Gladbach

Gladbach hat mit Stindl und Raffael Größeres im Blick

Lars Stindl von Borussia Mönchengladbach will hoch hinaus.

Lars Stindl von Borussia Mönchengladbach will hoch hinaus.

Foto: Getty

Mönchengladbach  Der Anspruch heißt Champions League bei Borussia Mönchengladbach. Am Sonntag kommt der VfB Stuttgart an den Niederrhein.

Abseits des Platzes kann es schon verwundern, dass Raffael wie Kapitän Lars Stindl zu den Führungsspielern bei Borussia Mönchengladbach zählt. So anders verhält er sich, schleicht nach dem Training eher introvertiert in die Kabine. Schmunzelt mehr, als dass er lacht. Stindl hingegen spricht seine Meinung gerne aus, kommuniziert offen mit den Fans, lacht laut.

Auf dem Platz aber, da verstehen es beide, ihre Mannschaft mitzureißen, weil sie ähnliche Fähigkeiten mitbringen. Beide verfügen über den Instinkt, sich in die richtigen Räume fallen zu lassen. Beide können im Sturmzentrum den Unterschied ausmachen.

Beide haben deswegen eine enorme Bedeutung für die Elf von Trainer Dieter Hecking. Gerade jetzt, da sich nach dem 0:2 bei RB Leipzig am vergangenen Spieltag ein wenig Unruhe breitmacht. Vor dem Heimspiel am Sonntag (18 Uhr/Sky) gegen den VfB Stuttgart ist die Frage: Sollen Stindl und Raffael zusammen starten?
Hecking grübelt über Startelf

Auch Dieter Hecking runzelt am Freitag die Stirn. „Mein Gedankenspiel ist nicht abgeschlossen“, räumt der Trainer ein. Ja, Raffael sei ein Kandidat für die Startelf. Ja, das treffe auch auf Stindl zu. Trotzdem, vielleicht brauche der Kapitän auch mal eine Pause, denn „er hat jetzt nach seiner fünfmonatigen Verletzungspause jedes Spiel gespielt“. Da könnte ihn Raffael ersetzen. „Er ist wieder auf dem Weg zu seiner Bestform und ganz nah dran an der Startelf.“
Anderseits könnten beide auch gemeinsam den Platz betreten. Stindl könnte dann zurück auf die Acht rücken. Denn: In Jonas Hofmann (Muskelverletzung am Hüftbeuger) und Matthias Ginter (Bruch der Augenhöhle und des Kiefers) werden zwei Leistungsträger nicht zur Verfügung stehen, die schon in Leipzig vermisst wurden. Vor allem im Aufbauspiel.

Ersatz für die Hofmann-Rolle

Stindl würde dann versuchen, die Rolle von Hofmann zu übernehmen und immer wieder gefährlich in die Spitze zu stoßen. Möglich, meint Hecking dazu, „aber auch Raffael kann diese Rolle übernehmen“. Die Gedanken sind eben noch nicht zu Ende gedacht.

Offen sei zudem, ob Christoph Kramer nach seinem Bänderriss im Sprunggelenk wieder zurückkehre. „Ich muss von Tag zu Tag schauen, wie das Gelenk reagiert“, sagt Kramer. Trotz Training.
Am Sonntag wiederum müssen die Fohlen erst mal schauen, wie denn der Tabellensechzehnte aus Stuttgart so agiert. Der VfB sei unter dem neuen Trainer Markus Weinzierl schwer einzuschätzen, berichtet Hecking. Aber: „Egal, ob sie mutig spielen wollen oder sich tief hinten reinstellen, wir müssen für beides Lösungen haben.“

Die vergangenen sechs Heimspiele hat die Borussia jedenfalls alle gewonnen, noch steht sie auch auf dem zweiten Tabellenplatz. Doch nach der Leipzig-Niederlage wird das Ergebnis am Sonntag auch zeigen, wie gefestigt dieser Spitzengruppen-Platz tatsächlich ist. „Wir sind nur ein Team, das erfolgreich Fußball spielen will“, erklärt Hecking. Doch natürlich sind die Ansprüche nach dem grandiosen Saisonbeginn gestiegen, weil alle spüren, dass diese Saison Größeres (Champions-League-Qualifikation) erreicht werden könnte.

Dabei müssen Stindl und Raffael helfen. Jeder aber auf seine Art.

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