MSV-Krise

MSV-Präsident Wald nimmt sportliche Leitung in Schutz

MSV-Präsident Ingo Wald (r.) umarmt Sportdirektor Ivica Grlic vor dem Spiel gegen Ingolstadt.

MSV-Präsident Ingo Wald (r.) umarmt Sportdirektor Ivica Grlic vor dem Spiel gegen Ingolstadt.

Foto: firo

Duisburg.   Nach der 2:4-Niederlage gegen Ingolstadt steht der MSV Duisburg wieder am Tabellenende. Präsident Wald verteidigt Trainer und Sportdirektor.

Präsident Ingo Wald nahm seine sportliche Leitung nach der 2:4 (0:1)-Niederlage des Fußball-Zweitligisten MSV Duisburg gegen den FC Ingolstadt 04 in Schutz. In der 60. Minute hatten sich Trainer Torsten Lieberknecht und Sportdirektor Ivica Grlic mit den Schiedsrichtern angelegt und mussten daraufhin den Innenraum verlassen und auf der Tribüne Platz nehmen.

„Das zeigt die Emotionen, das zeigt die Wichtigkeit des Spiels. Dass es dann brodelt, wenn du wieder ungerecht behandelt wirst, dass man da nach vielen merkwürdigen Entscheidungen in dieser Saison irgendwann einmal nicht ganz so souverän agiert, kann ich nachvollziehen“, brach Wald eine Lanze für Lieberknecht und Grlic.

Blitztor nach der Pause

Die Elfmeter-Entscheidung zugunsten der Ingolstädter – der hoffnungslos überforderte Debütant Joseph Baffoe war ohne generische Einwirkung auf den Ball gefallen – bewertete Wald so: „Man kann die Elfmetersituation sehr kritisch sehen. Wenn der Schiedsrichter für Ingolstadt entscheidet, muss er später auch uns einen Elfmeter geben. Ich glaube, dass da mit zweierlei Maß gemessen wird.“ Die Duisburger forderten später nach einem Schuss von Havard Nielsen ebenfalls einen Handelfmeter ein.

Nun stehen die Meidericher wieder am Tabellenende, der Rückstand auf den 15. Platz beträgt nun fünf Punkte, hinzu kommt das schlechte Torverhältnis. Ingo Wald hofft trotzdem noch auf den direkten Klassenerhalt: „So lange rechnerisch etwas geht, streben wir weiterhin den 15. Tabellenplatz an. Die Relegation möchte ich vermeiden.“

Am Samstag verlor der MSV gegen eine Mannschaft, die zuvor fünfmal in Folge leer ausgegangen war und vor der Reise nach Duisburg zum vierten Mal den Trainer gewechselt hatte. Nur kurz keimte die Hoffnung auf, dass der MSV das Sechs-Punkte-Spiel für sich entscheiden könnte. Als Stanislav Iljutcenko 18 Sekunden nach dem Wiederanpfiff nach einer Flanke von Cauly Oliveira Souza zum 1:1 einköpfte, hatten die Gastgeber in einer spielerisch schwachen Partie plötzlich alle Trümpfe in der Hand. Ein Ruck ging durch die Arena, doch der MSV versäumte es, nachzulegen und den Gegner weiter konsequent unter Druck zu setzen.

MSV-Profi Stoppelkamp selbstkritisch

Erst nach dem Ingolstädter Elfmetertor zum 1:2 in der 61. Minute erspielten sich die Hausherren wieder zwingende Tormöglichkeiten. Joseph Baffoe hätte sich mit einem Kopfballtor rehabilitieren können, traf aus kurzer Distanz aber nur den Pfosten (73.). Der eingewechselte John Verhoek traf im Nachschuss nur das Außennetz. Der Niederländer setzte sich in der 85. Minute stark in Szene, FCI-Torwart Philipp Tschauner lenkte Verhoeks Kopfball jedoch über die Latte.

Sonny Kittel spielte in der 89. Minute Joseph Baffoe aus und traf zum 1:3. Doch in der fünfminütigen Nachspielzeit hätte der MSV sogar zumindest noch einen Punkt holen können. Kevin Wolze knallte die Kugel bei einem Freistoß wie in besseren Tagen aus 20 Metern zum 2:3 in den Winkel (90.+3). Die Messe war erst gelesen, als Thomas Pledl wenige Sekunden vor dem Abpfiff zum 2:4 traf. Danach entlud sich bei Kevin Wolze der Frust: Er schlug auf das Dach der Trainerbank und knallte anschließend einen Getränkekasten auf den Boden.

Mittelfeldspieler Moritz Stoppelkamp, der in die Startelf zurückgekehrt war, vergab im Spielverlauf drei hochkarätige Chancen nach zuvor starken Einzelleistungen. „Die Niederlage nehme ich ein Stück auf meine Kappe. Ich muss mindestens ein Tor machen. In der letzten Saison wären die Dinger wahrscheinlich reingegangen“, gab sich Stoppelkamp selbstkritisch. Auf die Elfmeterdiskussion wollte der 32-Jährige nicht eingehen: „Was soll ich über den Schiri meckern, wenn ich meine eigenen Chancen nicht reinmache.“

Nun hoffen die Meidericher auf eine Überraschung im Nachholspiel gegen den 1. FC Köln am Mittwoch. Heute Abend soll es aus Duisburger Sicht hingegen keine Überraschung geben. Der 1. FC Magdeburg, der mit zwei Punkten Vorsprung auf den MSV auf dem Relegationsrang steht, spielt beim Bundesliga-Absteiger Hamburger SV.

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