. "Wir würden gerne alle zusammen trainieren, weil man damit einfach stärker ist.“ Aber damit müsse man im Fußball eben leben. „Jule hat es ja auch im letzten Spiel gut gemacht“, meinte Schmelzer. „Wir müssen daran arbeiten, eine Mannschaft auf den Platz zu bringen, die es schafft, Leipzig zu schlagen.“

Bis zum 19. Januar ist Zeit dafür.

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