Braunschweig

Der MSV Duisburg siegt 3:0 bei Eintracht Braunschweig

Die Leichtigkeit des Siegens: (von links) Leroy-Jacques Mickels, Moritz Stoppelkamp, Vincent Vermeij und Yassin Ben Balla.

Die Leichtigkeit des Siegens: (von links) Leroy-Jacques Mickels, Moritz Stoppelkamp, Vincent Vermeij und Yassin Ben Balla.

Foto: Thomas F. Starke / Getty Images

Braunschweig.  Der MSV Duisburg gewinnt 3:0 bei Eintracht Braunschweig. MSV-Trainer Torsten Lieberknecht holt einen Abschied nach.

Manchmal reicht die Zeit nicht, um sich zu verabschieden. So erging es Torsten Lieberknecht offenbar im Mai 2018, als er in Kiel mit Eintracht Braunschweig aus der 2. Fußball-Bundesliga abstieg und wenige Tage später seinen Job los war. So holte der 46-Jährige am Sonntag die Worte, für die vor 15 Monaten weder Zeit noch Raum war, nach.

„Die MSV-Fans werden es mir verzeihen. Ich bedanke mich hier für eine intensive Zeit“, sagte Lieberknecht bei der Pressekonferenz zum Gastspiel des MSV Duisburg bei der Braunschweiger Eintracht. Den Duisburger Fans dürfte dies egal gewesen sein. Der MSV gewann bei der Eintracht 3:0 (1:0) und setzte damit erneut ein Ausrufezeichen.

Der MSV jetzt auf dem zweiten Platz in der 3. Liga

Mit neun Punkten aus vier Spielen belegt der MSV nun Platz zwei. Lieberknecht nimmt den guten Start gerne mit, er will aber darin nicht zuviel hineininterpretieren. „Es ist zu früh für ein Zwischenfazit“, sagte der Trainer, der eine seriöse Bewertung der Dinge erst nach zehn Spielen für möglich hält. Trotzdem: Innerhalb des Vereins gab es genügend Stimmen, die einen schnellen Erfolg forderten. Diese Kreise hat Lieberknecht zumindest bedient.

Der Coach nahm erstmals Änderungen in der Startaufstellung vor. Lukas Daschner, der aufsteigende Stern am Meidericher Himmel, habe vor dem Spiel signalisiert, dass er im muskulären Bereich nicht bei 100 Prozent sei, wie der Verein mitteilte. Daschner saß somit auf der Bank, nahm am Aufwärmen der Reservisten teil, blieb aber ohne Einsatz. Dafür kam Ahmet Engin zu seinem ersten Startelf-Einsatz.

Im Angriff spielte Petar Sliskovic erstmals von Beginn an, Vincent Vermeij saß zunächst auf der Bank. In der Englischen Woche war Sliskovic diesmal halt an der Reihe.

Braunschweiger Eigentor zum 0:1

In der 19. Minute sorgte der Neuzugang aus Aalen zum ersten Mal im gegnerischen Strafraum für Aufregung. Doch er verpasste nach der Hereingabe von Joshua Bitter den Ball – was rückblickend betrachtet in dieser Situation vermutlich das Beste für den MSV war. Eintracht-Spieler Steffen Nkansah traf zum 0:1 ins eigene Tor. So war es für Lieberknecht wie zu besten Eintracht-Zeiten: Ein Braunschweiger beförderte die Kugel ins Tor, und der Trainer jubelte.

Ahmet Engin hätte in der 30. Minute auf 2:0 erhöhen können, doch er verfehlte das Tor aus spitzem Winkel. Unmittelbar nach dem Seitenwechsel ließen die Meidericher weitere Hochkaräter liegen. Moritz Stoppelkamp knallte den Ball in der 47. Minute unter die Latte. Zwei Minuten später köpfte Connor Krempicki aus kurzer Distanz neben das Tor. In der 58. Minute bediente Moritz Stoppelkamp Marvin Compper mit einem Freistoßball, der Abwehrchef verzog jedoch.

Stoppels Stolper-Tor

Es folgte eine Phase, in der Braunschweig für kurze Zeit die Oberhand gewann. Marvin Compper kritisierte später, dass die Mannschaft kurzzeitig nicht so konzentriert wie im ersten Durchgang gearbeitet habe. So erspielte sich die Eintracht ein leichtes Übergewicht – allerdings hielt sich die Gefahr für die Meidericher in Grenzen.

In der 81. Minute war die Messe dann aber gelesen. 68 Sekunden nach seiner Einwechslung traf Leroy-Jacques Mickels mit einem satten 17-Meter-Schuss zum 2:0. Für den Mann, der aus der Oberliga kam, war das ein besonderer Moment. „Im Training habe ich diese Bälle mit Darius Scholtysik immer wieder geübt“, bedankte sich sich Mickels beim Co-Trainer, für den das Spiel in Braunschweig ebenfalls eine besondere Geschichte war. Auch er blickt auf eine lange Zeit bei der Eintracht zurück. Zudem feierte er am Sonntag seinen 53. Geburtstag.

Den Schlusspunkt setzte Moritz Stoppelkamp. Musste sich der 32-Jährige in schlechten Zeiten immer wieder mit der wenig freundlichen Umbenennung „Stolperkamp“ herumärgern, wird er diesmal vermutlich schmunzeln. In der 85. Minute geriet der gebürtige Buchholzer mächtig ins Stolpern – beförderte den Ball im Nachsetzen dann aber doch noch über die Linie.

Am Dienstag nehmen die Zebras das Training um 10 Uhr wieder auf. Am Abend steht um 19 Uhr in Meiderich ein Testspiel gegen den Oberligisten ASC Dortmund an.

Leserkommentare (1) Kommentar schreiben