Gladbach

Was bei Gladbach vor Bayern Hoffnung macht - und was nicht

Alassane Pléa.

Alassane Pléa.

Foto: firo

Wolfsburg.   Borussia Mönchengladbach scheitert beim 2:2 in Wolfsburg an eigenen Fehlern. Trotzdem macht vieles Hoffnung – auch die Rückkehr von Lars Stindl.

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Plötzlich wurde es hektisch im Innenraum des Wolfsburger Stadions. Matthias Ginter verschwand eilig. Patrick Herrmann folgte ihm. Alassane Pléa und Michael Lang joggten sogar in Richtung Kabine. Schließlich hatte der Trainer gerufen, da gehorcht man.

Dieter Hecking wollte mit seinen Spielern spontan das 2:2 (1:1) von Borussia Mönchengladbach beim VfL Wolfsburg analysieren. Ein Spiel, in dem die Gladbacher in der Offensive glänzten, sich in der Defensive kompakter präsentierten. Aber eben auch ein Spiel, in dem die Borussia zwei Gegentore durch zwei haarsträubende Fehler kassierte, weswegen es auch im achten Auswärtsspiel in Folge nicht gelang, drei Punkte einzusammeln. Zusammengefasst: Ein Schritt fehlt zur Spitzenmannschaft.

Lang schlich aus der Kabine

Trotzdem gibt es vor dem Topspiel am Samstag beim FC Bayern München (18.30 Uhr/Sky) viele Entwicklungen, die Hoffnung machen. Was Michael Lang bestätigte, nachdem der Schweizer nach der Hecking-Ansprache noch einmal aus der Kabine kam – oder besser: schlich. Denn: „Es war echt anstrengend.“ Nach wochenlanger Verletzung wegen eines Außenbandanrisses stand der Neuzugang zum ersten Mal auf dem Rasen, er verteidigte auf der rechten Seite größtenteils souverän, trug so zur defensiven Stabilität bei.

„Es war gerade eine eher positive Analyse vom Trainer“, erklärte Lang dann auch. „Wir haben ein gutes Spiel gemacht, wir haben nicht viel zugelassen“, ergänzte er, „aber wenn man zweimal in Führung geht, dann muss man eigentlich gewinnen. Trotzdem müssen wir so weitermachen“.

Hoffnung machte vor allem die Offensive, die überzeugte. Mal wieder. Die Tore von Alassane Pléa (7.) zum 1:0 und Thorgan Hazard (48.) zum 2:1 waren die Folge grandioser Angriffe. Mal schnell. Mal überlegt. Manchmal sogar genial. Pléa erzielte so bereits seinen vierten Saisontreffer und bewies, dass er die Fohlen-Offensive verstärkt.

Stindl half, ohne zu spielen

Hoffnung machte zudem, dass Nationalspieler Lars Stindl nach seiner schweren Syndesmose-Verletzung wieder zur Mannschaft gehörte. In Wolfsburg saß er zwar nur auf der Bank, half aber trotzdem. „Die Spieler waren enttäuscht in der Kabine, aber Lars hat direkt gesagt: ,Hey, ein Punkt ist gut.‘ Auch durch solche Szenen merkt man: Es ist gut, dass unser Kapitän wieder an Bord ist“, berichtete Hecking. Und ergänzte: „Ja, es war ärgerlich für uns, dass wir die Gegentore durch zwei Fehler kriegen. Aber ich kann mit dem Punkt gut leben, und den nehmen wir auch mit.“ Elf Zähler haben die Gladbacher nun. Das bedeutet Tabellenplatz vier. Mit einem Sieg in München würde die Borussia sogar am Rekordmeister (13 Punkte) vorbeiziehen. Aber nur, wenn sie ihre Fehler abstellt.

In Wolfsburg wurde das erste Gegentor von Renato Steffen (12.) durch einen dramatischen Fehlpass von Pléa eingeleitet. Beim zweiten Gegentreffer durch Wout Weghorst war der Ausgangspunkt ein Fehlpass von Matthias Ginter (59.). „Das ist sehr unglücklich gelaufen“, meinte er. Allerdings passierten die Fehler auch, weil die Gladbacher kombinieren wollten. „Wir werden jetzt nicht unsere Art verändern, wie wir Fußball spielen wollen“, meinte Lang trotzig. Und ergänzte dann mit Blick auf München: „Auch da wollen wir frech und mutig auftreten.“

Gelingt das, wäre es ein weiterer Entwicklungsschritt. Ein Schritt in Richtung Spitzenmannschaft.

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