Gladbach-Analyse

Gladbach hat mit gewollter Rotation im DFB-Pokal Erfolg

Nico Elvedi (links) gegen Fortunas Benito Raman.

Foto: imago

Nico Elvedi (links) gegen Fortunas Benito Raman. Foto: imago

Düsseldorf.   Beim 1:0-Pokalsieg in Düsseldorf muss Dauerbrenner Vestergaard auf die Bank. Trainer Hecking baut auf den schnelleren Schweizer Elvedi – und hat damit Erfolg.

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Wann hat Innenverteidiger Jannik Vestergaard ein Pflichtspiel von Borussia Mönchengladbach zuletzt komplett von draußen begutachtet? Es scheint Lichtjahre her zu sein. Zumindest in der speziellen Zeitrechnung des Fußballprofigeschäfts. Bei der 1:2-Heimniederlage gegen den FC Barcelona im Gruppenspiel zur Champions League am 28. September 2016, als eben Vestergaard zuletzt nicht auf den Rasen durfte, war noch André Schubert der Cheftrainer der Fohlenelf.

Vestergaards beständig solide Leistungen in den folgenden 13 Monaten waren zumindest am Dienstagabend in Düsseldorf kein Garant dafür, für die Startelf nominiert zu werden. Beim wackeligen 1:0-Pokalsieg gegen Zweitliga-Spitzenreiter Fortuna zog Cheftrainer Dieter Hecking seinen dänischen Nationalspieler aus dem Verkehr. Nach kompletten 900 Pflichtspielminuten in Bundesliga und DFB-Pokal in der laufenden Saison.

Auf Tempospieler reagiert

„Das war hinten eine gewollte Rotation”, versicherte Hecking zwar und wollte von einer Reaktion auf die 1:5-Heimpleite gegen Bayer 04 Leverkusen vom Samstag nicht viel wissen. Trotzdem verriet er mehr, als er wollte: „Die Fortuna hat gute Tempospieler in ihren Reihen, darauf wollten wir reagieren.“ Vestergaard ist mit seinem 1,99 Meter Körpergröße nicht der Schnellste.

Heckings Vorhaben ging auf. Im Gegensatz zu den Pleiten in Dortmund (1:6) und gegen Leverkusen (1:5), als die Gladbacher Abwehr mit schnellen Gegenspielern erhebliche Probleme hatte. Der Schweizer Nico Elvedi, sonst am rechten Rand der Abwehrkette gesetzt, entpuppte sich in der Innenverteidigung als sattelfest. Außenverteidiger Tony Jantschke ließ bei seinem Saisondebüt nach langer Verletzungspause wenig anbrennen. Ausnahme: der an Niko Gießelmann in der 73. Minute verschuldete Foulelfmeter. „Das war ein dummes Ding von mir”, gab Jantschke hinterher zu, „und in den letzten zwanzig Minuten hatte ich mit der Kraft zu kämpfen.”

Doch Gladbachs Dauerbrenner, der zuletzt am 1. April beim 0:0 in Frankfurt gespielt hatte, hielt tapfer durch. Ob es zu einem zweiten Starteinsatz am Samstag (15.30 Uhr/Sky) im Bundesliga-Auswärtsspiel bei der TSG Hoffenheim reicht, ist unsicher.

Jannik Vestergaard wird auf seine Rückkehr in die Abwehrkette neben Weltmeister Matthias Ginter drängen. Der 26-jährige Däne gilt als Ehrgeizling. Wenn es nicht so läuft, wie Vestergaard es für richtig hält, ist die schlechte Laune meist nicht weit. Was wiederum intern für Spannungen sorgen kann.

Zu wenig Alternativen

Gerade mit Vestergaards Ex-Klub Hoffenheim hat die Fohlenelf zuletzt nicht die besten Erfahrungen. Beim jüngsten Gastspiel in Sinsheim kassierte die Borussia am 15. April fünf Gegentore. Es ist durchaus nicht gesagt, dass Hecking mit dem Wissen um die Offensivkraft der Kraichgauer seine Abwehr in die alte Formation zurückbaut. Gleichwohl gibt es nicht allzu viele Alternativen, eine noch bessere Rotation zu versuchen.

Außenverteidiger Oscar Wendt, der zuletzt schwache Partien ablieferte, ist auf der linken Seite nahezu konkurrenzlos. Eine wirklich gute Alternative ist US-Nationalspieler Fabian Johnson hier nicht.

In der Innenverteidigung traut Trainer Hecking seinem 18-jährigen Leih-Englänger Reece Oxford offenbar noch keinen Start zu. In Düsseldorf wäre dazu Gelegenheit gewesen. Doch es entpuppte sich als richtig, Nico Elvedi statt Oxford aufzustellen. Bei West Ham United, Oxfords Premier-League-Klub, werden sie die bisher null Einsätze zähneknirschend registrieren.

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