Bundesliga

Funkel beruhigt aufgeregte Düsseldorfer vor Wolfsburg-Spiel

Daumen hoch, Ruhe bewahren und konzentriert arbeiten ist das Motto von Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel vor dem Spiel gegen Wolfsburg.

Daumen hoch, Ruhe bewahren und konzentriert arbeiten ist das Motto von Fortuna-Trainer Friedhelm Funkel vor dem Spiel gegen Wolfsburg.

Foto: Getty

Düsseldorf.  Mit neuem Mut will Fortuna Düsseldorf an diesem Freitag gegen den VfL Wolfsburg antreten. Der Gegner könnte zum Spitzenreiter aufsteigen.

In der Kunst der Gelassenheit hat es Friedhelm Funkel in seinen knapp 66 Lebensjahren weit gebracht – die letzten zehn Tage forderten Düsseldorfs Cheftrainer nun allerdings besonders stark: Da war zunächst der Wirbel um Vorstandschef Thomas Röttgermann, der im Zusammenhang mit einer kommerziellen Sport-App vor Fortunas Aufsichtsrat zum Verdacht der Vetternwirtschaft Stellung beziehen musste. Am vergangenen Wochenende folgte die Nachricht über die Rückkehr von Vorstands-Berater Erich Rutemöller zum Ligarivalen 1. FC Köln. Und schließlich musste Funkel den ungeduldigen Angreifer Rouwen Hennings beruhigen, der sich in den Verhandlungen über eine Vertragsverlängerung ein höheres Tempo wünscht.

Unterschiedliche Vorstellungen von Klub und Spieler in solchen Dingen seien Teil des Fußball-Alltags, merkte der weise Funkel daraufhin an. „Der Verein möchte Rouwen gerne behalten“, ließ er den Mann mit den zwei Saisontoren aus den ersten drei Spielen zudem wissen. „Die Gespräche laufen, und ich hoffe, dass wir zu einem guten Abschluss kommen“, ergänzte der Trainer – dessen Gemütsruhe auch zwei aktuelle Statistiken nichts anhaben konnten.

Gelbe Karten sind kein Problem

So weist die noch junge Saison seine Düsseldorfer nicht nur als das Team mit der schwächsten Quote in Defensiv-Duellen aus (nur 39 Prozent aller Zweikämpfe gewonnen). Sondern auch als die Mannschaft, die in der Kategorie Verwarnungen mit neun Gelben Karten vor allen anderen liegt. Kein Problem, findet Funkel: „Das zeigt nur, dass wir uns wehren, dass wir uns nichts gefallen lassen und körperbetont spielen.“

Beim Heimspiel am Freitagabend gegen Wolfsburg (20.30 Uhr/DAZN) werden Fortunas Fußballer ihre ligaweit bekannte DNA wieder einbringen. Im Duell mit den gut gestarteten Niedersachsen, die im Erfolgsfall zum ersten Mal seit acht Jahren wieder – für eine Nacht – die Tabellenspitze erklimmen würden. Und die Funkels Ensemble in der Vorsaison gleich zwei Mal, mit 3:0 und 5:2, feste vermöbelt haben.

Eine Chance für Kasim Adams

„Überheblich, desaströs, körperlos“, schimpfte Funkel nach der Rückrundenpartie im März in Wolfsburg über sein Team. Vor allem den Innenverteidigern Kaan Ayhan und Marcin Kaminski las er damals die Leviten. Gegen den Europapokalteilnehmer aus dem Norden dürfte neben Ayhan diesmal Hoffenheim-Leihgabe Kasim Adams in der Abwehrzentrale sein Glück versuchen. Für den 24-jährigen Ghanaer wäre es das Bundesligadebüt im Dress der Rheinländer, die auf den grippenkranken Innenverteidiger André Hoffmann verzichten müssen und speziell im defensiven Mittelfeld von Ausfällen (Alfredo Morales, Marcel Sobottka, Kevin Stöger, Aymen Barkok) geplagt sind.

Den Fehler aus der Heimpartie gegen Leverkusen (1:3), einem spielstarken Kontrahenten abwartend gegenüberzutreten, werden die Düsseldorfer gegen Wolfsburg kaum wiederholen. „Genau das haben wir besprochen“, betont Trainer Funkel, er nennt den jüngsten Auftritt in Frankfurt als positives Beispiel in Sachen Mut – und äußert mit Blick auf die vielen Verwarnungen für seine Akteure für die Auseinandersetzung mit dem VfL und dessen Mittelstürmer Wout Weghorst (zwei Saisontreffer, vier Tore in den beiden Partien gegen Fortuna im Vorjahr) einen zentralen Wunsch: „Wir müssen auch auf einen Schiedsrichter hoffen, der nicht jede Kleinigkeit abpfeift.“

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