3. Liga

MSV-Trainer Lieberknecht kritisiert die Defensivleistung

MSV-Stürmer Vincent Vermeij – hier im Luftduell mit CFC-Torwart Jakub Jakubov – blieb in der Offensive wirkungslos.

MSV-Stürmer Vincent Vermeij – hier im Luftduell mit CFC-Torwart Jakub Jakubov – blieb in der Offensive wirkungslos.

Foto: Haertelpress via www.imago-images.de / imago images/HärtelPRESS

Chemnitz.  Der MSV Duisburg verliert beim Chemnitzer FC 1:3 und verpasst erneut die Tabellenführung. Trainer Lieberknecht fordert Selbstkritik ein.

Torsten Lieberknecht war zu optimistisch. Der Trainer des Fußball-Drittligisten MSV Duisburg trat zum Spiel beim Chemnitzer FC im Kapuzen-Pullover an. Und das bei einstelligen Temperaturen! Später zog der 46-Jährige eine Jacke über – warm ums Herz wurde ihm an der Gellertstraße am Sonntag aber nicht mehr. Der MSV verlor beim Tabellenvorletzten 1:3 (0:0). Es war die zweite Niederlage innerhalb von vier Tagen. Zum zweiten Mal in Folge verpasste der Zweitliga-Absteiger dabei den Sprung an die Tabellenspitze.

Lieberknecht hatte im Vorfeld der Partie angekündigt, frische Kräfte einzusetzen – die rechte Außenverteidigerposition hatte er dabei aber nicht im Blick gehabt. Doch Joshua Bitter konnte krankheitsbedingt die Reise nach Sachsen nicht antreten. Seinen Part übernahm Florian Brügmann. Tim Albutat und Lukas Daschner erhielten eine Pause. Im defensiven Mittelfeld kam Max Jansen zum Einsatz, in der offensiven Dreierkette Ahmet Engin. Linksverteidiger Arne Sicker kehrte nach seiner Sperre zurück.

Die neuformierte Truppe machte es aber nicht besser als die Mannschaft, die am Mittwoch eine 1:3-Heimniederlage gegen den SV Meppen einstecken musste. Der Trainer ging nach der Partie in Chemnitz mit seiner Defensive hart ins Gericht. Zu viele verlorene Zweikämpfe, nicht genügend Disziplin in der Verteidigung. Hier knüpften die Meidericher an die schlechte Defensivleistung aus dem Meppen-Spiel nahtlos an. Sein Team habe dem Gegner „tatkräftig geholfen“, bilanzierte der Trainer.

„Jeder Einzelne muss selbstkritisch sein“

Die Länderspielwoche kommt gelegen, um die Sinne zu schärfen. „Jeder Einzelne muss jetzt selbstkritisch sein“, forderte der Coach, der sich zuversichtlich gab, dass diese Selbstreflexion erfolgreich sein kann: „Wenn die Spieler ehrlich zu sich selbst sind.“

Lieberknecht versprach sich von seinen Umstellungen nicht nur mehr Frische, sondern auch mehr Tempo – vor allem auf den Flügeln. Hier war Ahmet Engin auf der rechten Seite gefordert. Der 23-Jährige war in der ersten Halbzeit der auffälligste Duisburger. Er war an den drei Torchancen der Gäste beteiligt. Die größte vergab er selbst. CFC-Torwart Jakub Jakubov „bediente“ Engin mit einem verunglückten Abspiel. Der Duisburger kam frei vor dem Tor zum Abschluss, verzog aber. Das erinnert an die letzte Saison: Eins-gegen-Eins-Situationen sind nicht Engins Stärke.

Zweimal setzte sich der Flügelspieler stark auf der rechten Seite durch. In der 25. Minute rutschte Vincent Vermeij fünf Meter vor dem Tor am Ball vorbei. In der 45. Minute flankte Engin erneut von rechts, aber weder Vermeij noch Moritz Stoppelkamp schafften es nicht, eine aussichtsreiche Schussposition zu erlangen.

Als die Zebras zum Pausentee in die Kabine gingen, war gerade die Partie von Eintracht Braunschweig beim FC Bayern München II beendet. Die Bayern siegten 2:0, mit einem Sieg hätten die Meidericher auf Platz eins springen können.

Engin erzielt Anschlusstreffer

Die Zebras begannen die zweite Hälfte schwungvoll, Moritz Stoppelkamp hatte bei einem Sololauf Pech, dass er hauchdünn im Abseits stand. In der 56. Minute hebelten die Sachsen erstmals die indisponierte Duisburger Abwehrreihe aus. Philipp Hosiner ließ auf der rechten Seite Arne Sicker aussteigen, flankte in den Strafraum, in dem Rafael Garcia ungehindert zum 1:0 einnetzen konnte. Vier Minuten später genoss der bullige Tarsis Bonga in Anschluss an einen Eckball grenzenlose Freiheit und konnte zum 2:0 einköpfen.

Nur kurz flammte die Hoffnung auf, dass der MSV zum dritten Mal in Folge ein Spiel hätte drehen können. Ahmet Engin verwertete in der 77. Minute ein Stoppelkamp-Zuspiel zum Anschlusstreffer. Doch nur eine Minute später waren alle Hoffnungen geplatzt. Rafael Garcia setzte sich auf der linken Seite durch und bediente Erik Tallig, der – ebenfalls ungedeckt – mit dem Treffer zum 3:1 die Partie entschied.

„Wir haben schlecht gespielt, Chemnitz war viel präsenter, wir kamen nicht in unsere Abläufe. Heute hat vieles nicht gepasst“, sprach Kapitän Stoppelkamp nach der Partie die Defizite an. Das Thema Tabellenführung habe beim Meppen-Spiel die Mannschaft beschäftigt, in Chemnitz aber keine Rolle gespielt, wie der 32-Jährige anmerkte. Für Stoppelkamp stand nach den 90 Minuten ohnehin die Erkenntnis: „Wir sind noch nicht auf dem Niveau, um auf dem ersten Platz zu stehen.“

Trainer Lieberknecht setzt darauf, dass die Mannschaft in der Länderspielpause den Schalter umlegen kann: „Wir werden nicht die Nerven verlieren.“

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