Kommentar

MSV gegen BVB – ein Pokalspiel, aber kein Grund zur Freude

Tor für Duisburg gegen Dortmund: Mihai Tararache verwandelt einen Elfmeter gegen Marc Ziegler zum 3:1 im Februar 2008 – das Bundesligaspiel in Duisburg endete damals 3:3.

Tor für Duisburg gegen Dortmund: Mihai Tararache verwandelt einen Elfmeter gegen Marc Ziegler zum 3:1 im Februar 2008 – das Bundesligaspiel in Duisburg endete damals 3:3.

Foto: Norbert SCHMIDT / picture-alliance/ dpa

Essen.  Der DFB-Pokal verliert in Corona-Zeiten seinen Charakter. Ohne Fans fehlt kleineren Klubs ein Vorteil, den sie oft nutzen konnten. Ein Kommentar.

Dem MSV Duisburg geht es seit Jahren nicht gut. Der Traditionsverein braucht Geld, er wollte auch deshalb unbedingt in die Zweite Liga aufsteigen. Das Ziel wurde verfehlt, Corona verschlechtert die Situation. Drittligisten können sich Geisterspiele nicht leisten, sie werden nicht durch Fernsehmillionen gerettet, wenn Fans nicht in die Stadien dürfen. Sie sind darauf angewiesen, dass Sponsoren bei der Stange bleiben, und leben von der Hoffnung, wieder vor Zuschauern spielen zu dürfen.

Die Dramatik der Lage wird deutlich durch das Pokallos, das den Duisburgern beschert wurde. Ein Heimspiel gegen Borussia Dortmund, Ruhrgebiet West gegen Ruhrgebiet Ost, eine Begegnung, die mit vielen Erinnerungen an bessere MSV-Zeiten verbunden ist. 2008 stiegen die Zebras aus der Bundesliga ab, in jener Saison gelang ihnen mit Rudi Bommer als Trainer sogar noch ein unerwarteter 3:1-Sieg bei den Dortmundern. Das Rückspiel endete 3:3, erst in der 90. Minute konnte Diego Klimowicz für den BVB ausgleichen.

Die Favoriten ärgern? Das war einmal

Nun geht es wieder gegen Dortmund, unter ganz anderen Voraussetzungen. Erste Pokalrunde, Außenseiter gegen Top-Favorit, volle Hütte – das wäre was gewesen. Aber jetzt? Noch ist nicht geklärt, ob überhaupt wieder Fans dabei sein dürfen. Und wenn, werden es nicht so viele sein, dass dem Heimteam daraus ein echter Vorteil entstehen könnte. Für den MSV Duisburg ist das ein schwerer Schlag: Zu wissen, was hätte möglich sein können, aber machtlos zu sein.

Der Pokal verliert in diesen Corona-Zeiten seinen ureigenen Charakter. Wir sahen das schon im Halbfinale des Regionalligisten Saarbrücken gegen den Bundesligisten Leverkusen, das der Gast wie ein Testspiel nutzte und locker mit 3:0 gewann. All die vielen kleineren Klubs, die sonst diese eine Chance hatten, mal im großen Stil Aufmerksamkeit erregen und abkassieren zu können, haben diesmal keinen Grund zur Freude. Die Favoriten ärgern? Das war einmal. Es ist so schade.

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