Borussia Dortmund

Warum Zagadou aus der BVB-Abwehr nicht mehr wegzudenken ist

Dan-Axel Zagadou traf in Bremen zur 1:0-Führung für Borussia Dortmund.

Dan-Axel Zagadou traf in Bremen zur 1:0-Führung für Borussia Dortmund.

Foto: firo

Bremen.  Beim 2:0-Sieg des BVB in Bremen trifft Dan-Axel Zagadou zur Führung. Nicht nur deswegen bringt er seine Vorgesetzten zum Schwärmen.

Es war eine nicht besonders große, aber sehr lautstarke Gruppe junger Menschen, die sich durch die Katakomben des Bremer Weserstadions bewegte, und mittendrin war Dan-Axel Zagadou. Der 20-jährige Franzose fällt ja immer auf, allein schon wegen seiner imposanten Körpergröße von 1,96 Metern. Und auch wegen seines stets etwas ungelenk wirkenden Laufstils, bei dem man nie auf die Idee käme, dass man hier einen Profisportler vor sich hat.

Doch auf dem Rasen hatte Zagadou wieder einmal den Nachweis geliefert, dass er das ist – und ein ziemlich guter noch dazu. Beim 2:0 (0:0)-Sieg bei Werder Bremen hatte er nicht nur in der defensiven Dreierkette dazu beigetragen, dass hinten die Null stand, er hatte nicht nur mit gewohnt präzisen Pässen den BVB-Spielaufbau angekurbelt – er hatte vorne auch den Führungstreffer erzielt, der dem BVB den Nachmittag deutlich erleichterte. Bei einem Eckball setzte er sich mit der ganzen Wucht seiner 90 Kilo durch gegen Davie Selke und bugsierte den Ball mit seinem linken Fuß ins Tor (52.).

BVB-Sportdirektor Michael Zorc schwärmt über Zagadou

„Zaga hat eine hervorragende Entwicklung genommen“, schwärmte BVB-Sportdirektor Michael Zorc nach dem Abpfiff. „Er ist defensiv im Zweikampf sehr stark, wenn er nicht wegrutscht.“ Es war eine Anspielung auf das Hinspiel im Achtelfinale der Champions League gegen Paris Saint-Germain am Dienstag. Zagadou hatte beim 2:1-Sieg abermals einen starken Auftritt hingelegt – vor dem Gegentor allerdings war er weggerutscht und hatte so den Weg bereitet.

Derartige Patzer aber sind in dieser Spielzeit die Ausnahme. In der vergangenen Saison hatte er sich noch deutlich zu viele davon erlaubt. Beim 0:5 in München etwa legte er Robert Lewandowski das zweite Gegentor auf, zur Halbzeit musste er nach einem eklatant wackligen Auftritt draußen bleiben. Auch beim 1:2 in Augsburg verschuldete er ein Gegentor, als er an der Außenlinie über den Ball trat.

Solche Fehler kommen inzwischen kaum noch vor. Und wenn doch, wie gegen Paris, steckt der 20-Jährige sie locker weg. „Zaga hat ein gesundes Selbstbewusstsein“, sagt Zorc dazu. „Er weiß, was er kann, und das tut uns gut.“

Zagadou hat das Vertrauen von BVB-Trainer Favre zurückgewonnen

Das hat dem Franzosen im Laufe der Hinrunde wieder einen Platz in der Startelf verschafft. Nach den Patzern der Vorsaison hatte Trainer Lucien Favre zunächst das Vertrauen in seinen Defensivmann verloren. Als der Schweizer aber auf eine Dreierkette in der Defensive umstellte, war ein zusätzlicher Platz in der Abwehr frei – und den besetzt inzwischen ganz selbstverständlich Zagadou.

„Sein Spielaufbau ist sehr gut, er hat einen sehr guten linken Fuß“, schwärmt Favre. „Er hat in der Jugend in Frankreich im defensiven Mittelfeld gespielt, das sieht man. Er ist sehr, sehr clever.“ Und Zorc ergänzt: „Er macht kaum Fehler. Und durch die Kopfballstärke bei langen Bällen tut er uns sehr gut in der Truppe.“

Natürlich, sagt Favre, noch müsse der junge Innenverteidiger auch einiges dazulernen. Dennoch: Während der vermeintlich etablierte und einst als Abwehrchef verpflichtete Manuel Akanji zuletzt nur auf der Bank saß, ist Zagadou aus dem Dortmunder Defensivverbund derzeit nicht mehr wegzudenken. Zweieinhalb Jahre spielt der Franzose schon für den BVB, seit er ablösefrei aus der Jugend von Paris Saint-Germain geholt wurde. Und bis auf die PSG-Verantwortlichen sind alle Beteiligten inzwischen sehr glücklich darüber, dass der Transfer damals zustande kam.

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