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Ohne Kramer keine Stabilität: Gladbachern fehlt die Reife

Verletzt: Christoph Kramer von Borussia Mönchengladbach.

Foto: imago

Verletzt: Christoph Kramer von Borussia Mönchengladbach. Foto: imago

Mönchengladbach.  Borussia Mönchengladbach ging gegen Bayer Leverkusen mit 1:5 unter. Bitter: Christoph Kramer fehlt wohl auch im DFB-Pokal am Dienstag.

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Es gab tatsächlich eine kleine gute Nachricht für die Anhänger von Borussia Mönchengladbach an diesem Fußball-Wochenende: Weltmeister Christoph Kramer, der beim 1:5 (1:0)-Heimdebakel gegen Bayer 04 Leverkusen im defensiven Mittelfeld schmerzlich vermisst worden war, hat sich zumindest keinen Muskelfaserriss im linken Oberschenkel zugezogen. Damit könnte der 26-Jährige für das DFB-Pokalspiel am Dienstag (18.30 Uhr/Sky) bei Zweitliga-Spitzenreiter Fortuna Düsseldorf eine personelle Alternative sein.

Die Betonung liegt allerdings auf der Möglichkeitsform. „Wir versuchen alles, werden aber nicht riskieren, dass Chris sechs Wochen ausfällt, wenn die Muskulatur im Oberschenkel noch nicht spielbereit ist“, sagt Gladbachs Sportdirektor Max Eberl. Der mochte nach dem unerwarteten Einbruch in der zweiten Halbzeit nicht darüber philosophieren, ob es mit Kramer zu fünf Gegentoren binnen 33 Spielminuten gekommen wäre.

Eine Halbzeit lang entpuppten sich nämlich der Franzose Mickael Cuisance (18) und der Schweizer Denis Zakaria (20) im defensiven Mittelfeld als vortreffliche Kombination. Cuisance als leichtfüßiger Trickser und Ballverteiler, Zakaria als zweikampfstarker Bulldozer. Kramers Ausfall? Kein Thema!

Als jedoch Bayer-Trainer Heiko Herrlich seine Werkself umstellte, den spritzigen Julian Brandt für den unauffälligen Argentinier Lucas Alario nach vorn beorderte und ein zügiges Ausgleichsstolpertor von Sven Bender bejubelte, verloren die Fohlen völlig den Faden.

Gladbach-Trainer Hecking kritisiert Jugend-Wahnsinn

Für Trainer Dieter Hecking war letzteres eine Frage der Reife: „Spätestens nach dem 1:3 hätten wir uns sortieren, hätten wir Ruhe ins Spiel bringen müssen. Da waren noch dreißig Minuten zu spielen. Genug Zeit, um etwas zu drehen.“

Auf den fehlenden Kramer mochte Hecking den Grund für ausgeprägte Kopflosigkeit seiner Fohlen nicht schieben: „Wir haben genügend erfahrene Spieler. Leider hat sicht der jugendliche Wahnsinn durchgesetzt.“ Und am Ende eine Abwehrkette, die sich mit nun 17 Gegentreffern zur Schießbude der Bundesliga degradierte. Oscar Wendts zauderhafte Abwehrhaltung beim 1:2 des Jung-Jamaikaners Leon Bailey (20) war ebenso ein Sinnbild wie der jeweilige Ballverlust im Mittelfeld von Mickael Cuisance (vor dem 1:3) und Nico Elvedi (vor dem 1:4).

Auch Torhüter Yann Sommer, bisher fehlerloser Gladbacher Rückhalt, hatte bei zwei Treffern seine Aktien im Spiel. „Wir müssen die zweite Halbzeit nun gut und schnell analysieren“, erklärte der Schweizer hörbar geknickt.

Gladbach-Kapitän Stindl spricht mit den Fans

Schnell ist vor allem deshalb nötig, weil am Dienstag schon das Pokalderby bei Fortuna Düsseldorf auf dem Programm steht. Die Gladbacher Fans, die erstaunlich unaufgeregt die Pleite gegen Leverkusen hinnahmen, gaben Kapitän Lars Stindl am Zaun im kurzen Zwiegespräch einen Auftrag mit auf den Weg. „Sie haben uns darauf hingewiesen, wie wichtig das Pokalspiel in Düsseldorf sei“, betonte Stindl.

Jugendlicher Wahnsinn dürfte dann gegen eine konterstarke, vor Selbstvertrauen strotzende Fortuna verboten sein. Und: Im DFB-Pokal konnte Gladbach gegen den Niederrheinrivalen noch nie gewinnen. Beim vorerst letzten Aufeinandertreffen am 31. Oktober 2012 traf Nando Rafael für Düsseldorf zum 1:0 in der Verlängerung.

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