Traditionscup

Elfmeter-Wirrwarr: MSV Duisburg siegt durch Abwinken

Stokes Torwart Jack Butland beim kuriosen Elfer-Schießen.

Stokes Torwart Jack Butland beim kuriosen Elfer-Schießen.

Foto: firo Sportphoto / Volker Nagraszus

Duisburg.  Stoke City schickte beim Elfmeterschießen gegen den MSV Duisburg nur den Torwart ins Rennen. Auszeichnung für Kevin Wolze.

Wer bekommt nun den großen Pokal? So begann ein mittleres Wirrwarr am Samstag. Andreas Rüttgers, der Marketing-Chef von Schauinsland-Reisen und MSV-Freund, stand ein bisschen verloren im Innenraum der Arena. Das Spiel des Fußball-Drittligisten gegen Stoke City war unentschieden, 1:1, ausgegangen. So einen Cup aber kann man nicht durchsägen.

Stadionsprecher Stefan Leiwen hatte den Fans ein Elfmeterschießen versprochen. Indes, der Engländer – selbst mit Iren im Team – spricht kein Deutsch. Jedenfalls wusste Stokes Coach Nathan Jones von nichts und ließ seine Spieler sich auslaufen.

Aber da war ja immer noch Andreas Rüttgers und der hatte das große Teil in der Hand. Rüttgers vermittelte dann selbst. So kam es zu einer Eins-gegen-Zwei-Situation vor den MSV-Fans. Für Stoke schoss Torhüter Jack Butland und stand dann auch im Tor. Für den MSV staubte Sinan Karweina vom Punkt ab. Jonas Brendieck versuchte sich gegen den Keeper aus Stoke-on-Trent, wie der Ort genau heißt. Doch weder Karweina noch Butland gaben sich die Blöße, dafür gab der Engländer schließlich auf.

MSV-Sieg durch Abwinken

Der Pokal ging per Sieg durch Abwinken an den MSV. Mit 5:4 nach Elfmeterschießen, wie der MSV per Twitter bekannt gab. Dabei hatten die Zebras bereits gewonnen. Der prominente Gast musste einen verletzten Spieler auswechseln und brachte einen Mann, der schon ausgewechselt war, zurück aufs Feld. Ein klarer Regelverstoß. MSV-Trainer Lieberknecht scherzte hinterher über die Situation: „Hoffentlich passiert Großaspach das nächsten Samstag auch.“

Die Wahrscheinlichkeit ist gering. Andreas Rüttgers hatte aber nicht nur einen Pokal, sondern auch ein Mikrofon. In der Halbzeitpause gab er bekannt, dass Kevin Wolze, von 2011 bis 2019 ein Zebra, mit dem „Guardian of Tradition Award“, also mit dem Preis „Hüter der Tradition“, ausgezeichnet worden war. Der Beifall von den Rängen war gemischt. Trotz der Treue von Kevin Wolze, der nach dem Zwangsabstieg bei den Zebras geblieben war. Der Geehrte nimmt den Pokal später entgegen. Am Samstag musste er mit seinem neuen Verein VfL Osnabrück für die Zweite Liga üben.

Ingo Wald, der MSV-Präsident, hatte ebenfalls etwas im Griff. Der Chef ließ sich nach Spielschluss ein Trikot geben und von allen Spielern unterzeichnen. Der MSV hatte den schwer an Krebs erkrankten Fan, der dank einer Spendenaktion aus Ägypten ausgeflogen werden konnte, zum Spiel und in die Loge eingeladen. Zum Abschied schenkte Wald dem Mann das neue Streifenhemd. Eine warmherzige Geste.

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