Fortuna Düsseldorf

Fortuna Düsseldorf setzt auf Weltenbummler Pfannenstiel

"Möchte dabei helfen, dass sich Fortuna in der ersten Liga etabliert": Lutz Pfannenstiel.

"Möchte dabei helfen, dass sich Fortuna in der ersten Liga etabliert": Lutz Pfannenstiel.

Foto: Jan Dinter / FUNKE Foto Services

Düsseldorf.  Als Torhüter spielte Lutz Pfannenstiel auf allen Kontinenten. Jetzt wird der 45-Jährige Sportvorstand bei Fortuna Düsseldorf.

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Spannende Aufgaben, knifflige Herausforderungen – das war seit jeher Lutz Pfannenstiels Triebfeder, wenn es um Profifußball ging. Der ehemalige Torwart aus dem niederbayerischen Zwiesel, wo einst der frühere Schalker Torjäger Klaus Fischer spielte, hat in jedem der sechs Kontinentalverbände gespielt. Nach seiner Karriere war der 45-Jährige als Fernsehexperte beim ZDF, bei Eurosport, der BBC und CNN im Einsatz. Dazu seit sieben Jahren Scout bei der TSG Hoffenheim, Schwerpunkt internationaler Fußball. Der Schritt, beim Bundesliga-Aufsteiger und Tabellenletzten Fortuna Düsseldorf nun als hauptamtlicher Sportvorstand anzuheuern, ist ein weiterer in der außergewöhnlichen Karriere eines Fußball-Weltenbummlers.

Die Düsseldorfer lassen sich für drei Jahre auf Pfannenstiels Expertise ein. Und bauen dabei vermutlich auch darauf, dass der ehemalige Torwart den einen oder anderen Volltreffer im Transferfenster für die Fortuna landen kann. Dies gemeinsam mit Erich Rutemöller, der sich wie Pfannenstiel über Europas Grenzen hinaus im Fußball bestens auskennt. Der 73-jährige Fußball-Lehrer Rutemöller bekleidet seit Juni 2016 ehrenamtlich den Posten des Sportvorstands bei der Fortuna und war auch einer der Mitverantwortlichen beim Bundesliga-Aufstieg im Mai.

In Singapur im Gefängnis

„Wir wollen uns auch strukturell weiter entwickeln. Lutz Pfannenstiel hat uns in den Gesprächen mit seiner Fachkompetenz und seiner Persönlichkeit überzeugt“, versichert Düsseldorfs Aufsichtsrats-Vorsitzender Dr. Reinhold Ernst. Am kommenden Sonntag, am Tag nach dem Heimspiel der Fortuna gegen den SC Freiburg, steigt Pfannenstiel in Düsseldorf ein.

Schon 1993, im Alter von nur 20 Jahren, zog es den Torhüter aus Niederbayern in die weite Welt. Erste Station war Penang FA in Malaysia. Pfannenstiel spielte danach in Südafrika, England, Finnland, Neuseeland, Norwegen, Armenien, Albanien, Brasilien und in Kanada, trainierte in Kuba und in Namibia.

Für Aufsehen sorgte sein Engagement in Singapur bei Geylang United. Wegen angeblichen Betrugs bei Sportwetten wurde er 1999 im Stadtstaat zu fünf Monaten Haft verurteilt. Einer der festgenommenen Buchmacher hatte gegen Pfannenstiel ausgesagt. Der Torwart wies in seinem Buch „Ich war dreimal klinisch tot“ alle Vorwürfe zurück.

Nach 101 Tagen wurde Pfannenstiel wegen guter Führung und Intervention der deutschen Botschaft vorzeitig aus der Haft entlassen.

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