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Wegen Witsel: Weigl muss um seinen Platz beim BVB kämpfen

Julian Weigl (l.) führt im BVB-Training einen Zweikampf mit Lukasz Piszczek.

Julian Weigl (l.) führt im BVB-Training einen Zweikampf mit Lukasz Piszczek.

Foto: DeFodi

Dortmund  Bislang war Julian Weigl beim BVB unumstritten. Nun hat er in Axel Witsel so harte Konkurrenz wie noch nie - drängt aber in die Startelf.

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„Nein“, wehrt Julian Weigl grinsend ab, singen müsse nun wirklich keiner. Er will nicht viel Aufhebens machen um seinen Geburtstag, auch die sehr rosafarbene Krone, die ihm ein weiblicher Fan am Montag am Rande des Trainings von Borussia Dortmund überreicht hat, ist ihm schon ein wenig zu viel.

23 Jahre alt ist Weigl am Samstag geworden. Dem Talentalter ist er damit langsam entwachsen – und diese Saison dürfte eine entscheidende Rolle spielen bei der Frage, was einmal aus ihm wird: ein Anführer des BVB und ein Klassespieler internationalen Formats, wie es ihm viele in Dortmund zutrauen? Oder doch einer, der auf zugegebenermaßen recht hohem Niveau stagniert?

Der Start verlief nicht eben optimal, seit Mai fehlte Weigl mit Adduktorenbeschwerden. „Es ist auf jeden Fall unglücklich, wenn ein neuer Trainer kommt und du die ganze Vorbereitung verpasst“, sagt er selbst. Während sich der neue Trainer Lucien Favre sowie alte und neue Spieler aneinander gewöhnten, quälte sich Weigl durch die Reha. Und musste dabei auch noch zusehen, wie die Klubchefs hochkarätige Konkurrenz für seine Position im zentralen Mittelfeld einkauften: Thomas Delaney und vor allem Axel Witsel, einen gestandenen Spieler von internationaler Klasse, der sich schon nach kurzer Zeit als Chef im Mittelfeld etabliert hat. Und zwar dort, wo Weigls Revier ist, als Ballverteiler vor der Abwehr.

"Konkurrenzkampf ist immer wichtig"

Der Automatismus, dass Weigl immer spielt, wenn er fit ist, gilt nicht mehr. „Konkurrenzkampf ist immer wichtig“, gibt sich der Ex-Löwe unbeeindruckt. „Axel Witsel bringt viel mit, vor allem Erfahrung auf internationaler Ebene, die uns letztes Jahr etwas gefehlt hat.“ Die gerade auch dem jungen Weigl gefehlt hat. Trotzdem gibt der sich selbstbewusst – auch weil die Frage in seinen Augen gar nicht lauten muss: Weigl oder Witsel? „Im Training haben wir schon zusammen gespielt, das hat gut funktioniert“, sagt er. „Es hängt ja auch immer vom Gegner ab, ob wir viel Ballbesitz haben oder es eher ein Kampfspiel wird.“

Letzteres dürfte am Freitag gegen Eintracht Frankfurt (20.30 Uhr/Eurosport-Player) der Fall sein – und trotzdem wird sich Weigl, der seine Stärken im technischen Bereich hat, nicht freiwillig auf die Ersatzbank setzen: „Ich bin kein geduldiger Mensch“, meint er. „Natürlich erhoffe ich mir jedes Mal, dabei zu sein und auch zu spielen.“

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