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Der Ginter-Ausfall könnte zum großen Gladbach-Problem werden

Gladbach-Verteidiger Matthias Ginter fehlt verletzt.

Gladbach-Verteidiger Matthias Ginter fehlt verletzt.

Foto: Getty Images

Leipzig  Gladbachs verliert in Leipzig wegen fehlender Sicherheit in der Defensive. Eberl könnte im Winter auf dem Transfermarkt reagieren.

Entgehen lassen wollte sich Matthias Ginter das, was seine Mitspieler von Borussia Mönchengladbach fabrizieren, natürlich nicht. So verfolgte er die Partie bei RB Leipzig im eigenen Wohnzimmer, wie es der Fotoplattform Instagram zu entnehmen ist. Kühlte dabei seine schweren Gesichtsverletzungen (Bruch des Kiefers und der Augenhöhle) mit Eis und musste zum einen mit ansehen, wie die Gladbacher das Spitzenspiel verdient mit 0:2 verloren. Zum anderen, wie sehr er selbst da gerade auf dem Rasen fehlte.

Denn die Borussia wagte in Leipzig den Versuch, nicht von der eigenen Spielidee abzuweichen. Die Mannschaft von Trainer Dieter Hecking wollte den Ball besitzen, durchs Mittelfeld kombinieren, obwohl RB für sein überfallartiges Pressing gefürchtet wird.

Da hätte es einen wie Ginter gebraucht, der bis zu seiner verletzungsbedingten Auswechslung vor einer Woche gegen Hannover 96 noch nicht eine Minute gefehlt hatte. Zudem blieben am Sonntag auch noch Jonas Hofmann (Muskelverletzung am Hüftbeuger) und Christoph Kramer (Außenbandriss am Sprunggelenk) in der Heimat. Ausfälle, die man nicht mal eben so ersetzen könne, wie Hecking meinte. „Das so nicht alles reibungslos läuft, das hat man gesehen.“

Ginter kehrt erst zur Rückrunde zurück

Zumindest Hofmann wird wohl zeitnah wieder zurückkehren. Ginter wird sein Gesicht jedoch noch viele Tage kühlen müssen, erst in der Rückrunde kann er wieder das Fohlen-Trikot überstreifen. Auch am kommenden Sonntag beim Heimspiel gegen den VfB Stuttgart (18 Uhr/Sky) wird ihn also Tony Jantschke ersetzen.

Der bemühte sich in Leipzig, ackerte, kämpfte. Die Ruhe von Ginter – vor allem im Aufbauspiel – besaß er aber nicht. Beim zweiten Gegentor entschied er sich zudem, rauszurücken und zu grätschen, obwohl er wohl besser zurückgerückt wäre. „Das war ein dummes Gegentor“, meinte Jantschke nur.

Das wirft die Frage auf, ob die Kaderplanung in der Defensive nicht doch etwas zu knapp geraten ist. Zumindest, um es sich in der Spitzengruppe bequem zu machen. Noch stehen die Fohlen auf dem zweiten Rang, der Rückstand auf Tabellenführer Borussia Dortmund ist allerdings auf sieben Zähler angewachsen. Und: Durch den Ginter-Ausfall stehen Hecking mit Jantschke und Nico Elvedi im Grunde nur noch zwei Innenverteidiger zur Verfügung. Auch Tobias Strobl könnte verteidigen, der soll aber eigentlich auf der Sechs die Löcher im Mittelfeld stopfen.

Namen von Ex-Spielern kursieren

Gut möglich also, dass die Gladbacher im Winter noch einmal auf dem Transfermarkt tätig werden. Immer wieder kursieren die Namen der ehemaligen Verteidiger Andreas Christensen und Reece Oxford. Bislang hält sich der Klub aber bedeckt, ob er wirklich investieren möchte.

Auch weil der Verein mit dem bisherigen Saisonverlauf ja eigentlich zufrieden sein kann. „Wenn mir einer vor der Saison gesagt hätte, dass wir am 13. Spieltag auf dem zweiten Rang stehen, dann hätte ich ihm gesagt, dass er einen Vogel habe“, meinte Hecking und ergänzte: „Wir werden alles dafür tun, dass wir Borussia Dortmund nicht alleine wegmarschieren lassen.“

Ob die Gladbacher dazu die nötige Qualität besitzen, wird sich bis zur Rückrunde auch in den noch ausstehenden schweren Auswärtsspielen zeigen. Erst bei der TSG Hoffenheim. Dann beim BVB. Dann weiß die Borussia auch, wie sehr Ginter tatsächlich fehlt.

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