Fortuna Düsseldorf

Rolle rückwärts bei Fortuna Düsseldorf: Funkel bleibt Cheftrainer

Friedhelm Funkel bleibt nun doch über den Sommer hinaus Trainer von Fortuna Düsseldorf - wenn er mit seiner Mannschaft den Klassenerhalt in der Bundesliga schafft.

Friedhelm Funkel bleibt nun doch über den Sommer hinaus Trainer von Fortuna Düsseldorf - wenn er mit seiner Mannschaft den Klassenerhalt in der Bundesliga schafft.

Foto: Getty Images

Düsseldorf.  Nach einem Machtwort des Aufsichtsrates bei Fortuna Düsseldorf wird der Vertrag von Cheftrainer Friedhelm Funkel in den nächsten Tagen doch verlängert – wenn das Team den Klassenerhalt in der Bundesliga schafft.

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Am Samstagabend steigt bei Fußball-Bundesligist Fortuna Düsseldorf im Stahlwerk an der Ronsdorfer Straße die traditionelle große Karnevalssitzung des Vereins. Vorstandschef Robert Schäfer sitzt im Elferrat auf dem Podium. Ob er allerdings närrische Freude ins Publikum tragen kann, ist fraglich. Der Tabellenvierzehnte der Bundesliga macht sich schließlich grad zum Gespött der Branche. Die am Freitagnachmittag vermeldete Trennung von Cheftrainer Friedhelm Funkel zum Saisonende, die es sogar bis in die Tagesschau der ARD geschafft hatte, revidierte der Klub am Samstagmorgen. In einer Pressemitteilung hieß es plötzlich, man nehme nun doch wieder Vertragsgespräche mit dem 65-jährigen Funkel auf, dessen Arbeitspapier am 30. Juni endet. Nach Informationen dieser Redaktion wird der Vertrag mit dem Cheftrainer in Kürze um eine Saison verlängert.

Der neunköpfige Aufsichtsrat unter Vorsitz des Wirtschafts-Rechtsanwalts Dr. Reinhold Ernst hatte sein Veto gegen die Trennung von Funkel spätestens im Sommer eingelegt. Am späten Freitagabend setzten sich Trainer Funkel und Vorstandschef Schäfer im Trainingslager in Marbella offenbar noch einmal zusammen, um die Haltungen auszutauschen. Auch auf Betreiben von Aufsichtsratschef Ernst hin. „Ich war die ganze Nacht aktiv“, erklärte Ernst gegenüber dieser Redaktion. In den nächsten drei oder vier Tagen wird es einen neuen Vertrag für Trainer Funkel bei der Fortuna geben, der vermutlich dann allerdings nur im Falle eines Klassenerhalts gültig ist.

Fortuna Düsseldorf will "Fehler korrigieren"

In einer Presse-Erklärung am Samstagmorgen erklärten Vorstandschef Schäfer und Trainer Funkel, dass die vermeintliche Trennung am Freitag aus einer gewissen Dickköpfigkeit beider Seiten entstanden sei. „Das war ein Fehler. Im Interesse von Fortuna Düsseldorf werden wir gemeinsam diesen Fehler korrigieren“, werden beide Protagonisten zitiert. Offenbar musste Aufsichtsratschef Ernst, der nicht in Marbella dabei war, sein komplettes Verhandlungsgeschick aufbringen, um die Streithähne wieder einzufangen. Auf diese drei Fortuna-Profis kommt es in der Rückrunde an

Friedhelm Funkel hatte schon vor Weihnachten öffentlichkeitswirksam vorgeschlagen, den Vertrag um ein Jahr zu verlängern unter der Voraussetzung, dass Düsseldorf in der Bundesliga bleibt. Der Vorstand um Robert Schäfer empfand dies als unpassend, wollte erst einmal die ersten vier, fünf Pflichtspiele des neuen Jahres abwarten. Als am Freitagnachmittag in Marbella im Rahmen einer Medienrunde dann die Trennung von Friedhelm Funkel zum Sommer bekanntgegeben wurde, flossen beim Aufstiegs-Rekordtrainer die Tränen: „Dann gehe ich eben mit 65 in Rente.“

Neun Punkte aus drei Spielen vor der Winterpause

Dabei stimmt die sportliche Situation beim Bundesliga-Rückkehrer nach einem unerwartet starken Endspurt in der Hinrunde. Nach drei Siegen kurz vor der Weihnachtspause gegen den SC Freiburg (2:0), Borussia Dortmund (2:1) und bei Hannover 96 (1:0) hatten die Düsseldorfer doch noch 18 Punkte aus der Hinrunde geholt und sich auf Tabellenplatz 14 verbessert.

Nach dem einwöchigen Trainingslager in Marbella/Spanien mit Testspielen gegen Borussia Dortmund (2:3) und den niederländischen Erstligisten FC Emmen (1:0) steht am Sonntag der 10. Telekom-Cup in der Düsseldorfer Arena auf dem Programm. Bei diesem Kurzturnier treffen ab 13 Uhr die Fortuna auf Rekordmeister FC Bayern München, danach dann Borussia Mönchengladbach auf Hertha BSC. Verlierer und Sieger spielen dann im Anschluss gegeneinander. Rund 41.000 Karten sind für das Turnier am Sonntag verkauft worden.

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