MSV Duisburg

DFB entscheidet: MSV-Heimspiel gegen Halle abgesagt

MSV-Sportdirektor Ivica Grlic hat eine Sorge weniger.

MSV-Sportdirektor Ivica Grlic hat eine Sorge weniger.

Foto: Firo

Duisburg.  Der Drittligist hatte wegen der Coronafälle im Team eine Verlegung des Heimspiels gegen den Halleschen FC beantragt. Dem wurde entsprochen.

Das Warten hat ein Ende: Am Freitagmittag verkündete der Deutsche Fußball-Bund die Entscheidung, dass das Heimspiel des MSV Duisburg gegen den Halleschen FC am Sonntag (14 Uhr) nicht stattfindet. Die Drittligia-Partie ist somit offiziell abgesagt. Das hat der Spielleiter in Anbracht der besonderen Umstände - den Duisburgern fehlen wegen positiver Corona-Tests und mehrere Verletzungen ein Dutzend Spieler - auch in Rücksprache und mit Zustimmung des Halleschen FC entschieden.

Dies gab der MSV in einer Mitteilung bekannt. „Unser Dank geht in dieser komplizierten Situation an den DFB, vor allem aber auch an den Halleschen FC, der diese Entscheidung mitträgt. Alle Beteiligten haben in dieser schwer zu überblickenden Lage viel, viel Fingerspitzengefühl bewiesen“, wird MSV-Sportdirektor Ivica Grlic darin zitiert.

Drei Spieler des MSV "sporttypisch" nicht im Kader

Da der MSV aus seiner Sicht aktuell nicht genügend Spieler zur Verfügung hat, hatten die Verantwortlichen am Mittwoch eine Verschiebung des Spiels beantragt. Der Hallesche FC hatte angekündigt, spielen zu wollen: "Wir gehen davon aus, dass gespielt wird. So bereiten wir uns auch vor und stellen die Jungs dementsprechend ein", sagte Trainer Florian Schorrenberg.

Das Problem in Duisburg: Laut Statuten des DFB müssen mehr als 13 Spieler, darunter ein Torhüter, einsatzbereit sein, damit ein Spiel stattfinden kann. Nach den Coronfällen drei und vier in der vergangenen Woche befinden sich zehn Spieler aus dem 26er Kader in häuslicher Quarantäne. Cem Sabanci (Kreuzbandriss), Joshua Bitter (Aufbautraining nach Muskelriss) und Ahmet Engin (Muskelfaserriss) sind "sporttypisch verletzt", werden laut DFB-Regeln als Ausfälle nicht in der Rechnung berücksichtigt. Der am Pfeifferschen Drüsenfieber erkrankte Kapitän Moritz Stoppelkamp hingegen ist für die Rechnung relevant. Stürmer Vincent Vermeij und Verteidiger Vincent Gembalies waren unter der Woche wegen einer Grippe krankgeschrieben.

Lieberknecht trainiert mit zehn Spielern

Aus Duisburger Sicht stellte sich ohnehin die Frage, ob der Wettbewerb unter diesen Umständen noch fair ist. Nachdem wegen der neuen Coronfälle kurzfristig abgesagt werden musste, trainierte das Team im Home Office. Am Donnerstag hatte MSV-Trainer Torsten Lieberknecht vorsorglich .

Grlic: "Das ist Faiplay"

Doch eine echte Spielvorbereitung sieht anders aus. Daher wird die nun gefällte Entscheidung begrüßt: „Stand heute haben wir nur zwölf gesunde Profis. Dazu kommt mit Gian-Luca Reck unser U19-Torwart, der auch gemeldet ist. In diese Zahl rein gerechnet ist zudem ein Spieler, der nach seiner Quarantäne erst am Sonntag erstmals wieder seine Wohnung verlassen darf“, erklärte Grlic. „Umso mehr freuen wir uns über den Respekt aus Halle und auch beim DFB uns gegenüber in dieser alles andere als schönen Lage. Das ist Fairplay!“

Nach dem nun freien Wochenende geht es für den MSV in die englische Woche. Am Mittwoch (19Uhr) ist das Auswärtsspiel gegen die SpVgg Unterhaching geplant, am Samstag (14 Uhr) das nächste Heimspiel gegen den KFC Uerdingen. Wann das Spiel gegen Halle nachgeholt wird,ist noch offen. Zum Auswärtsspiel am Mittwoch wird der MSV nach aktuellem Stand wieder antreten können.

Duisburger Fall erinnert an Dynamo Dresden

Der Fall erinnert an Dynamo Dresden. Weil sich die Mannschaft in der vergangenen Saison in Isolation begeben musste, wurden mehere Spiele verschoben. Der strauchelnde Zweitligist musste binnen 19 Tagen sieben Spiele absolvieren -- und stieg am Ende in die Dritte Liga ab. Dynamo Dresden fühlte sich betrogen. "Glauben Sie, dass einer in der DFL sich nur eine Sekunde Gedanken macht, was bei uns in den Köpfen vorgeht? Das ist denen alles scheißegal. Wir sind die, die den verfickten Preis bezahlen für den ganzen Scheiß", wütete damals Verteidiger Chris Löwe.

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