Bundesliga-Abstieg

Fortuna Düsseldorf: So geht es nach dem Abstieg weiter

Große Trauer bei Fortuna Düsseldorf: Der NRW-Klub ist aus der Fußball-Bundesliga abgestiegen.

Große Trauer bei Fortuna Düsseldorf: Der NRW-Klub ist aus der Fußball-Bundesliga abgestiegen.

Foto: dpa

Düsseldorf.  Fortuna Düsseldorf ist aus der Fußball-Bundesliga abgestiegen. Es wartet nun viel Arbeit, denn 16 Verträge laufen aus. Der Trainer soll bleiben.

m Start in die neue Woche werden sich Uwe Rösler und seine frisch abgestiegenen Fortunen noch einmal treffen. Auf die Düsseldorfer Mannschaft wartet dabei ein bitteres Rendezvous am Rheinufer. Kaan Ayhan ahnte das nach dem 0:3 (0:1) bei Union Berlin schon. „Das wird noch einige Wochen in den Köpfen und Knochen drinstecken“, prophezeite der Abwehrchef, der gleich eine Entschuldigung an die eigenen Anhänger hinterher schob. „Es tut mir unheimlich leid für die Fans und den Verein“, betonte auch Chefcoach Rösler, dem beim Gedanken an das geplante Treffen an diesem Montag zudem klar war: „Danach brauche ich erst mal Abstand. Den brauchen wir alle.“

Abstand vom sechsten Bundesliga-Abstieg in der 125-jährigen Vereinsgeschichte – den Uwe Röslers Vorgänger Friedhelm Funkel im Gespräch mit der Bild umgehend als „völlig unnötig“ bezeichnete, der allerdings auch handfeste Gründe hatte. Der entscheidende: Klassenkampf ist Nervensache, und dieser Herausforderung für die Psyche waren die Düsseldorfer in den letzten zwei Spielen nicht gewachsen. All die Energie, Widerstandskraft und Zuversicht, die das Team nach dem Trainerwechsel von Funkel zu Rösler Ende Januar fast immer an den Tag gelegt hatte, waren beim K.o.-Schlag in der Alten Försterei wie sieben Tage zuvor beim 1:1 gegen Augsburg wie weggeblasen.

16 Verträge laufen bei Fortuna Düsseldorf aus

Die Gründe für diese offenkundige mentale Überforderung müssen die Verantwortlichen der Fortuna bei der anstehenden Analyse ans Licht bringen – und sich dann dem komplizierten Neustart in der zweiten Fußball-Etage widmen. Allein bei den TV-Einnahmen fehlen dem Klub im Vergleich zur Bundesliga dann knapp 20 Millionen Euro. Zudem steht dem neuen Sportvorstand Uwe Klein bei 16 auslaufenden Spielerverträgen eine Mammutaufgabe ins Haus.

Fortuna Düsseldorf: Rösler fühlt „unheimliche Leere“

Noch bis Sommer 2021 läuft hingegen der Kontrakt von Trainer Rösler. Und Klein versicherte noch in Berlin-Köpenick, der 51-Jährige werde Düsseldorf „selbstverständlich“ auch eine Klasse tiefer weiter trainieren. Vor dem Showdown bei Aufsteiger Union hatte Rösler, unter dem Fortuna zwar über weite Strecken fußballerische Fortschritte machte, aber nur zwei von 15 Partien gewann, noch selbstbewusst auf seine große Erfahrung in verzwickten sportlichen Lagen verwiesen. Nun ist der gebürtige Thüringer als verantwortlicher Trainer zum ersten Mal abgestiegen.

Röslers Gefühle wiesen bereits kurz nach dieser unangenehmen persönlichen Premiere eine beachtliche Bandbreite auf. Er fühle „eine unheimliche Leere“ in sich, sagte der frühere Stürmer, betonte aber zugleich: „Ich freue mich auf die Chance, es wieder gutmachen zu können. Wir müssen eine neue Mannschaft bauen. Im Sommer wartet viel Arbeit auf uns.“

Düsseldorfs Trainer sprach von einem „Umbruch“, der dem Klub bevorstehe. „Wir haben nicht mehr die Einnahmen aus der Bundesliga, das wird eine spannende Aufgabe“, sagte Rösler mit Blick auf eine Saison, in der Spieler wie Kaan Ayhan (25), der beim VfB Stuttgart ausgeliehene Erik Thommy (25) oder Angreifer Kenan Karaman (26) kaum zu halten sein werden. Das Rückgrat für den Neuaufbau dürften Routiniers wie Adam Bodzek (34) und Rouwen Hennings (32) sowie die Defensivspezialisten Matthias Zimmermann (28) und André Hoffmann (27) bilden.

Fortuna Düsseldorf sucht nicht nach Ausreden

Wie vor sieben Jahren, als sie am letzten Spieltag sogar von Rang 15 auf Abstiegsplatz 17 abrutschten, gaben die Düsseldorfer im entscheidenden Moment erneut alle Trümpfe aus der Hand. Nach dem letzten Sturz in die Zweitklassigkeit dauerte es fünf Jahre bis zum Wiederaufstieg – und diesmal zeigten die For­tunen zumindest in einem Punkt Haltung: Sie klagten nach dem verlorenen Fernduell mit Bremen weder darüber, dass ihnen Lokalrivale Köln beim 1:6 an der Weser die notwendige Unterstützung eindrucksvoll verweigerte. Noch darüber, dass mit Harm Osmers ein gebürtiger Bremer das Spiel in Berlin leitete.

„Wir haben nichts dazu beigetragen, dass es anders läuft. Deshalb sollten wir da auf uns schauen“, kommentierte Mittelfeldmann Bodzek, der offen einräumte: „Gefühlt haben wir es nicht verdient. Wir hatten eine große Chance, die Relegation zu erreichen. Es ist ein scheiß Gefühl.“

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