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Warum Sidney Sam plötzlich bei der U19 des BVB trainiert

Sidney Sam trainiert jetzt im schwarz-gelben Outfit. Bei der U19 des BVB.

Sidney Sam trainiert jetzt im schwarz-gelben Outfit. Bei der U19 des BVB.

Dortmund.  Der ehemalige deutsche Nationalspieler Sidney Sam befindet sich auf Vereinssuche. Darum trägt er aktuell die Farben des BVB - beim U19-Training.

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Über seinen eigenen Nachbarn zur U19 von Borussia Dortmund - genau diesen Schritt hat Sidney Sam gerade erlebt. Der 31-jährige Flügelstürmer, der zuletzt beim Zweitligisten VfL Bochum unter Vertrag stand, befindet sich auf Vereinssuche und hält sich deswegen bei der U19 des BVB fit. Der Grund: Michael Skibbe, Dortmunds A-Jugend-Trainer, kennt Sam nicht nur von der gemeinsamen Zeit bei der deutschen U18-Nationalmannschaft, beide wohnen in Düsseldorf auch Tür an Tür.

„Das hat sich alles aus einem Gespräch mit Michael Skibbe so ergeben. Für mich ergibt das auch mehr Sinn, bevor ich mich weiter alleine fit halte“, erklärt Sam im Gespräch mit dieser Redaktion den ungewöhnlichen Schritt: „Es ist natürlich schon ein enormer Unterschied, aber trotzdem gibt es gewisse Abläufe, die mir in der aktuellen Phase guttun.“ Denn der ehemalige deutsche A-Nationalspieler steht aktuell bei keinem Verein unter Vertrag. Erst kürzlich platzte ein Engagement beim belgischen Spitzenklub RSC Anderlecht.

Darum klappte es für Sam bei Anderlecht nicht - und bei Bochum nicht mehr

Dabei war der Deal laut Sam eigentlich schon kurz vor dem Abschluss: „Ich habe Vincent Kompany als Trainer sportlich absolut überzeugt. Er war absolut angetan von meinen Qualitäten, ich durfte endlich wieder auf der rechten Außenbahn spielen und denke auch, dass ich es in den Testspielen und der Vorbereitung gut gemacht habe.“ Kompany habe ihn nach dem fünfwöchigen Probetraining unter Vertrag nehmen wollen, doch zu einem Abschluss ist es letztlich nicht gekommen: „Wir waren sehr enttäuscht, meine Gehaltsforderungen waren eigentlich nicht zu hoch. Aber in einem Verein haben nicht nur der Trainer und der Sportdirektor ein Mitspracherecht. Am Ende weiß ich nicht genau, warum es nicht geklappt hat.“

Zuletzt lief der 122-fache Bundesligaspieler in der zweiten Liga für den VfL Bochum auf. Die Trennung nach zwei Jahren sei einvernehmlich gewesen. Sam: „Ich war einfach auch an einem Punkt, wo ich wieder höher spielen wollte. Der Fußball in der zweiten Liga ist anders.“ Seine generelle Zeit beim VfL bilanziert der gebürtige Kieler mit gemischten Gefühlen: „Ich bin körperlich wieder auf einem absoluten Top-Niveau, das war nach der schwierigen Zeit auf Schalke auch wichtig. Sportlich lief es natürlich für mich nicht optimal. Gerade am Anfang hatte der Verein intern enorme Probleme, da ist die Mannschaft fast weggebrochen, da konnte sich niemand wirklich empfehlen.“ Dennoch drücke er dem VfL für die Zukunft die Daumen und hofft, dass der Verein nicht noch einmal in so eine kritische Phase gerät.

Sam hat Anfragen aus Spanien und den Niederlanden

Ein baldiges Ende seiner persönlichen Situation soll auch gefunden werden: „Es gibt einige Anfragen, mein Handy klingelt sehr oft, mir schreiben viele Berater. Ich möchte aber einfach auch noch einmal das Richtige und nicht irgendetwas machen.“ Daher habe er auch zwei Angebote aus der Türkei und Saudi-Arabien ausgeschlagen. Sam will noch einmal auf höchstem Niveau spielen.

Aus den Niederlanden seien Erstligisten interessiert, auch ein Verein aus dem spanischen Oberhaus habe sich nach Sam erkundigt: „Das wäre schon gut, wenn das klappen würde, das würde passen.“ Kontakte nach Deutschland gebe es derzeit - außer aus der zweiten Liga - dagegen nicht. Es ist also durchaus wahrscheinlich, dass Michael Skibbe und Sidney Sam bald keine Nachbarn mehr sind. Bis dahin können sie die gemeinsame Zeit im Training der U19 von Borussia Dortmund genießen.

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