MSV Duisburg

MSV-Trainer Dotchev feiert Debüt-Sieg: "Ich hatte Glück"

Lesedauer: 5 Minuten
Torschütze zum 1:0 für den MSV: Aziz Bouhaddouz.

Torschütze zum 1:0 für den MSV: Aziz Bouhaddouz.

Foto: firo

Duisburg.  Der Trainer des Drittligisten liegt goldrichtig: Debütant Bouhaddouz und der eingewechselte Krempicki sorgen für den 2:1-Sieg gegen Unterhaching

Die Anhänger des MSV Duisburg hatten sich mächtig ins Zeug gelegt für den Neuanfang mit Trainer Pavel Dotchev. Fast die gesamten 90 Minuten gegen den direkten Konkurrenten im Abstiegskampf stimmten sie vor der Arena ein Hupkonzert an. Mit Erfolg: Der Drittligist landete am Samstag mit Dotchev gegen die Spvgg Unterhaching einen Befreiungsschlag. Durch das 2:1 (1.1) gegen den tabellen-17. verlässt der MSV vorübergehend die Abstiegsplätze.

„Das Spiel hätte auch anders ausgehen können. Aber ich bin sehr glücklich, dass wir ein so schwieriges Spiel gewonnen haben. Aber wir müssen uns steigern, sonst werden wir noch viele Punkte liegen lassen“, sagte Docthev. Verliert sein Ex-Klub Viktoria Köln am Sonntag bei Bayern München II, kann der MSV dauerhaft vorbeiziehen.

MSV-Debütant Bouhaddouz trifft nach neun Minuten

Der 55-Jährige hatte im Spiel ein goldenes Händchen bewiesen: Dotchev brachte Stürmer-Routinier Aziz Bouhaddouz von Beginn an, obwohl der 33-Jährige bei seinem Klub SV Sandhausen in der Zweiten Liga kaum Einsatzminuten bekam. Doch der marokkanische Nationalspieler bewies, dass er noch weiß wo das Tor steht. Mit seinem ersten Schoss bei seiinem Debüt erzielte er das 1:0 (9.). Unterhaching glich zehn Minuten später durch Niclas Anspach aus (19.). Aber Trainer-Fuchs Dotchev hatte noch ein Ass im Ärmel, brachte in der 79. Minute Connor Krempicki. Sekunden später gelang ihm der Siegtreffer. „Ich hatte Glück“, sagte Dotchev bescheiden. „Ich habe schon viele Leute eingewechselt, die nichts gebracht haben.“

So viel Glück steckte in seinem Spielplan nun auch wieder nicht. Weil die Spiele gegen Halle und Saarbrücken ausgefallen waren, hatte der Lettieri-Nachfolger zwei Wochen mehr Zeit, die Mannschaft kennenzulernen. Er entschied sich, auf Erfahrung zu setzen, ließ deshalb den junge Stürmer Julian Hettwer auf der Bank und verzichtete im Mittelfeld auf die Dienste des Talents Darius Ghindovean.

Unterhaching gleicht aus dem Nichts aus

Angetrieben vom Hupkonzert der Fans legte der MSV furios los. Nach einem feinen Lupfer von MSV-Kapitän Moritz Stoppelkamp schob Bouhaddouz eiskalt ein. Die Fans quittierten den Treffer mit lautem Hupen und gaben auch danach Gas. Der MSV tat das gleiche, nahm den Schwung mit. Nur Minuten später verpasste Stoppelkamp eine Hereingabe von Bouhaddouz zum 0:2. Praktisch aus dem Nichts gelang den Gästen aber der Ausgleich. Hachings Markus Schwabl passte vor den Strafraum quer, wo Niclas Anspach den Ball völlig freistehend annahm und an MSV-Torwart Leo Weinkauf vorbeischob (19.).

Das Hupen außerhalb des Stadions wurde leiser, auch weil Unterhaching nun dominierte. Die abstiegsbedrohten Bayern konnten in den vergangenen zehn Spielen nicht gewinnen. „Angeschlagene Boxer sind die gefährlichsten“, hatte Dotchev vor dem Spiel gesagt. Er behielt Recht. Unterhaching machte Druck und offenbarte die Schwachstelle des MSV in der Defensive. In der 37. Minute klatschte nach einem Ballverlust in der eigenen Hälfte der Schuss von Anspach an den Pfosten. Beim Nachschuss stand Unterhaching-Stürmer Dominik Stroh-Engel im Abseits. Der MSV rettete sich mit einem 1:1 in die Pause. „Wir haben nur noch verwaltete“, ärgerte sich Dotchev über diese Phase.

Dotchev wechselt den Siegtorschützen ein

Neuzugang Bouhaddouz zeigte im Laufe des Spiels deutliche konditionelle Schwächen. Der Ex-Zweitliga-Profi musste immer mal wieder durchschnaufen. „Ich habe mich gefragt, wie lange er noch durchhält“, gestand Dotchev nach dem Spiel. Er setzte weiter auf den Routinier. Für den MSV begann eine Zitterpartie. In der 53-Minute zog hacing-Stürmer Dominik Stroh Engel an der Strafraumgrenze ab und zwang MSV-Keeper Leo Weinkauf zu einer Glanzparade.

Was auffiel: Dem MSV fehlten die spielerischen Mittel. Zwar kämpfte sich der Drittligist zurück in die Partie, musste aber auf eine glückende Einzelaktion hoffen. Wie bei Ahmet Engins Flanke auf Vincent Kamavouaka, dessen Kopfball weit übers Tor segelte (56.). Oder beim abgeblockten Abschluss von Bouhaddouz nach einem Freistoß. Oder beim strammen Schuss von Marlon Frey, den Haching-Torwart Jo Coppens gerade noch parieren konnte. Eine dieser Chancen nutzte dann Krempicki: Nach einem langen Ball auf die Seite, blieb der 26-jährige Gelsenkirchener ganz cool, spielte Torwart Coppens aus und schloss zum wichtigen Heimsieg ab.

Das Spiel zum Nachlesen im Live-Ticker:

Duisburg - Unterhaching
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