Fortuna Düsseldorf

Fortuna Düsseldorf trennt sich von Vorstandsboss Schäfer

Fortunas Vorstandschef Robert Schäfer muss gehen.

Fortunas Vorstandschef Robert Schäfer muss gehen.

Foto: firo

Düsseldorf.   Fußball-Bundesligist Fortuna Düsseldorf löst den Vertrag von Vorstandschef Robert Schäfer frühzeitig auf. Das Vertrauensverhältnis war zerrüttet.

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Fortuna Düsseldorfs Trainer Friedhelm Funkel erreicht die überraschende Nachricht mitten in der Vorbereitung auf den Bundesliga-Schlager gegen Tabellenführer Bayern München am Sonntag (15.30 Uhr/Sky). Der Aufsteiger trennt sich überraschend von seinem Vorstandschef Robert Schäfer (43), spätestens seit der Trainerposse in der Winterpause im eigenen Haus der Intimfeind des beliebten Coaches. Funkel wollte sich am Samstag nicht zu dieser Personalie äußern, feierte stattdessen mit seinem Team vor dem Fernseher den vorzeitigen Klassenerhalt.

Dass der Burgfrieden zwischen dem 65 Jahre alten Trainer und dem 22 Jahre jüngeren Schäfer überhaupt solange gehalten hat, grenzte ohnehin an ein Wunder, nachdem der Klubboss seinen Coach zu Jahresbeginn quasi im Alleingang gefeuert hatte - und damit nicht nur Funkel, sondern den Aufsichtsrat vor den Kopf gestoßen hatte.

Röttgermann als Nachfolger im Gespräch

Das ohnehin nie besonders große Vertrauensverhältnis zwischen dem selbstverliebten Klubchef und den Vereinsgremien war spätestens seit dem Winter zerrüttet und nicht mehr zu kitten. Als Nachfolger von Schäfer ist nach Informationen der Rheinischen Post der 58-jährige Thomas Röttgermann im Gespräch, der bis 2017 der Geschäftsführung des VfL Wolfsburg angehörte.

Aufsichtsratsvorsitzender Reinhold Ernst bestätigte aber lediglich die bevorstehende Trennung von Schäfer: "Wir haben ihn über unsere Entscheidung informiert. Das Vertrauensverhältnis ist nachhaltig gestört, deshalb gab es keine andere Lösung." Schäfer, der den Klub nach Gutsherrenart geführt und damit viele Mitstreiter auf allen Ebenen verprellte hatte, wollte sich am Samstag nicht äußern. Seine Sekretärin brach in Tränen aus, als sie die Nachricht erfuhr.

Erst im August vergangenen Jahres war der Vertrag mit Schäfer frühzeitig um zwei Jahre bis 2021 verlängert worden. Der Verein hatte den Manager, der am Rhein pro Saison rund 800.000 Euro verdient haben soll, im März 2016 in einer Krisensituation von Dynamo Dresden an den Rhein geholt.

Schäfer wurde zu Fortunas Alleinherrscher

Mit Schäfer und dem damals ebenfalls neuen Trainer Funkel schaffte die Fortuna die Rückkehr in die Bundesliga und erholte sich auch wirtschaftlich. Parallel zu den Erfolgsmeldungen jagte Schäfer aber nach und nach altgediente Fortunen aus ihren Ämtern und wurde mehr und mehr zum Alleinherrscher. Er selbst bezeichnete seine Maßnahmen als "überfällige Professionalisierung".

Nachdem Schäfer dann in Marbella mit seinem Alleingang in der Personalie Funkel für Kopfschütteln gesorgt hatte, hatte er jegliche Rückendeckung verloren. Erst nach Intervention des Aufsichtsrates und der Fans wurde seine Entscheidung rückgängig gemacht und anschließend der Vertrag mit Funkel sogar bis 2020 verlängert.

Schäfer wurde der Beschluss des Aufsichtsrates bereits mitgeteilt, offiziell vollzogen ist die Trennung noch nicht. Nach Bild-Informationen hat Schäfer aber nach Rücksprache mit seinen Anwälten noch keinen Auflösungsvertrag unterschrieben. Er wolle weiter ganz normal ins Büro gehen und auch beim Bayern-Spiel vor Ort sein, bei dem die Fortunen den seit Samstag sicheren Klassenerhalt gebührend feiern werden. (sid)

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