MSV Duisburg

Der MSV gibt das Spiel in München unnötig aus der Hand

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Gemeinsam in der Enttäuschung. Der MSV-Spielerkreis nach der 0:1-Pleite bei Türkgücü München.

Gemeinsam in der Enttäuschung. Der MSV-Spielerkreis nach der 0:1-Pleite bei Türkgücü München.

Foto: firo

München.  Der Drittligist MSV Duisburg spielt bei Türkgücü gut, hat den Gegner im Griff und verliert wegen eigener Unzulänglichkeiten am Ende doch 0:1.

Die MSV-Serie riss, noch bevor es eine war. Nach dem 2:0-Sieg über die Würzburger Kickers vor gut einer Woche wollte Ivica Grlic, der Manager des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg eine Serie starten. Vor dem Auswärtsspiel am Montag bei Türkgücü München blies Trainer Pavel Dotchev in das gleiche Horn. Sieben Punkte wünschte sich der Trainer aus den kommenden drei Spielen. In der 81. Spielminute beim Spieltagsfinale im Stadion an der Grünwalder Straße haute der Münchener Torschützte Albion Vrenezi alle Vorhersagen und Vorgaben per Flachschuss in die Tonne. Der Spielverein verlor mit 0:1 (0:0) vor 600 Zuschauern. Damit lassen sich weder die sieben Punkte erreichen noch eine Serie starten.

Pavel Dotchev hadert mit der Effizienz seiner Mannschaft

Die Duisburger Familie Sisyphos rollt den Stein also wieder von ganz unten den Berg rauf. Platz 14 in der Tabelle ist dabei näher am Abgrund als am Gipfel. Pavel Dotchev haderte vor allem mit der Effizienz seiner Mannschaft. „Bei uns war das Problem, dass wir unsere Chancen nicht realisiert haben. Wir hatten drei, vier Chancen. Davon müssen wir eine machen. Dann nehmen wir einen Punkt mit oder gewinnen sogar.“

Der Coach sah vor seinen Augen in diesem Moment vermutlich, wie Moritz Stoppelkamp gleich in der zehnten Minute nach schöner Vorarbeit von Marvin Bakalorz und Orhan Ademi den Ball aus bester Position nicht im Tor unterbrachte. Normalerweise fragt der Kapitän in solchen Momenten den Keeper: „Wo willst du ihn hin haben?“ Und macht die Kugel dann rein. Am Montag traf Stoppelkamp nur Münchens Abwehrspieler Moritz Kuhn.

Gleich in der ersten Minute der zweiten Halbzeit stand Alaa Bakir komplett frei vor der Hütte. Mit einem schönen Trick ließ er den Torwart aussteigen. Dann drosch der 20-jährige Ex-BVB-Spieler die Kugel nur ans Außennetz. Orhan Ademi hatte eine Kopfball-Gelegenheit (36.). Kolja Pusch schoss direkt vor dem Tor Vollath (62.) an. Alaa Bakir fand für den perfekt stehenden Orhan Ademi (70.) die Gasse nicht.

München nutzt die Nachlässigkeiten in der MSV-Deckung

Moritz Stoppelkamp analysierte bei MagentaSport: „Im Abschluss hat die letzte Überzeugung gefehlt.“ Die Niederlage nannte er bitter, denn „das war eines unserer besten Spiele in dieser Saison.“ Sein Trainer hatte es genauso gesehen. Schönschrift ist aber kein Versetzungsfach.

Die Hausherren - nach zuletzt zwei 0:3- Niederlagen -selbst nicht besonders zufrieden mit dem Saisonverlauf nutzten dann eine Nachlässigkeit der ansonsten gut stehenden MSV-Deckung zur Entscheidung. Alles fing damit an, dass Kolja Pusch hoch in der Hälfte des Gegners den Pass von Mergim Mavraj nicht verhinderte. Rolf Feltscher stand zu tief und hob das Abseits auf. Oliver Steurer und Stefan Velkov waren zu weit weg vom Torschützen. Die ganze Aktion der Münchener lief nach dem Prinzip: Man kann es ja mal versuchen. Wirklichen Offensivgeist hatte die Heimmannschaft in der zweiten Halbzeit nicht gezeigt. Der MSV hatte den Gegner im Griff. Und ließ dann einfach wieder los. Trainer Dotchev befand nach der Panne: „Wir bekommen die Gegentore zu billig.“ Das kam den MSV am Montag teuer zu stehen.

Im Teamkreis nach dem Spiel soll Stoppelkamp zu seinen Arbeitskollegen gesagt haben: „Jungs, das war kein schlechtes Spiel von uns. Wir müssen das jetzt in den Griff bekommen, über 90 Minuten kompakt zu stehen. Dann sind wir schwer zu schlagen.“ Am kommenden Samstag um 14 Uhr gegen Eintracht Braunschweig kann der MSV vor eigenem Publikum diesen Worten Taten folgen lassen. Dann eröffnet sich die nächste Gelegenheit, eine Serie zu starten. Nur mit den sieben Punkten bis Ende September wird es definitiv nichts mehr.

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