Niederrheinpokal

Mickels kehrt mit dem MSV Duisburg nach Velbert zurück

Leroy-Jacques Mickels erlebt derzeit beim MSV Duisburg eine zauberhafte Geschichte.

Leroy-Jacques Mickels erlebt derzeit beim MSV Duisburg eine zauberhafte Geschichte.

Foto: firo Sportphoto / Volker Nagraszus / firo Sportphoto

Duisburg.  Leroy-Jacques Mickels schaffte beim MSV Duisburg den Sprung aus der Oberliga in die 3. Liga. Nun trifft er im FVN-Pokal auf seinen Ex-Klub.

Leroy-Jacques Mickels, Mittelfeldspieler des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg, weiß, was auf seine Mannschaft am Samstag zukommen wird. „Leicht wird das nicht“, sagt der 24-Jährige vor dem Zweitrundenspiel im Niederrheinpokal bei seinem Ex-Klub, dem Oberligisten SSVg Velbert. „Der Platz dort hat es in sich. Er ist sehr tief“, berichtet Mickels.

Der Platzanlage an der Jupiterstraße hat Mickels im Sommer den Rücken gekehrt, weil er noch einmal einen Anlauf nehmen wollte, um im Profifußball Fuß zu fassen. „Auf dem zweiten Bildungsweg“, wie sein Trainer Torsten Lieberknecht mit einem Schmunzeln anmerkt.

Auf dem ersten Bildungsweg lernte Mickels seine Lektion nicht. Er kam aus der Jugend von Borussia Mönchengladbach, schaffte aber den Sprung nicht. Ein Wechsel zum FC St. Pauli erwies sich als Missverständnis. „Ich hatte damals nicht die Mentalität von heute“, blickt der gebürtige Siegburger, dessen Familie aus der Demokratischen Republik Kongo stammt, selbstkritisch zurück.

„Velbert war ein Sprungbrett für mich"

Mickels drohte in den Niederungen des Amateurfußballs zu verschwinden. Bei der SSVg Velbert konnte er in der letzten Saison aber noch einmal den Schalter umlegen. In 26 Punktspielen erzielte er 19 Tore. Das gab ihm Selbstvertrauen: „Velbert war ein Sprungbrett für mich. Ich wusste, dass ich mehr drauf habe als Oberliga.“

Über einen Kontaktmann stellte sich der Flügelspieler in der Sommervorbereitung beim MSV vor. Im ersten Testspiel in Wanheim traf er kurz nach dem Anpfiff. In den folgenden Tagen hinterließ er weiter einen guten Eindruck. Torsten Lieberknecht ließ sich von Mickels’ Vita nicht abschrecken – im Gegenteil: Für den Coach sind Geschichten dieser Art reizvoll. „Ich mag Spieler, die solche Wege gehen und dann überraschen“, sagte Lieberknecht am Donnerstag. Er erinnerte an Karim Bellarabi, heute Bundesliga-Profi bei Bayer Leverkusen, der einst vom FC Oberneuland zu Eintracht Braunschweig kam und unter Lieberknecht zündete.

Mickels hat sich in der 3. Liga akklimatisiert

„Er hat einen Super-Schritt gemacht“, attestiert der Coach seinem Neuzugang ein gutes Zwischenzeugnis, erwartet aber auch von ihm, dass er sich weiterentwickelt. Leroy-Jacques Mickels hat sich in der 3. Liga mittlerweile akklimatisiert. Beim Saisonstart gegen die SG Sonnenhof Großaspach kam er in der 90. Minute ins Spiel, hatte keinen Ballkontakt, war aber trotzdem überglücklich. „Du läufst auf den Rasen, dein Name wird gerufen. Für solche Momente lebst du als Fußballer“, erzählt Mickels von seinem ersten Gänsehaut-Moment.

Es kam noch besser. Beim 3:0-Sieg in Braunschweig traf er wenige Sekunden nach seiner Einwechslung zum 2:0. Mittlerweile kommt Mickels auf elf Liga-Einsätze und zwei Tore. Im DFB-Pokalspiel gegen Greuther Fürth kam er als Sturmspitze zum Einsatz.

Was ihm Torsten Lieberknecht bei der Arbeit mit auf dem Weg gibt? „Er ist ein sehr strenger Trainer“, sagt Mickels. Einen Freifahrtschein für das FVN-Pokalspiel gibt Lieberknecht ihm nicht: „Vielleicht kommt er auch als Einwechselspieler, um einen Impuls zu setzen.“

Leroy-Jacques Mickels warnt noch einmal vor dem Gegner: „Im letzten Jahr haben wir Rot-Weiß Oberhausen rausgeworfen und sind nur knapp an Rot-Weiß Essen gescheitert.“ Im RWE-Spiel traf Mickels per Fallrückzieher. Der Schiedsrichter erkannte das Tor nicht an. Mickels schmunzelt mittlerweile darüber: „Es war angeblich ein Foul. Das stimmte aber nicht.“

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