Frauenfußball

Maren Meinerts Abschied als U19-Trainerin wirft Fragen auf

U19-Trainerin Maren Meinert

U19-Trainerin Maren Meinert

Foto: Getty

Paisley.  Die U19-Trainerin der Frauen Maren Meinert gilt als fordernd und ist erfolgreich. Trotzdem wird ihr Vertrag vom DFB nicht verlängert

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Die Silbermedaille an der rosa Schleife konnte sie nicht trösten. Denn als die deutschen U19-Frauen das Finale gegen Frankreich im schottischen Paisley mit 1:2 verloren hatten, war nicht nur die Europameisterschaft für Maren Meinert beendet. Mit der Niederlage endete auch ihre Zeit als Bundestrainerin.

Lob und Entlassung zugleich

Der für die Nationalmannschaften zuständige Direktor Oliver Bierhoff hatte nach der Finalpleite verlauten lassen, dass „unsere U19 mit der Qualifikation für die U20-WM eines der großen Ziele erreicht haben. Gemeinsam muss es uns gelingen, möglichst viele Spielerinnen an das höchste Level, die Frauen-Nationalmannschaft, heranzuführen.“

Das klang mal wieder, als sei alles im Lot. Doch die Elite der 2000er und 2001er-Jahrgänge wird trotzdem künftig von der westfälischen Verbandssportlehrerin Kathrin Peter trainiert.

Eine unbequeme Trainerin

Da halfen Maren Meinert, als Spielerin Welt- und Europameisterin, als Argumente auch zwei WM-Titel mit der U20 (2010 und 2014) bzw. drei EM-Titel mit der U19 (2006, 2007, 2011) nicht. Ihr 200. Spiel als Nachwuchstrainerin war trotzdem das letzte. Joti Chatzialexiou, Sportlicher Leiter beim Deutschen Fußball-Bund, teilte der 45-Jährigen bereits vor fünf Monaten mit, den am 31. August auslaufenden Vertrag nicht mehr zu verlängern. „Ich war sehr überrascht“, sagt Meinert. „Ich bin über die Entscheidung natürlich nicht glücklich gewesen und finde sie persönlich auch falsch.“

Die Trennung von der bisweilen unbequemen, aber nicht unbeliebten Trainerin wirft Fragen auf. Im Frühjahr 2018 sollte die gebürtige Duisburgerin noch zur Bundestrainerin befördert werden, was sie aus persönlichen Gründen ablehnte: zu viel öffentlicher Rummel.

Unter der Regie der 45-Jährigen lieferte der Juniorinnenbereich stets genügend Nachschub, um zur Weltspitze zu zählen. „Wenn man sich die Leistungen im Nachwuchsbereich anschaut, dann kann man nicht von Krise sprechen – das ist fast schon frech“, stellt sie unverblümt fest. Sie hat es immer verkehrt gefunden, die Talente in Watte zu packen. „Ich sehe meinen Job auch darin, den Spielerinnen zu sagen, was nicht geht. Ich kann da nicht immer nur ein Schleifchen drum machen.“

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