Kommentar

Warum die Situation beim BVB besser ist als vor einem Jahr

Schoss drei Tore für Borussia Dortmund gegen Augsburg: Paco Alcacer.

Schoss drei Tore für Borussia Dortmund gegen Augsburg: Paco Alcacer.

Foto: firo

Essen.  Borussia Dortmund ist ein Titelkandidat. Doch der FC Bayern wird einen Absturz ins Mittelmaß nicht tatenlos akzeptieren. Ein Kommentar.

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Liebe Dortmunder, wehrt euch nicht: Wer so viel Moral zeigt und einen Trainer hat, der ständig Tore einwechselt, ist Titelkandidat. Punkt. Tiefstapeln hilft nicht.

Wie gerne würde man diesen Satz immer und immer wieder vorbeten, wenn die BVB-Verantwortlichen und vorneweg ihr Trainer Lucien Favre in den nächsten Tagen mantrahaft die Relativitätstheorie neu verfassen und der Bundesliga-Tabellenführung mit drei Punkten Vorsprung partout keine große Bedeutung beimessen wollen. So schön das Glücksgefühl aktuell ist: Leider haben sie Recht.

Vor einem Jahr hatte der BVB zwei Punkte mehr als heute

Wir erinnern uns: Vor einem Jahr verbuchte Borussia Dortmund sogar zwei Punkte mehr als heute und lag fünf vor den Bayern. Am Saisonende war der Katzenjammer groß. Bayern wurde zum sechsten Mal in Folge Meister – mit 29 Punkten vorm BVB.

Man sollte nicht annehmen, dass Uli Hoeneß und Kalle Rummenigge den Absturz ins Mittelmaß der Liga tatenlos akzeptieren. Denn die zwei reagieren tollwütig, wenn ihnen der angestammte Platz an der Sonne streitig gemacht wird. Voriges Jahr holten sie Jupp Heynckes aus der Rente, um den glücklosen Trainer Carlo Ancelotti zu ersetzen. Nun muss Niko Kovac um seinen Job bangen: 0:3 gegen Gladbach und vier Spiele ohne Sieg – da versteht die Bayern-Führung keinen Spaß. Das Imperium schlägt zurück; so viel ist schon jetzt sicher.

Und der BVB wird nicht jedesmal einen Rückstand wie in Leverkusen (4:2 nach 0:2) und jetzt gegen den FC Augsburg (4:3 nach 0:1 und 1:2) in der zweiten Halbzeit aufholen können. Jede Aufholjagd kostet Kraft und Konzentration. Was man aber sagen kann: Die Situation beim BVB ist heute grundlegend besser als vor einem Jahr nach dem 7. Spieltag.

Erstens: Da steht eine Mannschaft auf dem Platz. Zweitens: Der Trainer zeigt Fortune bei Einwechslungen. Drittens: Die Reservebank bietet beste Alternativen. Viertens: Favre hat, anders als Peter Bosz damals, einen Plan B und außerdem einen Stürmer Alcacer, der sofort trifft. Wenn also Platz 1 relativiert wird, dann locker nicken. Das wird schon.

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