Fortuna Düsseldorf

Vom Abstiegskampf an die Spitze: Das ist Fortunas Plan

Erfolgstrainer Friedhelm Funkel (Mitte) hat Fortuna Düsseldorf an die Tabellenspitze geführt.

Foto: imago

Erfolgstrainer Friedhelm Funkel (Mitte) hat Fortuna Düsseldorf an die Tabellenspitze geführt. Foto: imago

Düsseldorf.  Fortuna Düsseldorf liegt überraschend auf Platz eins in der 2. Bundesliga - dank Spielern, die ausgeliehen sind. Am Freitag kommt Darmstadt 98.

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Wer Benito Raman zuletzt beim 2:0-Sieg auf der Bielefelder Alm im roten Dress von Fortuna Düsseldorf beobachtete, traute den Augen kaum. Der Tempo-Dribbler spielte die Arminia-Abwehr schwindelig, erzielte ein feines Tor und jubelte, als wäre er schon auf dem besten Weg in die Fußball-Bundesliga. Dabei ist der 22-jährige Belgier von Standard Lüttich ein Leiharbeiter. Einer, den sich Düsseldorf eigentlich gar nicht leisten kann. Doch der mit zwei Millionen Euro Marktwert gelistete Raman steht für ein Modell mit Erfolgsaussicht: Fortuna, vergangene Saison Abstiegskandidat, jetzt Tabellenführer, setzt auf Leihspieler. Auch Freitag (18.30 Uhr/Sky) im Heimspiel gegen Bundesliga-Absteiger SV Darmstadt 98.

„Unsere Trefferquote ist sehr gut. Wir sind mittlerweile eine Top-Adresse für junge Spieler“, sagt Fortunas Vorstandschef Robert Schäfer über jene von Erstligisten für kleine Euro-Summen ausgeliehene Bankdrücker, die sich in der Zweiten Liga beweisen, empfehlen sollen.

Gladbach-Sportdirektor Eberl besitzt das Heft des Handelns

Auffälligster Leiharbeiter im Fortuna-Dress ist der erwähnte Raman. Auf den Wirbelwind besitzt Düsseldorf eine Kaufoption. Dabei war gerade Ramans Verpflichtung „ein Blick in die Glaskugel“, wie Vorstandschef Schäfer zugibt. Der beste Ruf eilt dem Angreifer nicht voraus. Bei KAA Gent stimmte er einst per Mikrofon Schmähgesänge gegen Spieler des FC Brügge an. Offenbarte öffentlich mehrmals den variablen Ist-Zustand seiner Beziehung zu Freundin Eline. „Ich will nun ein bisschen seriöser werden, möchte aber ein spezieller Charakter bleiben“, sagt Raman.

Ein Schnäppchen ist auch Florian Neuhaus, der vier Saisontore erzielt hat. Für nur 80 000 Euro reichte Borussia Mönchengladbach den 19-Jährigen an die Fortuna weiter. Gladbachs Sportdirektor Max Eberl freut sich über die Leistungen des Ex-Münchener Löwen, hat aber das Heft in der Hand, wenn es um Neuhaus’ Vertrag über den Sommer 2018 hinaus geht.

Jean Zimmer vom VfB Stuttgart, den Trainer Friedhelm Funkel als „laufstarke, dynamische Bereicherung für das Flügelspiel“ lobt, wäre finanziell für Düsseldorf ohne Leihe unerreichbar. Der Ex-Lauterer nimmt den Umweg Düsseldorf allein deshalb in Kauf, um in die Bundesliga zu kommen.

Der 19-malige japanische Nationalspieler Takashi Usami, den 2011 der FC Bayern als „Bester Jugendspieler Japans des Jahres 2010“ von Gamba Osaka ausgeliehen hatte, steckt in einer sportlichen Sackgasse. Gute Leistungen und Tore in Düsseldorf machen den 25-jährigen Angreifer vom FC Augsburg für andere Klubs auch jenseits der Bundesliga interessant.

Lovren wechselt für 25 Millionen

Der 19-jährige Davor Lovren ist für Fortuna eine preiswerte Wette auf dessen Zukunft. Auf den Kroaten von Dinamo Zagreb besitzt Düsseldorf eine Kaufoption. Lovren muss aber noch beweisen, dass er ein ähnliches Talent besitzt wie sein Bruder Dejan. Der wechselte 2014 von Southampton nach Liverpool – für 25 Millionen Euro.

Mit Rouwen Hennings und An­dré Hoffmann haben sich zwei Leihspieler der Saison 2016/17 Startelfplätze erkämpft. Der frühere St. Paulianer Hennings war beim Premier-League-Aufsteiger FC Burnley nicht mehr erwünscht, sonst hätte Fortuna wohl passen müssen. Dafür trumpft der kantige Angreifer nun in Düsseldorf auf: sechs Tore in elf Pflichtspielen. Innenverteidiger Hoffmann, ein gebürtiger Essener mit MSV-Vergangenheit, kam von Hannover 96.

Zwei Leiharbeiter der Saison 2015/16 musste Düsseldorf ziehen lassen. Innenverteidiger Kevin Akpoguma (22) und Angreifer Kerem Demirbay (24/beide Hoffenheim) empfahlen sich nach einem Jahr Zweite Liga sogar für die deutsche U21-Auswahl und das Team von Bundestrainer Joachim Löw.

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