Fußball-Bundesliga

Fortuna Düsseldorf: Ramans Abgang könnte bei Kownacki helfen

Dawid Kownacki (in Rot) setzt sich gegen Schalker Jeffrey Bruma durch.

Dawid Kownacki (in Rot) setzt sich gegen Schalker Jeffrey Bruma durch.

Foto: firo/Sebastian El-Saqqa / firo

Düsseldorf.  Fußball-Bundesligist Fortuna Düsseldorf will unbedingt Angreifer Dawid Kownacki behalten. Ein Abgang von Benito Raman könnte finanziell helfen.

Lutz Pfannenstiel führt in diesen Tagen und Wochen eine ganz enge Beziehung zu seinem Taschenrechner. Fortunas Sportvorstand muss bei seinen Transferplanungen mit Zahlen jonglieren, viele Variablen miteinbeziehen. Das gilt auch für die Verhandlungen mit Sampdoria Genua, in denen es um Stürmer Dawid Kownacki geht. Noch ist nicht ganz klar, wie der Deal am Ende aussehen wird. Klar ist aber: Nach Informationen unserer Redaktion steht eine Einigung kurz bevor.

Die Sachlage ist seit Ende der abgelaufenen Fußball-Bundesliga-Saison eindeutig: Fortuna möchte den polnischen Angreifer, der seit der Winterpause auf Leihbasis für Fortuna spielt, behalten. Und der 22-Jährige hat mit seinem Berater Marcin Kubacki in Italien frühzeitig hinterlegt, dass er auch in Düsseldorf bleiben möchte.

Sportvorstand mehrmals in Italien

Pfannenstiel reiste deshalb in den vergangenen Wochen mehrmals nach Genua. Bei Sampdoria ist man offenbar auch bereit, Kownacki ziehen zu lassen. Theoretisch könnte Fortuna ihre Kaufoption nutzen, die im Januar in den Leihvertrag eingebaut worden war. Diese liegt zwischen zehn und zwölf Millionen Euro. Doch branchenüblich wird in solchen Fällen stets nachverhandelt – zumal auch eine Rückkaufoption für Sampdoria vereinbart wurde.

Nun geht es darum, wie viel Geld Fortuna bereit ist, für Kownacki sofort zu investieren. Es gibt viele mögliche Szenarien. Eines ist eine weitere Leihe mit einer Kaufoption, die im Falle des erneuten Klassenerhalts gezogen werden muss. Oder aber es wird bei einem sofortigen Kauf eine Ratenzahlung vereinbart – mit erfolgsabhängigen Zusatzzahlungen.

Der Wunsch von Fortuna ist natürlich eine feste Verpflichtung. Pfannenstiel und Kollegen sind von den Qualitäten des polnischen Nationalspielers, der bereits mit Weltstar Robert Lewandowski verglichen wird, überzeugt.

Und das, obwohl er vergleichsweise wenig Spielpraxis bekam. 16 Pflichtspiele absolvierte Fortuna seit Kownacki Ende Januar nach Düsseldorf gewechselt war. Zwei Spiele verpasste er wegen Verletzungen, eine Partie wegen der Strapazen rund um die Geburt seiner Tochter Lena.

In den verbleibenden 13 Spielen absolvierte Kownacki von möglichen 1170 Spielminuten nur 610, wurde viermal eingewechselt, stand siebenmal in der Startelf. Aber Kownacki erzielte in dieser kurzen Zeit vier Tore, bereitete eines im Pokal vor.

Das überzeugte auch den Trainer. „Dieser Spieler sollte bei Fortuna bleiben, weil wir an ihm sehr viel Spaß haben werden. Da bin ich so sicher wie bei fast keinem anderen Spieler in meiner Karriere“, sagte Friedhelm Funkel zuletzt und hob die klare Botschaft Kownackis hervor, bei Fortuna bleiben zu wollen: „Es ist so eine tolle Aussage von einem jungen Spieler, ein fantastisches Statement. Dawid wird sehr gut beraten. Für ihn gibt es nichts Besseres, als bei uns zu bleiben. Er wird bei uns seine Spiele machen, das ist klar.“

Mögliche 15 Millionen Euro

Dazu führt Trainer Funkel weiter aus: „So ein klares Profil zu haben mit 22 Jahren, das ist schon beachtlich. Und das liegt auch an seinem Berater. Ich habe mit ihm nach dem Spiel gegen Werder Bremen gesprochen. Da hat er zu mir gesagt: ,Trainer, ich will, dass Dawid bei Ihnen und bei Fortuna bleibt. Ich werde alles dafür tun.’ Ob das dann eine weitere Leihe ist oder wir Ablöse zahlen, wird man sehen.“

Helfen könnte bei der Verpflichtung Kownackis auch der mögliche Abgang des belgischen Außenstürmers Benito Raman, der klar geäußert hat, Fortuna verlassen zu wollen. Plant Pfannenstiel den Verkauf des Belgiers (zehn Saisontreffer) für eine recht ansehnliche Summe rund um die kolportierten 15 Millionen Euro ein, müsste die Rechnung mit Kownackis fester Verpflichtung auf dem Taschenrechner eigentlich aufgehen.

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