Gladbach

Gladbachs Mannschaft gibt weiterhin Rätsel auf

Dieter Hecking.

Dieter Hecking.

Mönchengladbach.   Gladbach muss mit einem überaus glücklichen 1:1 gegen den FSV Mainz zufrieden sein – die derzeit schwankenden Leistungen sind ein Rätsel.

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Draußen, vor dem Borussia-Park, wird gebaut. An der Zukunft. Das Nachwuchs-Leistungszentrum wird erweitert, ein Hotel entsteht, der Fanshop zieht um in ein größeres Gebäude. Man sieht LKWs, man sieht Bagger und vor allem sieht man einen riesigen Kran, der so etwas ist wie ein Symbol. Die Botschaft, dass die Mönchengladbacher hoch hinaus wollen, war für niemanden zu übersehen, der sich am vergangenen Samstag auf den Weg zur Hennes-Weisweiler-Allee machte.

Allein, die Planung der Infrastruktur ist das eine, die Planung eines Teams das andere. Borussia Mönchengladbach hat riesige Fortschritte gemacht in den vergangenen Jahren, aber soweit, dass die aktuelle Mannschaft ihr Potenzial in schöner Regelmäßigkeit auf die Wiese bringt, so weit ist der Klub noch lange nicht. Letzter Beleg dieser Aussage ist das 1:1 gegen den FSV Mainz, ist also ein Punktgewinn, der mehr als glücklich war.

Folgt man dem Internetportal „Transfermarkt.de“, dann ist der Marktwert des Gladbacher Kaders (158 Millionen Euro) mehr als doppelt so hoch wie der des Konkurrenten aus Mainz (73 Millionen Euro) – aber die tollsten Summen, so positiv die Entwicklung auch sein mag, schützen nicht vor Rückschlägen.

Gewaltige Lücken vor der Abwehr

Tatsächlich tauchen immer wieder Probleme auf, die man kaum vorhersagen kann. Da ist eine Mannschaft, die neu sortiert ist, und die eine starke Partie in Hoffenheim spielt. Und genau das, was in Hoffenheim noch bestens funktionierte, passt gegen Mainz plötzlich gar nicht mehr zusammen.

Beispiel Matthias Ginter: Der Abwehrmann überzeugte vor gut einer Woche als Sechser, und am Samstag mussten sich die Gladbacher Fans fragen, wie zum Teufel so gewaltige Lücken vor der Abwehr entstehen konnten. Erst als Trainer Dieter Hecking sein Team neu justierte, als er Ginter zurück in die Innenverteidigung beorderte und Christoph Kramer auf den Rasen schickte, bekam die Mannschaft eine bessere Struktur.

Man kann solche Punkte weiter auflisten. Vincenco Grifo, der es in Hoffenheim schaffte, eine halbe Abwehr schwindelig zu tanzen, ist eine Woche später vor allem unauffällig. Oder Raffael, Gladbachs Topstürmer der vergangenen Jahre, wirkt in diesen Tagen so, als sei er nicht mehr der, der er einmal war.

Die Borussen müssen letztendlich dankbar sein, nach den Heimpleiten gegen Frankfurt und Leverkusen nicht noch eine Dritte in dieser Saison kassiert zu haben. Ganz offensichtlich tun sich die Gladbacher vor eigenem Publikum schwerer, als ihnen lieb ist. Und dieser Umstand ist kaum mit den Ausfällen einiger verletzter Spieler zu erklären, weil diejenigen, die im Aufgebot stehen, allemal die Qualität haben, ein besseres Spiel abzuliefern als das am Samstag gebotene.

„Es ist so, dass wir diese Entwicklungsphase durchmachen müssen“, betonte Mönchengladbachs Trainer Dieter Hecking, der mit seiner Mannschaft vor eigenem Publikum nun schon acht Punkte liegen ließ.

Eine Erklärung? Schwierig. „Es scheint, dass wir uns zu Hause sehr viel Druck machen und unbedingt gewinnen wollen“, ergänzte Sportdirektor Max Eberl. „Das hemmt uns momentan aber. Deswegen ist nicht die Leichtigkeit da wie auswärts.“ Ob da was dran ist?

Der nächste Heimgegner ist der FC Bayern

Der nächste Gegner, der in den Borussia-Park kommt, ist der FC Bayern München, und bereits zwei Wochen später kommt der FC Schalke 04 nach Gladbach. Das sind Teams, gegen die man nicht den Druck hat, unbedingt gewinnen zu müssen. Ob das die Sache einfacher macht für die Borussen? Sicher ist, dass weiter und weiter gebaut wird. Vor dem Stadion und am Team sowieso. Die Erkenntnis, dass eine Fußball-Mannschaft nichts anderes ist als eine ewige Baustelle, ist schließlich nicht exklusiv. Zumal in Gladbach nicht, wo man es schafft, Fortschritte zu machen, auch wenn man Jahr für Jahr die besten Akteure abgeben muss.

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