Kommentar

MSV Duisburg muss auf schnelle Lösung für Arena-Dach drängen

Ein neuer Dachschaden in der Duisburger Arena: Die Sicherheit für Zuschauer ist nicht mehr gewährleistet.

Ein neuer Dachschaden in der Duisburger Arena: Die Sicherheit für Zuschauer ist nicht mehr gewährleistet.

Foto: firo

Duisburg.  Der MSV Duisburg muss für das Spiel gegen 1860 München ein sicheres Stadion vorweisen. Auch eine Kompromisslösung wäre möglich. Ein Kommentar.

Im Interview mit dieser Redaktion sagte MSV-Chef Ingo Wald: „Es liegt mir fern, Schuldzuweisungen auszusprechen.“ Da spricht der Diplomat aus dem Präsidenten des Fußball-Drittligisten, der schon bald ohne echtes Dach überm Kopf leben muss. Wald will auf niemanden mit dem Finger zeigen. Das muss ihm schwer fallen. Trotzdem ist die Zurückhaltung klug.

Dennoch, die Fragen drängen sich ja auf: Wer hat das Stadion so gebaut, dass nach 15 Jahren die Schrauben rosten? Wieso hat es nicht während der Garantiezeit regelmäßig Kontrollen gegeben? Wer hat nicht so genau hingeschaut, als die Stadt das Stadion von Walter Hellmich übernahm? Bei Gebrauchtwagen schaut man ja auch, ob das Checkheft gepflegt ist. Wieso gab es keinen Last-Minute-TÜV, bevor die Garantie ablief? Und als im Frühjahr erste Dachprobleme auftraten, warum hat man nicht gleich alle Tribünenseiten angeschaut? Der Sturm, der für die aktuellen Schäden gesorgt haben soll, gilt unter Meteorologen als der windstillste Orkan aller Zeiten. Die Probleme stellten sich wohl nicht über Nacht ein.

Bei geeigneter Prüfung während der spielfreien Zeit wäre der MSV jetzt nicht in der Hektik, bis zum 21. September, wenn es gegen 1860 geht, eine sichere Arena vorweisen zu können. Und auch die Zebras müssen sich fragen lassen, warum sich nicht auf einer Inspektion bestanden haben.

Wald stellt all diese Fragen nicht. Aus gutem Grund – es hilft wenig, nach Schuldigen zu suchen. Zumal alle Beteiligten, die Stadt, die Stadionprojektgesellschaft und womöglich auch Walter Hellmich auf der Liste der üblichen Verdächtigen stehen. Sie werden aber auch bei der Lösung des Problems gebraucht. Zetern hilft da wenig. Zupacken ist Gebot der kommenden Stunden, Tage und Monate. Die Hoffnung, auf dem Klageweg die Dinge regeln zu können, ist eher gering. Man erinnere sich nur an den gescheiterten Versuch, sich vor Gericht für den Lizenzentzug entschädigen zu lassen.

Der MSV muss auf eine schnelle Lösung drängen. Dabei muss man unter Umständen mit einer Kompromisslösung aus Wellblech leben. Denn das ist noch ein Satz aus dem Interview, der haften bleibt: „Fakt ist, wir sind auf ein betriebsfähiges Stadion angewiesen.“

Kann die Mannschaft zur Lösung des Problems beitragen? Ja, das kann sie, und zwar mit Siegen, mitreißendem Fußball und einem Tabellenplatz mit Aufstiegschance. Alles Mühen macht den Beteiligten deutlich mehr Spaß, wenn sie wissen: Für diesen MSV lohnt es sich.

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