Fußball

MSV Duisburg: Sportdirektor Grlic geht vom Aufstieg aus

Das einzige Zebra, das am Mittwoch auf den neuen Rasen der Arena durfte: Plüschtier Ennatz.

Das einzige Zebra, das am Mittwoch auf den neuen Rasen der Arena durfte: Plüschtier Ennatz.

Foto: MSV Duisburg

Duisburg.  Beim Drittliga-Spitzenreiter MSV Duisburg erwarten die Entscheidungsträger, dass im Fall eines Saisonabbruchs die erbrachte Leistung zählt.

Das Feld ist bestellt, der neue Rasen in der Schauinslandreisen-Arena erstrahlt im satten Grün. Am Mittwoch hätten die Fußballer des MSV Duisburg auf dem neuen Teppich gegen den FC Carl Zeiss Jena um Drittliga-Punkte spielen sollen. Doch nur ein Zebra durfte auf den Rasen: Der MSV platzierte für ein Foto ein Plüschtier aus dem – geschlossenen – Fanshop auf dem Rasen. Es könnte so schön sein, auf dem frischen Grün Fußball zu spielen. Könnte. Für Freude am Spiel ist im Zuge der Corina-Krise in den nächsten Wochen kein Raum.

Nach der Entscheidung des DFB, frühestens am 2. Mai mit den Wettspielen wieder zu beginnen, hatten sich am Dienstag MSV-Präsident Ingo Wald und Geschäftsführer Michael Klatt zur nun schwierigen Lage beim Spielverein geäußert. Am Mittwoch meldete sich Sportdirektor Ivica Grlic zu Wort. Auch der Ex-Profi beobachtet die Situation mit Sorge. „Es ist für uns eine extrem schwierige Situation. Auf uns warten große Herausforderungen“, sagte der 44-Jährige in einem Interview mit dem Fernsehsender Sky Sport News HD.

Grlic: „Gesundheit steht über allem“

Der MSV-Manager macht deutlich, dass „die Gesundheit derzeit über alles steht“. Grlic: „Nicht nur der Fußball steckt in einer extrem schwierigen Situation.“ Auch Grlic hatte die Entscheidung der Liga-Tagung, den Spielbetrieb bis zum 30. April einzustellen, begrüßt. „Wirtschaftliche Zwänge müssten der Sorge um die Gesundheit derzeit untergeordnet werden“, kommentierte Grlic die Entscheidung.

Der frühere bosnische Nationalspieler weiß, dass es derzeit noch nicht abzusehen ist, ob die Liga im Mai tatsächlich wieder den Spielbetrieb aufnehmen kann. Grlic hofft aber weiterhin, „dass wir die Saison zu Ende spielen können. Aber das liegt nicht in unserer Hand.“

Für den Fall, dass es im Zuge der Corona-Krise zu einem Saisonabbruch kommen würde, hat Grlic einen klaren Standpunkt, wie der DFB die Liga werten müsste. Grlic: „Wir sind Tabellenführer. Wenn es in der Liga nicht weitergehen sollte, gehen wir davon aus, dass wir aufsteigen werden.“ Diese Sichtweise hatten am Dienstag auch Präsident Ingo Wald und Geschäftsführer Michael Klatt bekräftigt. 71 Prozent der Saison seien gespielt, der MSV stehe seit 14 Spieltagen an der Tabellenspitze. Dies müsse reichen, um in der nächsten Saison in der 2. Bundesliga um Punkte spielen zu dürfen.

MSV Duisburg baut auf Solidargemeinschaft

Der Sportdirektor setzt auch auf eine Solidarität unter den Klubs.. Er stehe im Austausch mit seinen Manager-Kollegen. Grlic ist positiv gestimmt, dass eine Solidargemeinschaft entstehen kann: „Jeder von uns muss einen Beitrag leisten. Die Situation lässt uns alle enger zusammenrücken.“

Präsident Wald hatte am Dienstag gefordert, dass die Vereine aus der 1. und 2. Bundesliga aus den Mehreinnahmen eines neuen Fernsehvertrages einen Rettungsschirm für die Drittliga-Klubs aufspannen sollten.

Wie berichtet, hat der MSV den Ticketverkauf gestoppt. Bereits verkaufte Eintrittskarten für Spiele, die bis zum 30. April hätten stattfinden sollen, behalten laut Vereinsmitteilung ihre Gültigkeit. Über Erstattungen und Rücknahmen will der MSV später informieren..

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