Analyse

Wie der BVB seine Saison doch noch retten kann

In sich gekehrt nach der Niederlage in Monaco: Marc Bartra, der bei dem Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus verletzt wurde.

Foto: Firo

In sich gekehrt nach der Niederlage in Monaco: Marc Bartra, der bei dem Anschlag auf den BVB-Mannschaftsbus verletzt wurde. Foto: Firo

Monaco.  Der Auftritt des BVB in der Champions League ist beendet. Doch was kommt jetzt?Antworten auf die wichtigsten Fragen.

Am Tag nach dem Aus wirkte Erik Durm wieder entspannter, als er den Mannschaftsflieger betrat, der den BVB zurück nach Dortmund bringen sollte. Keine 24 Stunden zuvor hatte er sich aus dem monegassischen Stade Louis II noch wortlos in den Bus verzogen. Nach einem schwachen Spiel, das für ihn nur 26 Minuten dauerte. Ein Spiel, das Borussia Dortmund aus der Champions League beförderte.

Mit 1:3 verlor die Borussia das Viertelfinal-Rückspiel bei der AS Monaco. Die Königsklassen-Saison ist für die Dortmunder beendet. Und jetzt? Was bedeutet das Aus? Wir beantworten die wichtigsten BVB-Fragen.


Wie sehr hat der Anschlag das Ergebnis beeinflusst?
Marco Reus meinte: „Es ist enttäuschend, gegen einen Gegner auszuscheiden, gegen den wir bessere Chancen gehabt hätten, wenn alles normal gelaufen wäre.“ Die Explosionen. Die Angst. Die Mannschaft konnte gegen Monaco nicht ihr volles Leistungsvermögen abrufen. „Man muss aufpassen, dass man diese beiden Spiele nicht zu hoch bewertet“, erklärte Trainer Thomas Tuchel.

Warum wurde der Mannschaftsbus vor dem Spiel festgehalten?
Als der BVB vom Hotel zum Stadion fahren wollte, ging erstmal nichts. Die Polizei ließ den Mannschaftsbus nicht starten. Und das nach dem Anschlag. „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, dass uns das nicht nervös gemacht hat“, erklärte Marcel Schmelzer. Am Ende ging es wohl darum, den Bus nicht in den dichten monegassischen Verkehr zu leiten.


Hat Trainer Tuchel die falsche Taktik gewählt ?
Der Plan, mit Erik Durm als Rechtsaußen für Stabilität zu sorgen, ging schief. „Dass er der Leidtragende war, nehme ich auf mich“, erklärte Tuchel. Schon nach 26 Minuten musste Durm für Ousmane Dembélé vom Feld. Aber: Auch danach hatte Monaco große Torchancen. Und: Durm hat auf der Position schon stark gespielt.

Was kann der BVB jetzt noch erreichen?
Die Mannschaft hat ein klares Bundesliga-Ziel: die direkte Champions-League-Qualifikation. Das wohl wichtigste Spiel findet am Mittwoch statt. Mit einem Sieg im DFB-Pokalhalbfinale beim FC Bayern können die Dortmunder noch einen Glanzpunkt setzen. Nuri Sahin: „Es entscheidet sich, in welche Richtung es in dieser Saison geht.“ Allerdings auch für die Münchner.

Was macht Hoffnung?
Sportlich hat der BVB in der Champions League beeindruckende Partien gezeigt, gewann die Gruppe mit dem Halbfinalisten Real Madrid. Die Mannschaft wird reifen. „Wir brauchen die Spiele, um uns weiterzuentwickeln“, sagte Tuchel. Das gilt übrigens auch für den Trainer, für den es die erste Königsklassen-Saison war.

Emotional sind die Dortmunder Spieler durch das Erlebte zusammengerückt. Vor der Partie hielt der beim Anschlag verletzte Marc Bartra eine Rede. Reus verriet: „Er hat gesagt, dass er froh ist, dass er hier bei uns ist.“ Bei vielen hat sich ein Gefühl entwickelt, das Torwart Roman Bürki auf den Punkt brachte: „Ich bin stolz, Teil dieser Mannschaft zu sein.“

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