Abstieg

Der Niedergang des MSV Duisburg begann im März 2018 in Kiel

3. März 2018: Mit der 0:5-Pleite in Kiel begann der Niedergang der Duisburger Mannschaft.

3. März 2018: Mit der 0:5-Pleite in Kiel begann der Niedergang der Duisburger Mannschaft.

Foto: Frank Molter

Duisburg.   Im Holstein-Stadion kann es die Zebras am Sonntag erwischen. Schlechte Erinnerungen an die letzte Saison und an die aktuelle Hinrunde.

Holstein Kiel. Vor drei Jahren feierte der MSV Duisburg in seiner Arena gegen die Störche den Aufstieg in die 2. Fußball-Bundesliga. Das ist aber auch schon die einzige gute Erinnerung an Holstein Kiel. Am Sonntag sind die Zebras ab 13.30 Uhr im Holstein-Stadion am Ball. Wenn es schlecht für die Meidericher läuft, kann nach dem Match der Abstieg in die Drittklassigkeit besiegelt sein.

Der 1. FC Magdeburg spielt am Samstag beim VfL Bochum, der FC Ingolstadt ist zeitgleich beim Hamburger SV am Ball. Landet einer der beiden Konkurrenten im Abstiegskampf einen Sieg, würde es den MSV erwischen, wenn er in Kiel nicht gewinnen sollte.

Sasic verlor seinen Job

Holstein Kiel. Im Oktober 2011 verlor MSV-Trainer Milan Sasic seinen Job, weil die Duisburger bei den damals viertklassigen Störchen aus dem DFB-Pokal ausgeschieden waren. Das ist lange her. Noch nicht so lange her ist der letzte Auftritt der Meidericher an der Ostsee. Am 3. März 2018 hätte der MSV in Kiel nach den Sternen greifen können. Mit einem Sieg hätte die Mannschaft auf den dritten Platz klettern können.

Doch es setzte eine 0:5-Klatsche. Es folgten vier Niederlagen und ein Unentschieden. Das Team, das zuvor seine Fans begeistert und die Experten überrascht hatte, stürzte ab und geriet noch einmal in Abstiegsgefahr. Holstein Kiel im März 2018 – es war der Beginn des Niedergangs der Mannschaft, der nun wohl in den Abstieg münden wird.

Lieberknechts Albtraum

MSV-Trainer Torsten Lieberknecht erlebte seinen Kieler Albtraum am 13. Mai 2018. Mit Eintracht Braunschweig verlor er am letzten Spieltag bei Holstein mit 2:6. Die Eintracht, die zuvor nie auf einem Abstiegsplatz gestanden hatte, rauschte runter in die 3. Liga. Lieberknecht stand vor der Gästekurve und weinte bitterlich.

Auch in dieser Saison gab Holstein Kiel die Richtung vor. Im Herbst schien der MSV nach dem Trainerwechsel auf einem guten weg. Siege in Köln und in Bielefeld, zudem konnte der MSV gegen Paderborn sein erstes Heimspiel gewinnen. Doch dann kam Kiel an die Wedau und verpasste dem MSV erneut eine Klatsche. Die Zebras gingen mit 0:4 unter. Erneut setzte ein Niedergang ein: Es folgten vier Niederlagen in Serie. Bis heute schaffte es Lieberknecht nicht, das Ruder herumzureißen.

Andreas Wiegel verletzt

Nun geht’s wieder nach Kiel. Das gilt nicht für Andreas Wiegel. Der Rechtsverteidiger zog sich im Training einen Muskelfaserriss in der Wade zu. Man mag gar nicht mehr vom Verletzungspech sprechen: Der MSV verkündete nun bereits den dritten Muskelfaserriss innerhalb von drei Wochen.

Immerhin: Lukas Fröde hat diese Verletzung mittlerweile überwunden und gehört dem Aufgebot an. Dies gilt nicht für Kevin Wolze (Muskelfaserriss und ohnehin gesperrt), John Verhoek (Schmerzen im Sprunggelenk), Christian Gartner (neuerdings auch mit muskulären Problemen belastet), Migel-Max Schmeling (Kniebeschwerden), Joseph Baffoe (Kreuzbandriss) und Sebastian Neumann (Aufbautraining).

Der Einsatz von Enis Hajri ist fraglich, weil auch die Muskulatur des 36-Jährigen Probleme bereitet. Bei der Auflistung wird deutlich: Es mangelt an Außenverteidigern. Während des Pressegesprächs am Freitag fiel der Blick auf Yanni Regäsel. Der Mann von der Streichliste trainierte auf dem Rasenplatz am Trainingszentrum vor sich hin. Eine Begnadigung in der Stunde der Not? Lieberknecht schloss dies aus, zumal der Ex-Frankfurter zuletzt lange krank gewesen sei.

In der nächsten Saison wird’s höchstwahrscheinlich nicht nach Kiel gehen. Torsten Lieberknecht will beim MSV bleiben. Der Coach, dessen Vertrag noch ligenunabhängig bis 2021 läuft, weiß, dass er nach einem Abstieg zur Disposition stehen wird. Am Freitag gab er eine Bewerbung für eine Fortsetzung seiner Arbeit ab: „Ich bin mit Eintracht Braunschweig dreimal aufgestiegen. Ich traue mir zu, den Aufbau zu gestalten.“

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