Funkel

Fortuna Düsseldorf: Friedhelm Funkel vermisst das Vertrauen

Will im Sommer in Rente gehen: Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel.

Will im Sommer in Rente gehen: Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel.

Foto: dpa

Düsseldorf/Marbella  Fortuna Düsseldorfs Vorstand lehnt eine angebotene Vertragsverlängerung ab. Das Trainer-Urgestein spricht nun von der Rente nach der Bundesliga-Rückrunde.

Das Winter-Trainingslager im sonst so sonnigen Marbella endet für Bundesliga-Aufsteiger Fortuna Düsseldorf mit dunklen Wolken. Und mit Tränen. Den Vorschlag von Trainer Friedhelm Funkel, seinen im Sommer auslaufenden Vertrag vorzeitig um ein Jahr zu verlängern, sollte der Klassenerhalt im Mai glücken, lehnte Vorstandschef Robert Schäfer ab. Begründung: Der Vorstand will erst einmal die Startphase der Rückrunde abwarten. Am 19. Januar (15.30 Uhr) geht es beim Mitkonkurrenten FC Augsburg los.

Die Absage an eine weitere Zusammenarbeit trieb Funkel am letzten Arbeitstag in Südspanien die Tränen in die Augen. Der 65-Jährige erklärte hörbar enttäuscht: „Ich hatte ja schon gesagt, dass ich keinen anderen Verein mehr übernehmen werde. Und ich sehe die Situation nun schon so, dass mir kein Vertrauen entgegengebracht wird. Ab Sommer bin ich Rentner.“

Vor Dortmund-Sieg unter Druck

Diese Entwicklung mag nach außen überraschen. Drei Siege in den letzten drei Spielen der Vorrunde, darunter ein begeisterndes 2:1 über Tabellenführer Borussia Dortmund, hatten den Fortunen im Abstiegskampf ein unerwartetes Punktepolster verschafft. Gleichwohl stand Funkel vor der so erfolgreichen finalen Fußballwoche des alten Jahres intern bereits mächtig unter Druck. Und dies nicht nur, weil die Mannschaft den Anschluss an die Rettungsplätze zu verlieren drohte.

Die Verpflichtung des neuen Sportvorstandes Lutz Pfannenstiel (45) von der TSG Hoffenheim einige Tage vor der Weihnachtspause sah Funkel kritisch. Zumal er offenbar in die Entscheidungsfindung, den früheren Torhüter als hauptamtlichen Sportvorstand zum ehrenamtlich tätigen Erich Rutemöller (73) zu stellen, nicht recht eingebunden war.

Telekom-Cup am Sonntag

Der Draht zwischen Funkel und Pfannenstiel, der ein Vertrauer des Vorstandschefs Schäfer ist, war von Anfang an kalt. Das dementierte zwar Pfannenstiel im Trainingslager in Marbella: „Es ist ein sehr gutes Zusammenspiel.“ Funkel aber ließ in diversen Medienrunden keine Zweifel daran aufkommen, dass er die neu geschaffene Personalie als unnötig erachte. Das wiederum empfand Vorstandschef Schäfer als unpassend: „Es ist nicht seine Aufgabe, dies zu bewerten. Friedhelm wird aber sehen, dass es ein neuer Input ist.“

Ob Düsseldorf mit Funkel im Wissen um die Trennung die Rückrunde durchsteht? Am Sonntag (13 Uhr/Sat1) steigt in Düsseldorf erst einmal das Kurzturnier um den Telekom-Cup mit dem FC Bayern, Gladbach und Hertha. Funkel wird bei Fortuna an der Seitenlinie seine Arbeit machen. Wie immer.

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