Gladbach

Gladbach: Darum brachte Hecking Neuhaus und Raffael

Torschützen für Borussia Mönchengladbach: Raffael (l.) und Florian Neuhaus (r.).

Torschützen für Borussia Mönchengladbach: Raffael (l.) und Florian Neuhaus (r.).

Foto: dpa

Mönchengladbach.  Borussia Mönchengladbach ließ dem VfB Stuttgart beim 3:0 keine Chance und festigte Platz zwei. Die Joker Raffael und Florian Neuhaus trafen.

Florian Neuhaus hatte sich die schwarze Trainingsjacke schon wieder übergezogen, als er nach der Partie in die Kabine von Borussia Mönchengladbach marschierte. Die Jacke also, die er auch zuvor während der 90 Minuten die meiste Zeit getragen hatte, weil die Luft im Borussia Park am Sonntag eisig war und weil Neuhaus sich erstmal auf die Bank hocken musste.

Raffael und Neuhaus treffen als Joker für Gladbach

Erst in der 61. Minute wurde er eingewechselt, gemeinsam mit Raffael. Treffer waren da im Duell mit dem VfB Stuttgart noch keine gefallen. Doch nur wenige Minuten später flankte Neuhaus butterweich auf Raffael, der präzise ins Tor köpfte (69.). Und wieder nur wenige Minuten später war es Neuhaus selbst, der für den nächsten Jubelschrei der Borussen-Fans sorgte (77.). „Das war natürlich etwas Besonderes für mich“, sagte Neuhaus.

Da Weltmeister Benjamin Pavard sich nicht nur verletzte (Muskelfaserriss), sondern auch noch ein Eigentor erzielte (84.), endete die Partie 3:0 (0:0). Wodurch die Fohlen den zehnten Heimsieg in Folge feiern, zudem den zweiten Tabellenplatz vor dem FC Bayern festigen. Nach der 0:2-Niederlage am vergangenen Spieltag in Leipzig bleiben die Gladbacher auf Champions-League-Kurs.

Kapitän Lars Stindl war dementsprechend erleichtert, als er nach der Partie die Fragen der Journalisten beantwortete, dabei seine Tochter auf dem Arm hielt. „Aus dem Spiel können wir so viel ziehen“, meinte er. „Wir sind geduldig geblieben, wir haben unser Spiel ruhig aufgezogen. Das war einfach ein sehr guter Auftritt von uns.“ Stindl rückte in dieser Partie auf die Acht, sollte den immer noch verletzten Jonas Hofmann (Muskelverletzung am Hüftbeuger) ersetzen. „Ich kenne die Position, sie liegt mir“, erklärte der 30-Jährige, „auch wenn ich vielleicht den ein oder andere Fehler zu viel gemacht habe“.

Tatsächlich fehlte es in der Offensive der Borussia vor allem in der ersten Halbzeit häufig an der nötigen Präzision. Eigentlich entwickelten die Gladbacher nur Gefahr durch die überraschenden Dribblings von Thorgan Hazard. Und von Ibrahima Traoré. Der durfte nach 476 Tagen und vielen Verletzungen mal wieder von Beginn an mitmischen. Das auch noch gegen seine alten Kollegen, von 2011 bis 2014 stand er im Kader des VfB.

Traoré hatte sich also etwas vorgenommen und zeigte auch, dass er das Offensivspiel der Fohlen bereichern kann. Mit gewagten Dribblings, einem enormen Tempo. Aber, die größte Chance in den ersten 45 Minuten hatte Mario Gomez im Trikot des VfB Stuttgart. Der Ex-Nationalspieler rannte in der 30. Minute alleine auf Yann Sommer zu, schaffte es aber nicht, den Gladbach-Torhüter zu überwinden.

Gladbach-Trainer Hecking: "Ich wollte andere Spielertypen bringen"

So blieb die zähe Partie lange ohne Tore, bis Dieter Hecking in besagter 61. Minute reagierte und Florian Neuhaus für Denis Zakaria und Raffael für den glücklosen Alassane Plea einwechselte. Was ein nicht unerheblicher Teil der 48.590 Zuschauer mit Pfiffen kommentierte, weil die Anhänger Torjäger Plea gerne länger auf dem Rasen bewundert hätten.

Aber: „Ich wollte noch mal andere Spielertypen bringen“, begründete Hecking seine Entscheidung. Und: „Das ist dann ja auch aufgegangen.“ Überhaupt: „Wir können fast immer aus dem Vollen schöpfen, das ist unser großes Plus.“ So reisen die Fohlen nun als Tabellenzweiter am kommenden Samstag nach Sinsheim. Dort treffen sie auf die TSG Hoffenheim (15.30 Uhr/Sky).

Da, das stellte Neuhaus noch klar, würde er gerne wieder in der Startelf stehen. „Ich bin lieber Stammspieler“, sagte er. Und kündigte zudem eine Überraschung für seine Mannschaftskollegen an. „Das war ja mein erstes Tor. Da werde ich mir was einfallen lassen.“

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