Analyse

MSV Duisburg: Trainer Lieberknecht zählt seine Spieler an

Sichtlich aufgebracht: Duisburgs Trainer Torsten Lieberknecht in Heidenheim.

Sichtlich aufgebracht: Duisburgs Trainer Torsten Lieberknecht in Heidenheim.

Foto: dpa

Heidenheim.  Torsten Lieberknecht warf seiner Mannschaft nach dem 1:4 in Heidenheim Naivität vor. Duisburgs Trainer ordnete die Niederlage als „Klatsche“ ein und schimpfte.

Bevor Torsten Lieberknecht am Samstag den Presseraum des Fußball-Zweitligisten 1. FC Heidenheim verließ, griff er noch auf dem kleinen Süßspeisen-Buffet zu und nahm sich ein Stück Gebäck. Nervennahrung für den Trainer des MSV Duisburg. Nach der 1:4 (0:1)-Niederlage nahm der 45-Jährige kein Blatt vor dem Mund. Er zählte sein Team an. „Die Mannschaft zeigt Mentalität, aber auch eine ganz große Naivität.“

Lieberknecht hatte die Zebras nach seinem Amtsantritt zunächst auf die Erfolgsspur geführt, mit zwei Niederlagen in Folge mit zweimal vier Gegentreffern ist die Euphorie schon verflogen. Dass die Zebras in Heidenheim in der ersten Halbzeit das Spiel weitgehend kontrollierten, zwei hochkarätige Chancen, aber eben keinen Treffer verbuchten, spielte für den Coach am Ende keine große Rolle mehr.

Duisburgs Abwehr ausgehebelt

Er ordnete die Niederlage als „Klatsche“ ein und schimpfte: „Mir braucht keiner damit kommen, dass wir einen ordentlichen Auftritt hingelegt haben. Wenn du vier Tore bekommst, ist die Niederlage auch in der Höhe verdient.“ Lieberknecht vermisste die Gier, um ein Spiel zu gewinnen: „Da muss man zeigen, dass es gerechtfertigt ist, auf dem Platz zu stehen.“

Lieberknecht hatte nach seinem Amtsantritt die Abwehr stabilisiert. Zwischenzeitlich blieben die Zebras in vier Spielen ohne Gegentor. Dieser Effekt ist verpufft. Auf die 0:4-Pleite gegen Kiel folgte nun das 1:4 an der Brenz. Mit einfachen Mitteln – dreimal mit langen Bällen – hebelten die Heidenheimer die Duisburger Abwehr aus.

Lieberknecht hatte sich entschieden, den defensiven Mittelfeldspieler Lukas Fröde in der Innenverteidigung als Ersatz für den verletzten Dustin Bomheuer aufzustellen. Fröde gestand nach der Partie Fehler ein und klagte: „Du darfst hier nie und nimmer vier Gegentreffer kassieren.“ Der 23-Jährige bemängelte aber auch, dass das Team in der ersten Halbzeit seine Torchancen nicht genutzt habe: „Mit einer frühen Führung im Rücken hätten wir insgesamt sicherer gespielt.“

MSV fehlt in der Offensive die Qualität

Auch in Heidenheim zeigte sich, dass dem MSV in der Offensive derzeit die Qualität fehlt. Mit nur 14 Treffern stellt Duisburg ohnehin das harmloseste Team der 2. Liga. Die Statistik weist zudem gerade einmal drei Stürmertore in 16 Partien auf.

Vor dem letzten Hinrundenspiel gegen Spitzenreiter Hamburger SV am kommenden Freitag (18.30 Uhr/Sky) plagen die Duisburger weiterhin große Personalsorgen. Mittelfeldspieler Tim Albutat blieb am Samstag mit einer Hüftverletzung zur Pause in der Kabine. Linksverteidiger Kevin Wolze kassierte seine fünfte gelbe Karte und fehlt gegen den HSV gesperrt. Auf der linken Defensivseite sind aber die Alternativen im Kader limitiert.

Und Innenverteidiger Sebastian Neumann, der sich im Training das Knie verdrehte, unterzieht sich in dieser Woche einem MRT. Ihm droht ein langer Ausfall.

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